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Grosses Interesse an Berufsreform

Die Reform der acht technischen MEM-Berufe – die unter dem Namen FUTUREMEM läuft – stösst in der Branche auf grosse Resonanz. Um die Verbundpartner auf den gleichen Informationsstand zu bringen, haben die Projektträger Ende November zu einer ersten nationalen Informationsveranstaltung geladen. Sobald das Vorticket für die Reform vom Bund genehmigt worden ist, starten die konkreten Entwicklungsarbeiten.

Die Berufsbildung ist ein zentraler Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Industrie. Nur gut ausgebildete Fachkräfte können die Chancen, welche der technologische Wandel bietet, gewinnbringend nutzen und die Zukunft aktiv mitgestalten.

Dieses Bewusstsein ist in der MEM-Branche traditionell stark verankert. Entsprechend gross war das Interesse an der ersten nationalen Informationsveranstaltung, welche einige Kernpunkte zur bevorstehenden Berufsreform aufzeigte.

Rund 200 Personen aus der Welt der Berufsbildung fanden sich Ende November an der gewerblich-industriellen Berufsfachschule in Solothurn ein, um einerseits ein gemeinsames Verständnis zu erlangen, wie das Projekt gemeinsam angepackt werden soll, und andererseits um offene Fragen zu klären.

Grundlagen für konkrete Neugestaltung geschaffen

Video Infoveranstaltung

In einem ersten Teil der Veranstaltung informierten die Projektverantwortlichen Arthur Glättli, Swissmem, und Roland Stoll, Swissmechanic, über die Ziele, die Organisation und den Ablauf der Reform. Die Veranstaltung wurde durch den Projektleiter Jörg Aebischer, eduxept, moderiert.  Präsentation (PDF)

Mit vereinten Kräften soll gemäss Projektvision die ganze Branche darauf hinarbeiten, dass die Schweizer MEM-Industrie national und global wettbewerbsfähig bleibt und die Unternehmen auch in Zukunft genügend Lernende mit den passenden Qualifikationen ausbilden.

Konkrete quantitative Zielsetzungen der Reform sind:

  • 18‘000 Lehrverhältnisse (Niveau 2009)
  • Ausbildungsquote von mindestens 6 % im Branchendurchschnitt (Niveau 2014)
  • Doppelt so hohe Frauenquote über alle Grundausbildungen

Qualitativ stehend die folgenden Ziele im Vordergrund:

  • Anpassung der Ausbildungen an die sich wandelnden:

             Technologische Entwicklungen
             (neue Fertigungsverfahren, Robotik, Vernetzung der Produktionsprozesse, Miniaturisierung etc.)

             Wirtschaftliche Entwicklungen
             (Strukturveränderungen, Internationalisierung, Mobilität etc.)

             ArbeitsmarktlicheVeränderungen
             (Immigration, Umschulung, Erwachsenenlehre etc.)

             Gesellschaftliche Veränderungen
             (Demographie, Akademisierung, Arbeitsmodelle, Nachfrage der MEM‐Berufe, Lernverhalten etc.) 

  • Verbesserung der Anschlussfähigkeit an die höhere Berufsbildung
  • Förderung der Attraktivität und des Image
  • Verbesserter Zugang von Jugendlichen und von Mädchen
  • Verbesserte Kooperation zwischen den drei Lernorten

Vorticket verabschiedet

Neben der Projektorganisation bildeten auch die Resultate der aktuellen Arbeitsmarkttrends und der Bildungsanalyse (Zukunftsanalyse) sowie die Berufsfeldanalyse einen umfassenden Teil der Präsentation. Diese Studien bilden eine wichtige Basis für die Reform und sind eine Voraussetzung für das Vorticket, welches das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) voraussichtlich Anfang 2020 genehmigen wird.

Die Projektträger gehen davon aus, dass das Vorticket Anfang 2020 vom Bund genehmigt wird. Unmittelbar nach der Freigabe werden die verschiedenen Arbeitsgruppen des Projekts konstituiert und beauftragt werden.

Eine Chance für die Industrie

Die Paneldiskussion, welche den zweiten Teil der Veranstaltung bildete, zeigte deutlich auf, dass die verschiedenen Verbundpartner motiviert sind, die Reform gemeinsam anzupacken und alle Partner einzubeziehen. Neben Arthur Glättli und Roland Stoll von den Trägerverbänden brachten Markus Mosimann, Leiter Berufsbildung Bobst, Hansrudolf Graf, Berufsgruppenleiter bei der Berufsfachschule Langenthal, und Thomas Roeskens, Leiter Kurszentrum Swissmechanic Zentralschweiz, und ihre spezifischen Sichtweisen ein.  

Verdeutlicht wurde während der Diskussion, dass, je nach Blickwinkel, verschiedenste Erwartungen an die Reform gestellt werden.

Auch wenn die Berufsfeldanalyse bereits einen Trend zur Modularisierung und Flexibilisierung aufgezeigt hat, so ist derzeit noch nicht definiert, in welcher Art dies realisiert werden soll. Gegenwärtig ist das Projektteam zusammen mit Bildungsspezialisten daran, Modifikationen des bestehenden Ausbildungsmodells auszuarbeiten und zu überlegen, wie die bereits jetzt aus verschiedenen Ausbildungseinheiten (Kompetenzen der Basis- und Schwerpunktausbildungen) bestehende Grundbildung noch etwas flexibler und gegebenenfalls in modularer Form weiterentwickelt werden kann.

Zusätzliche Umfrage bei den Verbundpartnern

Wichtigste Rahmenbedingungen sind die Bedürfnisse und Möglichkeiten der ausbildenden Betriebe aller Grössen, für welche der Hauptnutzen der Reform generiert werden soll. Die Reform muss aber auch für alle andern Bildungspartnern wie ÜK- und Ausbildungszentren sowie Berufsfachschulen Nutzen bringen und umsetzbar sein.

Um dies sicherzustellen, ist im 1. Quartal 2020 eine breit angelegte Umfrage bei allen Bildungspartnern geplant, bei welcher einerseits Vorschläge für die Weiterentwicklung des Ausbildungsmodells vernehmlasst werden und gleichzeitig von den Betrieben die für die Zukunft benötigten Kompetenzen ihrer Fachkräfte detailliert abgefragt werden.

Wie alle Parteien bekräftigten, soll die Berufsbildung der MEM-Branche an die aktuellen Anforderungen der Betriebe herangeführt werden und kooperativ nach Lösungen gesucht werden. Die nötige Offenheit und gemeinsame Arbeitskultur sind auf jeden Fall schon vorhanden, wie der Infoanlass gezeigt hat.

Weitere Veranstaltungen geplant

Die nächsten Veranstaltungen finden an folgenden Daten statt:

  • 14. Mai 2020              16:15-18:30 Uhr
  • 19. November 2020    16:15-18:30 Uhr

 

Allgemeine Informationen zur Reform: 

www.futuremem.swiss

 

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