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Die Schweiz und ihre Nachbarregionen

Von: Gabriela Schreiber, Ressortleiterin Kommunikation

27.06.19

Geografische Nähe macht in wirtschaftlichen Beziehungen vieles einfacher. Auch die sprachlichen, kulturellen und politischen Gemeinsamkeiten erleichtern den grenzüberschreitenden Geschäftsumgang. Dass die Schweizer MEM-Industrie stark mit den Nachbarregionen verflochten ist, erstaunt also nicht. Doch wie sieht das in Zahlen und Fakten aus? Swissmem hat beim BAK Economics eine Studie in Auftrag gegeben.

Ein Vergleich: Die USA und China repräsentieren die grössten Volkswirtschaften der Welt und zählen zusammen 1,7 Milliarden Einwohner. Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) exportierte letztes Jahr Güter im Wert von 13,7 Milliarden Schweizer Franken in diese beiden Länder. Die Gesamtbevölkerung der unmittelbaren Nachbarregionen zählt 44 Millionen Menschen; das sind gerade mal 2,5 Prozent der Einwohnerzahl von China und den USA. Die Exporte hingegen erreichten 2018 auch hier einen Wert von 13,4 Milliarden Franken – liegen also auf gleicher Höhe. Der grösste Anteil daran entfällt auf die deutschen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern.

 

Intensive Güterströme in beide Richtungen

 

Die Nachbarregionen sind aber nicht nur wichtige Abnehmer von Schweizer Produkten, sie spielen auch eine zentrale Rolle als Beschaffungsmarkt. Rund ein Viertel der Importe tätigt die Schweizer MEM-Industrie in den angrenzenden Ländern. Diese Intensität an Güterströmen in beide Richtungen ist ein besonderes Merkmal der Branche; die Nachbarregionen sind für sie von deutlich grösserer Bedeutung als für die Schweizer Gesamtwirtschaft.

 

Verflechtungen auf institutioneller Ebene und im Produktionsbereich

 

Die Schweizer MEM-Branche ist bekanntlich sehr stark international ausgerichtet. Sie beschäftigt ausserhalb der Schweiz über 500'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, also deutlich mehr als hierzulande. Jedes zweite Unternehmen, das eine Betriebsstätte im Ausland führt, verfügt auch über einen eigenen Betrieb in den unmittelbaren Nachbarregionen. Diese Betriebsstätten sowie auch Drittunternehmen sind oftmals eng in die Wertschöpfungsketten der Schweizer MEM-Unternehmen integriert. Das zeigt sich darin, dass Zwischenprodukte im Herstellungsprozess bei rund einem Drittel der Betriebe mindestens einmal über die Grenze und wieder zurück transportiert werden, bis das Endprodukt fertiggestellt ist.

 

Kooperationen in Forschung und Entwicklung

 

Die Zusammenarbeit beschränkt sich aber nicht nur auf die Produktion und Wertschöpfungsketten. Auch für den Wissensaustausch sind die angrenzenden Regionen von Bedeutung. Rund 40 Prozent der MEM-Unternehmen betreiben grenzüberschreitende Forschungs- und Entwicklungskooperationen, mehr als die Hälfte davon pflegt eine solche Zusammenarbeit mit einem Unternehmen in den Nachbarregionen. Das von der EU finanzierte Forschungsprogramm «Horizon 2020» ist ein wichtiger Impulsgeber für Know-how-Transfer und Innovationsaktivitäten. Bei rund 60 Prozent der Projekte, in die MEM-Firmen involviert sind, ist auch mindestens eine Partnerinstitution aus den Nachbarregionen beteiligt.

 

Sicherung der bilateralen Verträge

 

Die Analyse der vielfältigen Beziehungen zu den angrenzenden Regionen legt nahe, dass die MEM-Industrie in besonderem Masse von den bilateralen Verträgen profitiert. Die explizite Befragung in der Studie des BAK economics ergab denn auch, dass 88 Prozent der Swissmem Mitgliedfirmen diese für wichtig, sehr wichtig oder gar unverzichtbar halten. Insbesondere den Abkommen zu den Technischen Handelshemmnissen und der Personenfreizügigkeit, gefolgt von der Forschungszusammenarbeit wird grosse Bedeutung beigemessen.

 

Studie von BAK Economics

 

Die Studie zur Bedeutung der EU-Nachbarregionen für die Schweizer MEM-Industrie wurde vom BAK Economics im Auftrag von Swissmem durchgeführt. Sie analysiert die grenzüberschreitende Vernetzung der Branche anhand der vier Aspekte betriebliche Verflechtung, Waren-, Personen- sowie Wissensfluss.

 

Vollständige Studie (aktuell nur auf Deutsch)


Kontakt

Ivo Zimmermann

Leiter Kommunikation

 

Telefon +41 44 384 48 50

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