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Der Lehrplan 21 ist auf der Zielgeraden

Von: René Will, Ressortleiter Bildung

21.02.18

Alle Kantone haben ihn beschlossen und in 11 Kantonen wird schon nach ihm unterrichtet. Man darf sich zwar freuen, sollte aber noch nicht jubeln. Die Kantone Bern und Zürich stimmen im März über Volksinitiativen ab, die den Lehrplan 21 indirekt verhindern wollen.

Der Lehrplan 21 hat bis jetzt alle gegen ihn geführten Abstimmungen überstanden. Das ist sehr erfreulich. Doch erst, wenn er in allen 21 deutschsprachigen Kantonen angekommen ist, wird die erwünschte Harmonisierung auch endlich Tatsache werden. Am ersten Wochenende im März kommt es nun in den Kantonen Zürich und in Bern zu Abstimmungen über den Lehrplan 21; die letzte wird dann in Graubünden sein. Bereits in 18 Kantonen haben die sieben wichtigsten Argumente eine Mehrheit gefunden:

 

1. Der Lehrplan 21 führt vom Wissen über das Können zu Kompetenzen

In unserer Berufsbildung hat die Kompetenzorientierung bereits eine längere Tradition. Volksschule und Berufsbildung werden kompatibler.

 

2. Der Lehrplan 21 ermöglicht die von Gesellschaft und Wirtschaft geforderte Mobilität

Gerade Eltern werden durch viele unterschiedliche Schulsysteme behindert. Der Lehrplan 21 baut dieses Hindernis ab.

 

3. Der Lehrplan 21 gibt einer leistungsstarken Schule einen zeitgemässen Auftrag

Der Lehrplan 21 berücksichtigt neben gesellschaftlichen auch gleichermassen wirtschaftliche Anliegen. Das stärkt die Leistungsfähigkeit der Schule und dient der Wirtschaft.

 

4. Der Lehrplan 21 klärt den Übergang von der Volksschule in die nächste Stufe

Lehrbetriebe sind auf Lernende aus verschiedenen Kantonen angewiesen. Unterschiedliche Lehrpläne erschweren diese erheblich. Mit einem Lehrplan 21 für alle Kantone fällt dieses Hindernis weg.

 

5. Der Lehrplan 21 fördert die Berufliche Orientierung

Unnötige, teure und frustrierende Irrwege wie Schulwechsel oder Lehrabbrüche müssen minimiert werden. Der Lehrplan 21 ermöglicht eine solide Berufliche Orientierung in den Volksschulen aller Kantonen.

 

6. Der Lehrplan 21 stärkt die MINT-Fächer

Der Lehrplan 21 ist aus einem Guss. Gerade die naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen und damit auch die Wirtschaft profitieren davon.

 

7. Der Lehrplan 21 vereinfacht die Zusammenarbeit der Kantone und schafft Synergien

Mit einem Lehrplan für 21 Kantone wird die interkantonale Zusammenarbeit verbessert, das spart Zeit und Geld.

 

Der Lehrplan 21 ist auf der Zielgeraden, aber noch nicht am Ziel. In der Hälfte der Kantone wird bereits nach ihm unterrichtet. Die von den Gegnern prophezeiten Befürchtungen, er sei überfordernd oder zu kompliziert, sind ausgeblieben. In den Schulen wird der Lehrplan 21 heute mit Augenmass angewendet. Die anlaufende Harmonisierung der schweizerischen Volksschule erfolgt unaufgeregt und in aller Ruhe. Die letzten drei Volksabstimmungen dürfen daran nun nichts mehr ändern!

 

Den Initianten zu den Volksinitiativen «Lehrpläne vors Volk» geht es nicht um demokratisches Mitspracherecht sondern um die Verhinderung des Lehrplans 21. Deshalb gilt in Bern und Zürich: NEIN zur Volksinitiative «Lehrplan vors Volk».