Vertragsunterzeichnung für das Offset-Büro
16.12.09
Am 15. Dezember 2009 wurde in Bern von armasuisse, Swissmem und GRPM (Groupe Romand pour le Matériel de Défense et de Sécurité) ein Vertrag für die Schaffung eines sogenannten Offset-Büros unterzeichnet.
Ziel ist es, mit diesem neuen Instrument eine hohe Transparenz in der Abwicklung von Kompensationsgeschäften zu schaffen und die Interessen der an diesen Gegengeschäften zu beteiligenden Unternehmen besser wahrzunehmen.
Wenn die Schweiz Rüstungsgüter im Ausland beschafft, wird der ausländische Hersteller in der Regel verpflichtet, die Vertragssumme zu 100% wirtschaftlich durch direkte oder indirekte Beteiligung der schweizerischen Industrie auszugleichen. Das Controlling der Offsetgeschäfte erfolgt durch armasuisse in Zusammenarbeit mit Swissmem. In der Vergangenheit wurde sowohl die wirtschaftliche Bedeutung solcher Industriebeteiligungen im Rahmen von Rüstungsbeschaffungen wie auch deren Nachhaltigkeit in Frage gestellt. Nach einer kritisch ausgefallenen Evaluation der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) sah man Optimierungsbedarf bei den Offset-Prozessen.
Der Bundesrat erhielt von der Sicherheitspolitischen Kommission den Auftrag, eine kohärente und transparente Strategie für Kompensationsgeschäfte bei Rüstungsprogrammen vorzulegen. Auf Initiative von Swissmem und in Zusammenarbeit mit armasuisse und GRPM resultierten diese Bemühungen nun unter anderem in der Schaffung einer Stelle, welche das Controlling von Kompensationsgeschäften optimiert soll.
Unter Führung von Swissmem und GRPM
Geführt von Albert Gaide (Vertreter Swissmem) und Giovanni Giunta (Vertreter GRPM) überprüft das Büro die Abwicklung von einzelnen Offset-Programmen im Auftrag von armasuisse. Es geht darum, qualitativ möglichst hochstehende Geschäftsmöglichkeiten für die Schweizer Industrie zu schaffen und wirtschaftlich mit den jeweiligen Verpflichtungssummen umzugehen. Hierzu wird bereits sehr früh in der Planungsphase der Kontakt zwischen Schweizer Unternehmen und möglichen ausländischen Anbietern hergestellt. Ein weiteres Ziel ist die Transparenz gegenüber allen interessierten Kreisen (Industrie, Verwaltung und Politik) sowie die Sicherung der Nachvollziehbarkeit dieser Geschäfte.
Start im Januar 2010
Das Büro wird bereits ab 1. Januar 2010 seinen Betrieb aufnehmen. Die Kosten tragen die von den Beteiligungen profitierenden Unternehmen, indem sie 0,1% des Offsetwerts abliefern. Es handelt sich hierbei um das erste PPP-Projekt (Public Private Partnership) im Bereich des Verteidigungsdepartments VBS.
Weitere Auskünfte erteilt Benno Winkler, Ressortleiter Fachgruppe Sicherheits- und Wehrtechnik, b.winkler@swissmem.ch, Tel. 044 384 48 64.
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