Detailliertes Arztzeugnis und REP (Ressourcenorientiertes Eingliederungsprofil) :: Swissmem - Der Werk- und Denkplatz Schweiz

Detailliertes Arztzeugnis und REP (Ressourcenorientiertes Eingliederungsprofil)

Von: Claudio Haufgartner, Ressortleiter Arbeitgeberpolitik

27.06.19

Insbesondere mit Langzeitabsenzen werden die Personalabteilungen vieler Unternehmen immer wieder vor grosse Herausforderungen gestellt. Eine besonders schwierige Hürde ist die reibungsfreie Kommunikation zwischen dem krankgeschriebenen Mitarbeiter, dem behandelnden Arzt, dem Arbeitgeber und der Versicherung. In der Praxis gibt es hierzu Instrumente, welche den Arbeitgeber unterstützen, diese Situationen zu meistern.

Wenn man auf die Beratungstätigkeit von Swissmem schaut, stellt man festdrehen sich sehr viele Fragen um das Thema krankheits- respektive gesundheitsbedingte Absenzen. Insbesondere bei Langzeitabsenzen sehen sich die Personalabteilungen vieler Unternehmen immer wieder vor grosse Herausforderungen gestellt. Eine besonders schwierige Hürde ist die reibungsfreie Kommunikation zwischen dem krankgeschriebenen Mitarbeiter, dem behandelnden Arzt, dem Arbeitgeber und der Versicherung. Oftmals verfügt der Arbeitgeber nur über das «klassische Arztzeugnis», welches ihm kaum weiterhilft, wenn es darum geht, genaueres über die Abwesenheit und eine mögliche Rückkehr des Arbeitnehmers zu erfahren. In dieser Situation greifen Unternehmen zu einem der wenigen ihnen zur Verfügung stehenden Mittel und ziehen einen Vertrauensarzt bei. Doch auch dieser Weg führt nicht immer zum Ziel.

 

Detailliertes Arztzeugnis auf Basis des Arbeitsbeschriebs…

 

In der Praxis kann der Arbeitgeber aus einem «klassischen» Arztzeugnis, das nur die Dauer der Arbeitsunfähigkeit festhält, keine verwertbaren Informationen herauslesen, welche ihm helfen abzuschätzen, wann der Arbeitnehmer wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren kann oder ob es ihm möglich wäre, zumindest gewisse Arbeiten zu erledigen. Gerade dies wäre jedoch bei einer längeren Arbeitsunfähigkeit für den Arbeitnehmer wie auch für den Arbeitgeber wichtig, um zumindest eine schrittweise Re-Integration zu bewerkstelligen. In solchen Fällen können Arbeitgeber ein detailliertes Arztzeugnis verlangen. Hierzu erstellt der Arbeitgeber einen Arbeitsplatzbeschrieb und lässt diesen über den Mitarbeitenden dem behandelnden Arzt zukommen. Dies erlaubt dem Arzt festzuhalten, welche Tätigkeiten bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit verrichtet werden können und ob der Arbeitnehmer ferienfähig ist. Weigert sich ein Arbeitnehmer, ein detailliertes Arztzeugnis beizubringen, riskiert er, die Folgen der Beweislosigkeit für seine unverschuldete Arbeitsunfähigkeit tragen zu müssen.

 

…und REP als Instrumente für die Förderung der Rückkehr an den Arbeitsplatz

 

Neben diesem qualifizierten Arztzeugnis steht dem Arbeitgeber ein weiteres Instrument zur Verfügung, nämlich das sog. REP (Ressourcenorientiertes Eingliederungsprofil) von Compasso. Dabei handelt es sich um ein Instrument für die berufliche Eingliederung. Das REP kann sehr einfach und rasch online erstellt werden. Der Arbeitgeber erstellt vorzugsweise zusammen mit dem Arbeitnehmer ein Profil, welches den Arbeitsplatz und die damit verbundenen Tätigkeiten und Anforderungen detailliert erfasst. Dies erlaubt eine genauere Beurteilung der Einsatzfähigkeit des Arbeitnehmers und ermöglicht die Erarbeitung eines konkreten Rückkehrplans an den Arbeitsplatz.

 

Ziel und Zweck des REP ist es, das Ausmass der eventuell noch bestehenden Arbeitsfähigkeit des Arbeitnehmers besser beurteilen zu können und dem Arbeitgeber so die Möglichkeit zu geben, die Rückkehr des Mitarbeitenden nach einer längeren Erkrankung oder nach einem Unfall besser planen und damit diesen auch im Betrieb weiter beschäftigen zu können. Es ist im Interesse aller Beteiligten, erkrankte Arbeitnehmer unter Berücksichtigung der jeweiligen individuellen Situation an den Arbeitsplatz zurückzuführen. Je früher dies geschehen kann, desto höher sind die Chancen einer erfolgreichen Re-Integration nach einer längeren Arbeitsunfähigkeit.

 

Die Ausrichtung der beiden hier dargestellten Instrumente ist sehr ähnlich, wobei das REP in erster Linie den Schwerpunkt auf die Re-Integration legt.

 

Wird ein Unternehmen in der Praxis mit schwierigen Fällen von Arbeitsunfähigkeit konfrontiert, stellen diese beiden Instrumente valable Möglichkeiten dar, die ins Stocken geratene Kommunikation wieder zu beleben und Lösungsvarianten im Interesse aller Beteiligten aufzuzeigen.

 

Formulare und Anleitungen

 

Sie finden die entsprechenden Anleitungen, Formulare und Unterlagen für das REP wie auch für detaillierte Arztzeugnisse unter den folgenden links:

 

https://www.compasso.ch/absenzen.htm

https://www.swiss-insurance-medicine.ch/de/Arbeitsunf%C3%A4higkeitszeugnisse.html

https://www.compasso.ch/de/eingliederungsprofil.htm

www.aerzte-zh.ch/Information/Detailliertes Arztzeugnis

  

Für weitere Fragen steht den Mitgliedfirmen von Swissmem Claudio Haufgartner, Ressortleiter Bereich Arbeitgeberpolitik (044 384 42 26 oder c.haufgartneranti spam bot@swissmemanti spam bot.ch) gerne zur Verfügung.