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NEIN zur Vollgeld-Initiative

Worum geht es?

Die Volksinitiative «Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank! (Vollgeld-Initiative)» fordert eine tiefgreifende und radikale Umgestaltung der Währungsordnung der Schweiz. Den Banken soll die Schaffung von Buchgeld untersagt werden.

 

Was heisst das genau?

Im heutigen System existieren zwei Arten von «Geld»: Notenbankgeld der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sowie Buchgeld der Geschäftsbanken. Die SNB schafft Notenbankgeld, die Geschäftsbanken «elektronisches» Geld auf Bankkonten (sogenanntes Buchgeld).

 

Letzteres geschieht durch die Kreditvergabe, indem Geschäftsbanken den Kreditnehmern die gewährten Beträge auf deren Konto gutschreiben. Dadurch steigt die Geldmenge an: Die Kreditnehmer, zum Beispiel Unternehmen, welche investieren und damit Arbeitsplätze schaffen, verfügen über die benötigten Mittel.

 

Die Initiative fordert nun, dass die Banken kein Buchgeld mehr schaffen dürfen. Elektronisches Geld soll in Zukunft genauso wie Münzen und Noten zu 100 Prozent durch die SNB abgesichert sein.

 

Zudem verlangt die Initiative eine Umstellung der Geldpolitik. Neu soll die SNB «schuldfrei» Geld schaffen und damit dem Bund, den Kantonen oder den Bürgerinnen und Bürgern Geld direkt transferieren, ohne im Gegenzug dafür wie heute Vermögenswerte wie Devisen, Gold oder Wertpapiere zu erwerben.

 

Warum ist Swissmem gegen die Vollgeld-Initiative?

  • Kein Land kennt bis anhin ein Vollgeld-System, so dass die Schweiz ein Hochrisiko-Experiment eingehen würde. In der geltenden Währungsordnung geht die Schaffung von Geld typischerweise mit einer Kreditvergabe (Investitionskredite und Hypotheken) einher. Für die Volkswirtschaft und die Investitionstätigkeit in der Schweiz hat diese eine hohe Bedeutung. Die negativen Auswirkungen der Initiative wären eine Kreditverknappung und im Resultat höhere Kreditkosten.
  • Zudem würden die Gebühren der Banken für die Kontoführung und den Zahlungsverkehr für Unternehmen und Privatpersonen massiv steigen, da ihre Einnahmen über die Kreditvergabe zurückgehen. Für die Unternehmen, welche in der Schweiz investieren und Arbeitsplätze schaffen wollen, würden die Kapitalkosten in die Höhe getrieben. Eine Abnahme ihrer Wettbewerbsfähigkeit wäre die Folge.
  • Das Versprechen der Initiative, künftige Finanzkrisen und Bankenpleiten zu verhindern, kann nicht eingelöst werden. Die Initiative adressiert lediglich das «Liquiditätsproblem» von Banken, Finanzkrisen haben ihre Ursachen jedoch im «Solvenzproblem» von Banken. Dazu ist eine strenge Bankenregulierung nötig, welche die Schweiz Schritt für Schritt umgesetzt hat. Da überdies Einlagen bis 100‘000 Franken durch den Einlegerschutz gesetzlich garantiert sind, leistet die Vollgeldinitiative keinen zusätzlichen Beitrag zu einer höheren Stabilität des Bankensystems.
  • Die Initiative verlangt, dass die Nationalbank neues Geld ohne Gegenwert in Umlauf bringt, indem sie es schlicht und einfach an den Bund, die Kantone und direkt an die Privathaushalte verschenkt. Damit wird die Unabhängigkeit der Nationalbank aufs Spiel gesetzt und eine auf Preisstabilität ausgerichtete Geldpolitik verunmöglicht.

Aus diesen Gründen empfiehlt Swissmem, die Vollgeld-Initiative am

10. Juni 2018 abzulehnen.

 

Weitere Informationen:

https://vollgeldinitiative-nein.ch

Kontakt

Ivo Zimmermann

Leiter Kommunikation

 

Telefon +41 44 384 48 50

Mobile +41 79 580 04 84

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