Industrie 4.0 live erlebt! An der ersten Studienreise von «Industrie 2025» :: Swissmem - Der Werk- und Denkplatz Schweiz

Industrie 4.0 live erlebt! An der ersten Studienreise von «Industrie 2025»

23.10.18

Rund 17 Teilnehmende aus der verarbeitenden Industrie, Beratung und Verbänden haben an der ersten Industrie 4.0 - Studienreise vom 9. Oktober 2018 teilgenommen. Bei drei unterschiedlichen Unternehmen wurde an dem Tag eindrücklich gezeigt, wie die Digitalisierung zur Steigerung der Kundenzufriedenheit und Wirtschaftlichkeit in den Produktionsprozessen führt.

Der Tag in den Worten von zwei Teilnehmenden:

 

«Der Ausflug zur eMDe Blechfabrik, Seitz und Baumer war für meine Arbeit sehr bereichernd, weil ich gelernt habe, mit welchen konkreten Projekten Schweizer Unternehmen aus verschiedenen Branchen Industrie 4.0 implementieren und so erfolgreich am Markt bestehen.»

Jonas Jeisy, Festo AG

 

«Merci für die professionelle Durchführung dieser Studienreise. Mich beeindruckten die Offenheit der Vertreter der drei Unternehmen, die Höhen und Tiefen auf ihrer Reise mit uns zu teilen. Zwei der Unternehmen betonten, dass sie Digitalisierung nicht als einmaliges Projekt ansehen. Aufgrund des Marktdrucks, die Stückkosten jedes Jahr um 4-6% zu senken, investieren sie seit Jahren in die sogenannte schlanke Produktion/Lean Manufacturing. Solchermassen optimierte Prozesse liessen sich am kosteneffizientesten digitalisieren.»

Fredi Schmidli, Managing Partner, pragmatic solutions gmbh

 

Die Tagesreise startete beim Hautbahnhof Zürich. Während der Busfahrt zur ersten Firma, der eMDe Blechfabrik AG in Kaltbrunn wurden die Aktivitäten zu Industrie 4.0 in der Schweiz und die nationale Initiative «Industrie 2025» präsentiert.

 

In fünf Jahren von Null auf 22 Mitarbeitende im hart umkämpften Markt der Blechbearbeitung: Dominik Weibel, Geschäftsleiter und Mitinhaber der eMDe Blechfabrik AG zeigt, wie die Digitalisierung der Kundeninteraktion und der Prozesse entscheidend ist, um sich in diesem herausfordernden Umfeld erfolgreich zu positionieren. Besonders eindrücklich war dabei, wie pragmatisch die Unternehmung digitale Technologien mit ihren Planungs- und Produktionsprozessen kombiniert und damit den entscheidenden Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und dem ausserordentlichen Wachstum leistet.

 

Der nächste Reisestopp bei Seitz Valve in Wetzikon wurde durch die Präsentation des Quickstarters 2025 angereichert. Das Online-Tool liefert die «Startrampe» für Unternehmen, um ihre Schritte zu Industrie 4.0 zu planen und umzusetzen.

 

Lean Enterprise als Basis für ausgeklügelte Industrie 4.0-Konzepte: Thomas Girelli, COO der Seitz Valve erläutert, wie sie mit Bildungsreisen bei den besten Anwendern von Industrie 4.0 für die Umsetzung in der eigenen Organisation gelernt haben. Die «Aussensicht» sei ein Schlüssel für erfolgreiche Veränderungen und die Umsetzung von Lean Management und Industrie 4.0. Die Losgrösse 1 für Ventile wird am Standort Wetzikon wettbewerbsfähig am Weltmarkt erreicht und ein neuer Montagemitarbeiter ist in weniger als einer Stunde in die Montage eines Ventils eingeführt. Ohne Industrie 4.0 wäre beides nicht möglich.

 

Gefolgt vom Mittagessen, der Studienauswertung zum Stand der MEM-Industrie in Sachen Industrie 4.0 traf die Gruppe Mitte Nachmittag bei der Baumer Gruppe in Wetzikon ein.

 

Ein Sensor mit 7'000 Ausführungsvarianten in Losgrösse 1 fertigen: Thomas Ehrat, Leiter Sales Unit Schweiz führte durch die Produktion und trat den Beweis an, dass dies am Standort Schweiz wirtschaftlich machbar ist. Bis 2022 sollen zudem bei europäischen Kunden 95% des Sortiments innert drei Tagen nach der Bestellung geliefert werden. Die High-Tech-Sensoren mit komplexem Innenleben werden in Fertigungsinseln montiert. Die Inseln nach Lean-Manufacturing sind mit einem hohen Grad an Digitalisierung kombiniert. Auch hier zeigt sich, wie Industrie 4.0 konsequent eingesetzt eine fundamentale Rolle für den Erfolg von Unternehmen auf dem Werkplatz Schweiz spielt.

 

Die Rückfahrt zum Hauptbahnhof Zürich wurde mit Informationen zu strategischen Stossrichtungen der Unternehmungen bei der Einführung von Industrie 4.0 angereichert. Der Fokus lag dabei besonders auf der Ausgestaltung der Geschäftsmodelle, die unter Einsatz von Industrie 4.0 zu neuen und auch ergänzenden Gewinnchancen bei den Firmen führen.

 

Abschliessend lässt sich zusammenfassen, dass der Tag mit seinen konkreten digitalen Umsetzungsbeispielen inspirierend und motivierend auf die Teilnehmenden gewirkt hat. Industrie 4. 0 ist real und wer noch nicht damit gestartet ist, kann dies mit einfachen Schritten und Mitteln tun - zum Beispiel mit der Nutzung des Quickstarters 2025. Zur Stärkung seiner Wettbewerbsfähigkeit und seines Erfolges.