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«Energiestrategie 2050» gefährdet Wettbewerbsfähigkeit der Industrie

Das heute vorgeschlagene Massnahmenpaket zur Umsetzung der «Energiestrategie 2050» wird den Anforderungen der Industrie nicht gerecht. Mittelfristig drohen eine mangelnde Versorgungssicherheit und eine im Vergleich zum Ausland überproportionale Erhöhung der Strompreise. Damit beeinträchtigt die «Energiestrategie 2050» die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Schweiz.

Für die Unternehmen der Science Industries (Chemie Pharma Biotech) sowie der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie), welche zusammen über 12% des Schweizer Gesamtstromes beziehen, ist Elektrizität ein wichtiger Produktionsfaktor. Zusammen sind die beiden Industrien für 73% der Schweizer Güterexporte verantwortlich und tragen 14% zum BIP bei. Der harte Franken und der internationale Wettbewerb zwingen die Unternehmen schon seit Jahren aus wirtschaftlichen Gründen eigenverantwortlich auf umwelt- und ressourcenschonenden Technologien zu setzen. Die MEM-Industrie hat seit 1990 den Energiebedarf pro Jahr um durchschnittlich 3% gesenkt. Das ergibt im Vergleich zu 1990 eine Reduktion von 43.1% – und dies bei massiv erhöhter Wertschöpfung. Im Gleichschritt dazu senkte die MEM-Industrie den CO2-Ausstoss um 55%. Die Unternehmen von scienceindustries konnten bei einem jährlichen Produktionswachstum von rund 15% seit 1990 ihren Stromverbrauch praktisch stabil halten und gleichzeitig ihre CO2-Emissionen um über 12% senken.


Mit dem von Bundesrat und Parlament beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie fallen rund 40% der Schweizer Stromproduktion weg. Um die Versorgungssicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten, braucht es deshalb zwingend neue, adäquate Stromerzeugungsanlagen im Inland, ansonsten droht eine massive Erhöhung der Stromimporte. Zudem muss die Netzinfrastruktur erneuert und ausgebaut werden, weil die heutigen Netze einer vermehrten Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und einem zunehmenden Handel mit Strom nicht mehr gewachsen sind.

Swissmem und scienceindustries sind überzeugt, dass das vorgeschlagene Massnahmenpaket zur Umsetzung der «Energiestrategie 2050» diese Herausforderungen im beschriebenen Zeitraum nicht bewältigen kann. Nach Ansicht beider Verbände überschätzt der Bundesrat das zusätzliche Potenzial für Strom aus erneuerbaren Energien und die Energieeinsparungspotenziale gleichermassen. Erschwerend kommt hinzu, dass auch künftig viele Einsprachemöglichkeiten bestehen bleiben.

Forderungen an Bundesrat und Parlament
Swissmem und scienceindustries fordern vom Bundesrat und Parlament eine realistische und umsetzbare Gesamtenergiestrategie. Im Weiteren soll auf die Erhöhung der kostendeckenden Einspeisevergütung KEV sowie der CO2-Abgabe der Energiepreise verzichtet bzw. energieintensive Betriebe möglichst rasch vollständig von der KEV entlastet werden, ohne die restliche Industrie zusätzlich zu belasten.

Zürich, 28. September 2012


Weitere Auskünfte erteilen:

Jonas Lang   
Stv. Leiter Kommunikation Swissmem   
Tel.: +41 44 384 48 33

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Marcel Sennhauser

Leiter Kommunikation scienceindustries

Tel.: +41 44 368 17 44

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