Nationale Konferenz ältere Arbeitnehmende: Wichtige Fachkräfte für den Schweizer Arbeitsmarkt :: Swissmem - Der Werk- und Denkplatz Schweiz

Nationale Konferenz ältere Arbeitnehmende: Wichtige Fachkräfte für den Schweizer Arbeitsmarkt

Von: Barbara Zimmermann-Gerster, Ressortleiterin Arbeitgeberpolitik

27.05.19

Am 3. Mai 2019 fand zum fünften Mal die Nationale Konferenz «ältere Arbeitnehmende» statt. Bundesrat Guy Parmelin, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), ist mit Vertretern von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen für einen Austausch zusammengekommen. Das Ziel dieser nationalen Konferenzen ist eine möglichst optimale Erwerbsintegration älterer Arbeitnehmender in den Schweizer Arbeitsmarkt, um das Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit zu reduzieren.

Einigkeit besteht, dass der Schweizer Arbeitsmarkt auf ältere Arbeitnehmende angewiesen ist. Sie sind wichtige Arbeitskräfte insbesondere auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels. An der fünften Konferenz waren die Wiedereingliederung und die soziale Absicherung älterer Arbeitsloser sowie die Bestandesaufnahme aller arbeitsmarktlichen Massnahmen für über 50-jährige Stellensuchende zentrale Themen.

 

Die kantonalen Arbeitsmarktbehörden haben den Auftrag erhalten, gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und den Sozialpartnern einen Plan zu erstellen, wie die Beratungs-, Wiedereingliederungs- und Vermittlungsdienstleistungen der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) für ältere Stellensuchende verstärkt werden können. 2020 wird die sechste Konferenz stattfinden.

 

Swissmem engagiert sich

 

Auch Swissmem engagiert sich seit langem stark in diesem Thema. 2014 lancierte der Verband die Fachkräftestrategie mit den drei Handlungsfeldern «Nachwuchsförderung», «Frauen/Familien» und «Ältere Mitarbeitende». Für letzteren Bereich wurde das elektronische Nachschlagewerk PowerMEM für die Mitgliedfirmen erarbeitet. Darin enthalten sind 19 Konzepte zu den Bereichen Grundhaltung, Wissen, Arbeit und Gesundheit. Vorschläge zu Wissenstransfer, flexiblen Arbeitszeitmodellen und vielem mehr unterstützen die Mitgliedfirmen bei ihrem generationenübergreifenden HR-Management.

 

In den Gesamtarbeitsvertragsverhandlungen von 2018 wurde ein besonderes Augenmerk auf das Arbeitskräftepotenzial von älteren Mitarbeitenden gelegt und in Artikel 25.5 explizit aufgenommen. Swissmem ist überzeugt, dass Themen wie lebenslanges Lernen, Gesundheitsmanagement sowie Fach- und Bogenkarrieren wichtige Pfeiler sind, damit gerade auch ältere Mitarbeitende arbeitsmarktfähig bleiben.

 

Abrufvertrag für ältere Personen als Best-Practice-Beispiel

 

Dass Wissen und Erfahrung von älteren Mitarbeitenden einen hohen Wert haben, ist auch den Swissmem-Mitgliedfirmen bewusst. Die SCHNEEBERGER Lineartechnik AG in Roggwil (BE) beispielsweise ist als Herstellerin von komplexen Produkten in der Lineartechnologie auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Bei starkem Arbeitsanfall, welcher mit der bestehenden Belegschaft nicht bewältigt ist, bietet das Unternehmen älteren gelernten Fachkräften Abrufverträge an. Diese Möglichkeit wird gerne von Personen genutzt, die anderweitig in Teilzeitverhältnissen angestellt, selbständig tätig oder bereits pensioniert sind. Via Ausschreibungen in lokalen Zeitungen findet die Firma so die nötigen Fachkräfte, die diese Art der Anstellung als flexible Ergänzung zu ihrem Alltag nutzen.

 

Für weitere Fragen steht den Mitgliedfirmen von Swissmem Barbara Zimmermann-Gerster, Ressortleiterin Bereich Arbeitgeberpolitik zur Verfügung (044 384 42 10 oder b.zimmermannanti spam bot@swissmemanti spam bot.ch).