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MEM-Industrie: Noch keine Erholung absehbar

Die schweizerische Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie sah sich im 3. Quartal des laufenden Jahres mit einer weiterhin schwierigen Marktlage konfrontiert. Sowohl die Umsätze (-24,4%) als auch die Aufträge (-18,5%) lagen deutlich unter den Niveaus des 3. Quartals des Vorjahres. Auch wenn sich über die vergangenen Monate eine Stabilisierung der Auftragslage auf tiefem Niveau allmählich abzuzeichnen scheint, bleiben die aktuellen Zukunftsaussichten doch ungewiss. Die Märkte werden von den Unternehmen leicht weniger negativ beurteilt, von einer raschen Erholung kann aufgrund der weltweit nach wie vor geringen Nachfrage jedoch nicht ausgegangen werden.

Das international schwierige Marktumfeld hat sich für die Unternehmen der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) auch im 3. Quartal des laufenden Jahres nicht spürbar aufgehellt. Die Umsätze lagen sowohl im Ausland (-26,0%) als auch im Inland (-18,4%) deutlich unter den Vorjahreswerten, was zu einer Umsatzminderung von insgesamt 24,4% führte. Beim Bestellungseingang wurde bei der Inlandnachfrage im 3. Quartal 2009 annähernd das Vorjahresniveau erreicht (-3,6%), bei der Auslandnachfrage musste erneut ein deutlicher Rückgang (-22,8%) verzeichnet werden.

In den letzten vier aufeinanderfolgenden Quartalen entwickelten sich sowohl die Auftragseingänge als auch die Umsätze gegenüber der Vorjahresperiode jeweils negativ. Dies führte im 9-Monatsvergleich zu einer entsprechend stark verminderten Ertragslage. Die Aufträge aus dem Ausland lagen in den ersten neun Monaten im Durchschnitt um 32,4% tiefer, jene aus dem Inland um 19,5%. Damit beliefen sich die Bestellungen auf ähnlichem Niveau wie im Krisenjahr 2003. Verglichen mit dem Jahr 2008 lagen die Umsätze des laufenden Jahres um ein Fünftel (-20,8%) niedriger, wobei im Inland (-17,6%) und Ausland (-21,7%) ähnlich hohe Einbussen verzeichnet werden mussten.

Abgeschwächte Exporte
Die Ausfuhren der MEM-Industrie während der ersten neun Monate des laufenden Jahres reduzierten sich gegenüber den Vorjahren deutlich. Mit einem Gesamtvolumen von CHF 46,7 Mrd. lagen sie im Vorjahresvergleich um 23,4% tiefer, wobei in alle Weltregionen weniger Waren geliefert werden konnten. Mit einem Minus von 14,9% im 9-Monatsvergleich waren die asiati-schen Märkte leicht weniger vom konjunkturellen Einbruch betroffen als die europäischen Märkte (-26,0%) sowie die USA (-22,3%).

Innerhalb der MEM-Industrie verlief die Entwicklung uneinheitlich. Vor allem die Bereiche Metallbau (-35,9%) und Maschinenbau (-27,6%) mussten in den ersten neun Monaten starke Rückgänge verzeichnen, während die Subbranchen Elektrotechnik/Elektronik (-19,2%) und Präzisionsinstrumente (-7,2%) einem etwas moderateren Negativtrend unterworfen waren. Die raschen Marktveränderungen, die in allen Weltregionen beinahe gleichzeitig eingetreten sind, haben sich in einer tiefen Kapazitätsauslastung niedergeschlagen. Im 3. Quartal 2009 lag sie mit 76,4% rund 10 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt.

Per Ende Juni 2009 zählte die MEM-Industrie 338'355 Vollzeitbeschäftigte. Von den gut 50'000 Vollzeitstellen, welche die Industrie in den vergangenen fünf Jahren geschaffen hatte, mussten unterdessen rund 17'000 Vollzeitstellen abgebaut werden.

Weiterhin gedämpfte Marktaussichten
Trotz vereinzelter Anzeichen für eine Erholung der Weltwirtschaft schätzen die 290 Meldefirmen die Marktlage als nach wie vor schwierig ein. Eine Grosszahl der Unternehmen (45%) geht davon aus, dass sich die Auftragsla-ge in den kommenden Monaten kaum verbessert und sich in etwa auf dem jetzigen Niveau bewegen wird. Die Anzahl der Nennungen, die von einer weiteren Verschlechterung der internationalen Nachfrage ausgehen, hat sich zwar von 35 auf 17% reduziert, in den meisten Regionen wird jedoch nur mit einer sehr moderaten Erholung gerechnet.
Positive Impulse für eine verbesserte Nachfrage werden am ehesten aus den asiatischen Märkten erwartet. Aufgrund der zögerlichen privaten Investitions-bereitschaft und dem Auslaufen von staatlichen Konjunkturprogrammen darf gemäss Einschätzung der Unternehmen der MEM-Industrie jedoch von  keiner raschen Erholung ausgegangen werden.

Keine zusätzliche Vernichtung von Arbeitsplätzen
Wirtschaftliche und arbeitsplatzpolitische Überlegungen stehen denn auch im Vordergrund, weshalb Swissmem sich mit Entschiedenheit für die Ablehnung der Initiative «Für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten» einsetzt. Eine Annahme hätte fatale Auswirkungen auf den Werkplatz Schweiz. Nachdem bereits 17'000 Arbeitsplätze abgebaut wurden, werden durch die GSoA-Initiative zusätzlich bis 10'000 Stellen gefährdet.

Zürich, 11. November 2009

Weitere Auskünfte erteilen:
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