Industrie 4.0 - es läuft viel in der Schweizer Forschung :: Swissmem - Der Werk- und Denkplatz Schweiz

Industrie 4.0 - es läuft viel in der Schweizer Forschung

Von: Gabriela Schreiber, Ressortleiterin Kommunikation

05.02.18

Die dritte Durchführung der F+E-Konferenz zum Thema Industrie 4.0 übertraf die vorangegangenen Veranstaltungen sowohl hinsichtlich der Themenvielfalt als auch der Teilnehmerzahl. Die Hochschulen boten einen beeindruckenden Überblick zu ihren Forschungsaktivitäten und die anwesenden Unternehmer machten rege Gebrauch von der Möglichkeit, Kontakte mit potenziellen Partnern für Innovationsprojekte zu knüpfen und sich auszutauschen. Entsprechend positiv fielen die Feedbacks aus.

Die Vernetzung und Kooperation mit Hochschulen ist ein wichtiger Erfolgsfaktor, um im eigenen Unternehmen erfolgreich digitale Projekte zu entwickeln und zu implementieren. Eine rekordhohe Zahl von 270 Teilnehmern nutzte die Gelegenheit, sich von Hochschulvertretern in 39 Kurzreferaten einen Überblick zum Forschungsstand im Bereich Industrie 4.0 geben zu lassen. Die analog zu den Präsentationen durchnummerierte Posterausstellung erleichterte in den Pausen die Kontaktaufnahme unter den Akteuren.

 

Über den Technologien die Kultur nicht vergessen

Robert Rudolph, Präsident der Initiative «Industrie 2025» und Geschäftsleitungsmitglied von Swissmem, umriss in seiner Begrüssung die Zielsetzung und Konzeption des Anlasses. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass die Nutzung der vorhandenen Technologien zweifellos grundlegend sei, um die Leistungsfähigkeit und die digitale Zukunft des eigenen Unternehmens zu sichern. Aber letztlich greife der rein technologische Ansatz zu kurz. Genauso wichtig für eine erfolgreiche Umsetzung von Innovationsprojekten ist eine Firmenkultur, welche Offenheit, Neugier, Agilität, Risikobereitschaft und Fehlertoleranz fördere und auf die Zusammenarbeit in Netzwerken setze.

 

Künstliche Intelligenz und neuronale Netze revolutionieren die Datenauswertung

Im Anschluss kamen Technologien in der Datenverarbeitung, Sensortechnik und IoT, digitale Entwicklung und Prozessoptimierungen zur Sprache, aber auch die Möglichkeiten der Artificial Intelligence (AI) und der Blockchain-Technologie. Die präsentierten Möglichkeiten, verfügbaren Komponenten, Auswertungs- und Steuerungsmöglichkeiten steigend laufend. Ganz besondere Beachtung verdienen die Chancen des maschinellen Lernens und verschiedener neuronaler Netze zur Auswertung von grossen Datenmengen. Es können Datenmuster, Frühwarnsignale und Optimierungspotenziale erkannt werden, welche den bisherigen Analysen verborgen geblieben sind.

 

Sicherheit muss gross geschrieben werden

Mit der Vernetzung und Digitalisierung wurden auch Hackerangriffe und Cyberspionage unabhängig von der Firmengrösse zum neuen «Normal». Insbesondere KMU stehen vor besonderen Herausforderungen, wenn es um die IT-Sicherheit geht.

 

Mit Lösungen ganz nah am Kunden Mehrwert bieten

Industrie 4.0 bedeutet für einen Lieferanten, dass er die Welt des Käufers noch besser verstehen und sich mit ihr verzahnen muss. Physische Produkte werden durch Wartungsdienste, Beratung, innovative Preismodelle und weitere neue Dienstleistungen ergänzt (Servitization), oder noch individueller, noch näher beim Kunden, noch schneller, noch flexibler oder in kleineren Stückzahlen hergestellt. Den Mehrwert einer Gesamtdienstleistung aus Kundensicht verstehen und vermarkten zu können, wird am Markt einen entscheidenden Vorteil bieten. Aufgabenstellungen und innovative Lösungen zu Stillstandkosten, vorausschauender Wartung, Ressourcen- und Prozessoptimierung aufgrund des Kostendrucks, Individualisierung, Qualitäts- und Dokumentationsanforderungen, aber auch neuartige Wertschöpfungsketten waren an der Konferenz ein Thema. Je frühzeitiger und gründlicher eine Firma diese Herausforderungen, Sorgen, Trends und «Pain-points» ihrer Kunden und deren Branche erkennt, quantifiziert und innovative Lösungen sucht, umso besser ist sie auch als Schweizer KMU für die nächsten Jahre gut aufgestellt.

 

Die F+E-Konferenz wird jährlich durchgeführt und von der Initiative «Industrie 2025» organisiert. Das Programm und die Referate der diesjährigen F+E-Konferenz sind über die Website von Industrie 2025 zugänglich.

 

Melden Sie sich zur Jahrestagung an!

Mit der Jahrestagung «Fokus Industrie 4.0 – von der Vision zur Realität» am 17. Mai 2018 steht eine weitere etablierte Veranstaltung der Initiative «Industrie 2025» auf dem Programm. Hier zeigen Referenten auf, wie sie die Digitalisierung in der Praxis angegangen sind und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben. Programm und Anmeldung