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Enics setzt altersunabhängig auf gute Fachkräfte

Von: Jan Krejci

06.09.17

Das in der Industrie-Elektronik und Medizinaltechnik tätige internationale Unternehmen begegnet dem Fachkräftebedarf und den wirtschaftlichen Herausforderungen mit einer umfangreichen Palette von Massnahmen. So werden unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle und unterschiedliche Karrierewege angeboten. Zudem fokussiert die Firma auf einen guten Altersmix in den einzelnen Teams.

Enics Schweiz erbringt mit 140 Mitarbeitenden Dienstleistungen für den Entwicklungssupport, die Produktion und die Betreuung des Life Cycle Managements für Industrie- und Medizinal-Elektronik. Das Unternehmen ist Teil der Enics-Gruppe, die zehn Werke in Europa und Asien betreibt. Volumenverlagerungen von Kunden nach Asien und Osteuropa führten in den letzten Jahren zu sinkenden Umsätzen in der Schweiz. Dazu kamen ein erhöhter Margendruck sowie der starke Schweizer Franken, die auch die Enics Schweiz bis Anfang 2017 zu einer schmerzhaften Restrukturierung vorwiegend im administrativen Bereich zwangen.

 

Profil wichtiger als Alter

 

Nichtsdestotrotz legt die Firma grossen Wert auf attraktive Arbeitsbedingungen. Diese sind im Wettbewerb um gute Fachkräfte auch notwendig. Für die anspruchsvollen und komplexen Arbeitsabläufe ist Enics Schweiz auf Mitarbeitende mit vertieftem elektronischem Fachwissen und grosser Erfahrung angewiesen. Gemäss Sabine Wiederkehr, Personalleiterin von Enics Schweiz, ist es heute aber nicht ganz einfach, solche Fachkräfte zu finden. Und so hält sie fest, dass bei der Rekrutierung das Profil, das eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter mitbringt, viel entscheidender ist als das Alter. Zwei aktuelle Bespiele zeigen, dass dies nicht nur leere Worte sind.

 

Kürzlich wurde ein 58jähriger Elektroniker als Nachfolger eines jüngeren Mitarbeitenden eingestellt, weil das Profil passte und die Erfahrung sowie die Qualifikation des Mitarbeitenden überzeugten. Auch für die Besetzung der Position des Leiters Einkauf war die Berufs- und Führungserfahrung wichtiger als das Alter. Und so fand der Ü-50er bei Enics Schweiz eine neue Anstellung.

 

Pool von pensionierten Mitarbeitenden

 

Ausserdem hat die Firma einen Pool von pensionierten Mitarbeitenden aufgebaut. Die ehemaligen Mitarbeitenden helfen bei Spitzen mit, die Aufträge in der Produktion abzuarbeiten. So kann das Unternehmen weiterhin von deren jahrelanger, wertvoller Erfahrung profitieren.

 

Zudem hat Enics Schweiz eine sogenannte «X-Schicht» eingeführt. Die am Nachmittag startende und bis in den Abend hineingehende Schicht in der Produktion und Logistik ist offen für alle Personenkreise, welche etwas dazuverdienen möchten, zum Beispiel Studenten, Hausfrauen, aber auch pensionierte ehemalige Mitarbeitende.

 

Im Weiteren bietet das Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle an. Demnach können die Arbeitspensen den individuellen Bedürfnissen angepasst werden, soweit sich diese mit den Firmeninteressen in Einklang bringen lassen. Eine Reduktion der Arbeitszeit kann zum Beispiel für die berufsbegleitende Weiterbildung oder die stufenweise Vorbereitung auf die Pensionierung genutzt werden. Auch Homeoffice sei nach Absprache mit den Vorgesetzten möglich, betont Sabine Wiederkehr.

 

Bogenkarriere und altersdurchmischte Teams

 

Die Firma zeigt sich auch offen für eine Bogenkarriere ihrer Mitarbeitenden. So kann eine Führungskraft die personelle Führungsverantwortung abgeben und das Team oder die Abteilung trotzdem weiterhin mit ihrem Fachwissen unterstützen. Der Arbeitnehmer wird dadurch entlastet, bleibt aber durch die Weitergabe seines Wissens weiterhin gefragt und wertvoll.

 

Ausserdem versucht Enics Schweiz konsequent auf altersdurchmischte Teams zu setzen. Das hat den Vorteil, dass die jüngeren Mitarbeitenden von der Erfahrung der älteren profitieren können und umgekehrt aktuelles und neues Wissen in das Unternehmen fliesst. Mit dieser Massnahme kann zudem das Risiko von profitreduzierenden Wissenslücken beim Ausscheiden eines Arbeitnehmers minimiert werden. Unter anderem deshalb investiert Enics Schweiz auch nach wie vor in die Ausbildung von Lernenden. So konnten dieses Jahr zwei Lernende nach der Lehrzeit übernommen werden. Ebenfalls wird die Zusammenarbeit mit Fachhochschulen und der ABB Technikerschule in Form von ausgewählten Projekten gefördert, welche die Studierenden für Enics Schweiz durchführen.

 

Das Unternehmen hat, wie eingangs erwähnt, schwierige Zeiten hinter sich. Gerade aber auch deshalb ist es Sabine Wiederkehr ein grosses Anliegen, dass den Mitarbeitenden verschiedene, attraktive Arbeitsmodelle angeboten werden können.

 

Weitere Informationen zum Unternehmen unter www.enics.com