Industrie setzt sich mit offenem Brief gegen Agrar-Initiativen ein :: Swissmem - Der Werk- und Denkplatz Schweiz

Industrie setzt sich mit offenem Brief gegen Agrar-Initiativen ein

Von: Dominique Zygmont, Ressortleiter Politik

10.09.18

Mit den beiden Agrar-Initiativen, über welche in zwei Wochen abgestimmt wird, würde sich die Schweiz abschotten. Eine Reihe von Industrieunternehmerinnen und -unternehmer setzt sich mit einem offenen Brief an die Bevölkerung für ein doppeltes Nein an der Urne ein.

Dem Stimmvolk wird am 23. September ein schwer verdaubares Menü vorgesetzt. Die «Fair-Food-Initiative» und die «Initiative für Ernährungssouveränität» wollen die unternehmerische Freiheit der Landwirte beschneiden und die Lebensmittelproduktion stärker steuern. Deshalb erscheint in diesen Tagen in mehreren Schweizer Tageszeitungen ein offener Brief gegen die Agrar-Abschottung. Initiiert wurde dieser von Swissmem und unterzeichnet von einer Reihe von Industrieunternehmerinnen und -unternehmern aus unserer Mitgliedschaft.

 

Gründe dafür gibt es genug: Der Preis der beiden Initiativen ist hoch. Nicht nur werden Lebensmittel für Schweizerinnen und Schweizer teurer. Auch schottet sich die Schweiz ab. Sie setzt sich selbst auf die schwarze Liste der Staaten, welche internationales Handelsrecht verletzen. Beide Vorlagen widersprechen einer Reihe von Verträgen, welche die Schweiz mit wirtschaftlich bedeutenden Ländern weltweit abgeschlossen hat.

 

Deshalb könnten die Handelspartner der Schweiz Gegenmassnahmen ergreifen. Zu diesen könnten höhere Zölle oder im schlimmsten Fall gar die Kündigung von Abkommen gehören. Der Abschluss neuer Freihandelsabkommen würde stark erschwert.

 

Beide Initiativen versalzen der Schweiz damit die Suppe. Es ist eine Illusion zu glauben, dass diese Abschottung nicht teure Folgen für die Exportnation, für den Wohlstand und damit für alle Schweizerinnen und Schweizer hätte.

 

Deshalb sagt die Industrie am 23. September Nein zur «Fair-Food-Initiative» und zur «Initiative für Ernährungssouveränität».