Sieben Argumente für den Lehrplan 21! (3/7) :: Swissmem - Der Werk- und Denkplatz Schweiz

Sieben Argumente für den Lehrplan 21! (3/7)

Von: René Will, Ressortleiter Bildung

01.03.17

Die Zeichen stehen gut: Alle 21 Kantone führen ihn ein oder stehen davor und alle bisherigen Abstimmungen hat er deutlich gewonnen. Doch erst wenn alle Kantone den Lehrplan 21 haben, ist die nötige Anpassung der Volksschule an das heutige Leben geglückt.

Drittens: MINT – keine Pflanze, jedoch vier wichtige Schulfächer.

 

Zugegeben, wer MINT hört oder liest, denkt wohl zuerst an die saftig-grüne Pflanze mit ihrem aromatischen Duft oder an die dezente Pastellfarbe gleichen Namens. Dass dabei MINT die Abkürzung für vier wichtige Schulfächer ist, darauf kommen wohl die wenigsten. Hinter diesen vier Buchstaben verstecken sich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Damit werden die Fächer des technischen-naturwissenschaftlichen Bereichs mit einem Label zusammengefasst, das sich gut merken, aber auch gut vermarkten lässt. Das ist nicht unwesentlich, stehen doch auch die Schulfächer bezüglich ihrer Dotation zunehmend in einer Konkurrenz zueinander. Letztes Beispiel dafür ist das Hochfahren der Fremdsprachen in den Schulen, das zeitlich zu Lasten anderer Schulfächer erfolgte.

 

Da hilft es doch sehr, dass der Lehrplan 21 in seiner Struktur und in seinen Inhalten ein äusserst wertvoller Verbündeter der MINT-Fächer ist. Er ist aus einem Guss, was bedeutet, dass alle Fachinhalte – und das ist bei vier zusammenhängenden Fächern sehr wichtig – im Verbund mit allen anderen Inhalten zusammengedacht worden sind und sich aufeinander beziehen. Damit wird sichergestellt, dass über die gesamte Schulzeit hinweg keine Lerninhalte verloren gehen oder völlig bezuglos vermittelt werden. Dieser Umstand kommt nicht nur den Kindern und Jugendlichen zu Gute, die so in den Genuss einer ganzheitlichen Bildung kommen, sondern er stärkt insbesondere auch die naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen, also die MINT-Fächer. Gerade der Wirtschaft ist es mit Blick auf die künftigen Anforderungen ein grosses Bedürfnis diese zu fördern.

 

Während Mathematik als Einzelfach über die ganze Schulzeit bestehen bleibt, werden aus dem Fach Natur, Mensch, Gesellschaft in der Sekundarschule vier eigene Fachbereiche (u.a. Natur und Technik sowie Wirtschaft, Arbeit, Haushalt). Ebenso kommt das Fach Informatik dazu und der Fachbereich Natur und Technik splittert sich in drei weitere Einzeldisziplinen (Physik, Chemie, Biologie) auf. Damit zeigt sich deutlich, wie komplex der naturwissenschaftlich-technisch Bereich aufgestellt ist und wie nötig ein sorgfältig durchdachter und auf alle Teilbereiche abgestimmter Lehrplan ist. Gerade dies ist bei bisherigen Lehrplänen ein Mangel, der nun mit dem Lehrplan 21 vollständig behoben ist. Eine sinnvolle Investition ist dabei auch, die Beschaffung und Nutzung neuer und zeitgemässer Lehrmittel. Diese sind zwar nicht ganz billig, doch wer mehr Schulabgänger in den MINT-Berufen haben will, muss die Sehnsucht nach diesen in der Schule wecken.