Mittagstische «Quick learnings»

Keine Altersguillotine bei WEIDMANN Electrical Technology AG

18.01.17
Von: Jan Krejci, Ressortleiter Arbeitgeberpolitik

Der demografische Wandel wird den Fachkräftemangel verschärfen. Um dennoch über ausreichend Fachkräfte zu verfügen, setzt WEIDMANN Electrical Technology AG konsequent und altersunabhängig auf die Weiterentwicklung seiner Belegschaft.

WEIDMANN Electrical Technology AG ist ein führendes Unternehmen auf dem Gebiet von Elektroisolation für Transformatoren. Insbesondere die Entwicklung und Herstellung von massgeschneiderten Lösungen für Hochtemperaturanwendungen und zellulosebasierten Isolationssystemen gehören zur Kernkompetenz des Unternehmens. Es wurde 1877 von Heinrich Weidmann am Standort Rapperswil gegründet und beschäftigt heute weltweit rund 3000 Mitarbeitende.

 

Der Erhalt der geistigen und körperlichen Fitness und die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden ist WEIDMANN ein grosses Anliegen und erfolgt altersunabhängig. Vielmehr macht gerade der Mix zwischen Jung und Alt die Weiterbildungen sehr erfolgreich. «Es ist von Vorteil, wenn in einem Seminar ältere und jüngere Mitarbeitende teilnehmen. So können beide Seiten von den jeweiligen Stärken des anderen profitieren. Die jüngeren Mitarbeitenden bringen vor allem aktuelles Wissen ein und die älteren ihre wertvolle Erfahrung», erklärt Hansjürg Tschümperlin, Head of Human Resources und unter anderem zuständig für ältere Mitarbeitende bei WEIDMANN Electrical Technologie AG.

 

In einem international aufgestellten Unternehmen ist die Kommunikation untereinander und das Beherrschen von Fremdsprachen ein zentraler und erfolgsrelevanter Punkt. Deshalb bietet WEIDMANN seinen Mitarbeitenden ohne Altersguillotine kostenlose Französisch- und Englischkurse an. Einzige Voraussetzung ist, dass die Teilnehmenden am Ende eine Prüfung ablegen. Generell stehen sämtliche Weiterbildungsmöglichkeiten auch den älteren Mitarbeitenden offen, führt Hansjürg Tschümperlin weiter aus. Dies ist nicht nur eine Farce, sondern gelebter Alltag bei WEIDMANN, wie ein Blick auf den aktuell durchgeführten Leadership-Kurs «Praxisorientiertes Führen» für Industriemeister zeigt. Die Teilnehmenden sind vorwiegend älteren Semesters.

 

Auch dem Wissenserhalt und -transfer wird bei WEIDMANN eine hohe Beachtung geschenkt. Unter anderem steht das Unternehmen Fach- und Bogenkarrieren offen gegenüber und fördert solche. Ein Kadermitarbeitender kann so entlastet werden. Gleichzeitig kann er sein Wissen im Unternehmen weitergeben und bleibt dadurch eine wertvolle und geschätzte Ansprechperson. Überhaupt ist auf die älteren Mitarbeitenden Verlass und wird auf sie gesetzt. So kennt das Unternehmen ein sogenanntes «Götti»-Prinzip, wo erfahrene Mitarbeitende Neueintretenden während einem halben bis ganzen Jahr unterstützend und beratend zur Seite stehen.

 

Vorausschauend wird bei WEIDMANN anlässlich des jährlichen Mitarbeitergesprächs regelmässig eine Standortbestimmung gemacht. Ab fünfzig Jahren wird systematisch die Weiterbeschäftigung über das Rentenalter thematisiert. «Es ist wichtig, dass dieser Prozess rechtzeitig angestossen wird. Zu einem späteren Zeitpunkt hat sich der Mitarbeitende längst entschieden und plant bereits den Ruhestand», erklärt Hansjürg Tschümperlin. Gemäss einschlägigen Studien ist erwiesen, dass zahlreiche ältere Mitarbeitende bei entsprechender Wertschätzung und Flexibilität gerne länger arbeiten würden. WEIDMANN trägt diesem Umstand Rechnung und bietet bereits ab 58 Jahren, Altersteilzeit mit einer lukrativen Pensionskassenlösung an, bei der das ursprüngliche Gehalt teilweise oder ganz versichert bleibt. Ab 65 werden diese Mitarbeitende «Greenteam-Member» genannt; sie haben dann oft noch projektmässige Aufgaben oder wirken beratend mit. Ausserdem wurde das Pensionskassenreglement dahingehend angepasst, dass Mitarbeitende heute den Zeitpunkt der Pensionierung flexibel zwischen 58 und 70 frei wählen können.

 

Zuletzt verweist Hansjürg Tschümperlin auf eine firmenspezifische Spezialität hin: «Wir bieten Jung und Alt an organisierten Mittagstischen sogenannte «Quick learnings» an. Bei diesem Wissensaustausch können den Mitarbeitenden ihre Erfahrungen einem grösseren Plenum schildern. Das Themengebiet wird nicht vorgegeben. Es kann zum Beispiel die Entscheidungsmethode «Srum», hilfreiche Excel Tipps, die Handhabung eines Defibrillators oder Ausführungen zum Projektmanagement sein. Vor dem Hintergrund, dass das Publikum gemischt und auch aus Produktionsmitarbeitenden zusammensetzt ist, ist das eine wunderbare Entwicklung!»

 

Weitere Ideen und Anregungen, wie das Arbeitskräftepotential älterer Mitarbeitender genutzt werden kann, finden Mitgliedfirmen auf unserem elektronischen Nachschlagewerk PowerMEM© (zugänglich via www.swissmem.ch -> Extranet). Dort gibt es verschiedene Konzepte und Best Practice Beispiele zu den Themen Arbeit, Grundhaltung, Gesundheit und Wissen, welche helfen, konkrete Massnahmen in den Unternehmungen zum Erhalt ihrer Fachkräfte umzusetzen.

 

 

 


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Bereichsleiterin Arbeitgeberpolitik

 

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