MEM-Industrie: Abnehmende Wachstumsdynamik :: Swissmem - Der Werk- und Denkplatz Schweiz

MEM-Industrie: Abnehmende Wachstumsdynamik

20.11.18

Die Lage in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) ist nach wie vor erfreulich. In den ersten neun Monaten erhöhten sich die Umsätze in der MEM-Branche im Vergleich zur Vorjahresperiode um +13,6 Prozent und die Auftragseingänge um +13,1 Prozent. Auch die Exporte entwickelten sich in allen Absatzregionen positiv und stiegen um +6,1 Prozent. Allerdings reduzierten sich im dritten Quartal die Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahresquartal um -6,0 Prozent, blieben aber auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Aufgrund der leichten Abkühlung der Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten der MEM-Industrie rechnet Swissmem in den nächsten Monaten mit einer Abflachung der Geschäftsentwicklung.

Auftragseingang der MEM-Industrie (Basis: 1.Q. 2001 = 100)

Die Umsätze der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) stiegen im dritten Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahresquartal um +8,5 Prozent. Betrachtet man die ersten neun Monate als Ganzes erhöhten sich die Umsätze in der MEM-Branche im Vergleich zum Vorjahr um +13,6 Prozent. Davon profitierten Grossfirmen und KMU gleichermassen. Auch die Auftragseingänge legten im Zeitraum von Januar bis September 2018 im Vergleich zum Vorjahr um +13,1 Prozent zu. Allerdings kam es im dritten Quartal zu einem Bruch in der Wachstumsdynamik. Verglichen mit dem Vorjahresquartal sanken die Auftragseingänge um -6,0 Prozent.

Die Kapazitätsauslastung in den MEM-Betrieben lag im dritten Quartal 2018 mit 91,2 Prozent deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 86,4 Prozent. Im Oktober 2018 blieb sie gemäss den jüngsten Zahlen des KOF mit 92,1 Prozent praktisch unverändert. Die gute Geschäftsentwicklung in der MEM-Branche wirkt sich auch auf die Beschäftigung aus. Die Anzahl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stieg im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 5‘300 auf 317‘500 Mitarbeitende an.

Exporte: Wachstum in allen Absatzregionen

Die Güterexporte der MEM-Industrie stiegen gemäss den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung in den ersten neun Monaten 2018 im Vergleich zur Vorjahresperiode um +6,1 Prozent und erreichten einen Warenwert von 51,7 Milliarden Franken. Die Exporte wuchsen in allen wichtigen Absatzregionen. Besonders erfreulich entwickelten sich die Güterausfuhren in die USA (+10,8%) und in die EU (+6,9%). Auch die Exporte nach Asien zogen leicht an (+0,9%). Betrachtet man die einzelnen Produktbereiche, so erhöhten sich die Ausfuhren bei den Metallen um +8,9 Prozent, bei den Präzisionsinstrumenten um +8,1 Prozent, im Maschinenbau um +6,3 Prozent und bei der Elektrotechnik/Elektronik um +6,1 Prozent. Wenn man das dritte Quartal 2018 isoliert betrachtet, ist aber auch bei den Exporten eine Abnahme der Wachstumsdynamik erkennbar.

Abflachung der Geschäftsentwicklung wahrscheinlich

Die Lage in der Schweizer MEM-Industrie ist nach wie vor erfreulich. Zwar sind die Auftragseingänge im dritten Quartal 2018 im Vergleich zur Vorjahresperiode leicht gesunken. Der Blick auf den Indexstand der Bestellungseingänge zeigt jedoch, dass sie sich noch immer auf einem vergleichsweise hohen Niveau bewegen. Mit Ausnahme der USA deutet die Konjunkturentwicklung in den wichtigsten Absatzmärkten allerdings auf eine Abschwächung der Wachstumsdynamik hin. Entsprechend stuft Swissmem-Präsident Hans Hess die aktuelle Situation ein: «Die Geschäftsentwicklung in der MEM-Industrie ist zwar solide. Ich gehe aber davon aus, dass es in den nächsten Monaten aufgrund der Konjunkturentwicklung zu einer Abflachung kommen wird». Diese Einschätzung deckt sich auch mit den Erwartungen der Unternehmer und Unternehmerinnen der MEM-Branche. Gemäss der Swissmem-Befragung vom Oktober 2018 gehen 49 Prozent der Betriebe in den kommenden 12 Monaten von einem konstanten Auftragseingang aus dem Ausland aus. Immerhin 30 Prozent rechnen mit steigenden Aufträgen. Allerdings stieg der Anteil jener, die einen Rückgang der Bestellungen erwarten, von zuletzt 13 auf neu 21 Prozent an. 

Nein zur Selbstbestimmungs-Initiative


Am 25. November 2018 entscheidet das Volk über die Selbstbestimmungs-Initiative (SBI). Diese ist für die MEM-Industrie relevant, weil sie zahlreiche internationale Verträge gefährdet, die den einfachen Zugang zu wichtigen Absatzmärkten garantieren. «Für mich ist es selbstverständlich, dass ich mich an Verträge halte. Dasselbe erwarte ich von allen anderen Akteuren, sei es ein Geschäftspartner oder ein Staat», sagt Hans Hess. Mit dieser Selbstverständlichkeit wolle die SVP mit der SBI-Initiative brechen. «Das kann sich die Schweiz als Rechtsstaat und Exportnation nicht leisten», betont Hans Hess. Entsprechend hat der Swissmem-Vorstand zur SBI die Nein-Parole beschlossen.  

 

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