Sieben Argumente für den Lehrplan 21! (4/7) :: Swissmem - Der Werk- und Denkplatz Schweiz

Sieben Argumente für den Lehrplan 21! (4/7)

Von: René Will, Ressortleiter Bildung

16.03.17

Es war schon ein ulkiger Streit zum Lehrplan 21, der sich vor allem auch medial in den letzten Jahren abgespielt hatte. Da wurde doch tatsächlich allen Ernstes darüber debattiert, ob man im Lehrplan 21 nun besser von Lerninhalten, Stoffzielen, Lehrvorgaben oder Kompetenzen sprechen sollte. Gut, man hat sich letztlich auf Kompetenzen geeinigt und sich damit an den weiterführenden Bildungsbereichen orientiert. Heute lässt sich nun getrost festhalten, dass diese Diskussion vor allem ein akademischer Disput war.

4. Argument: Kompetenzen oder was Kinder und Jugendliche können sollen. 

 

Die Anforderungen in Beruf und Gesellschaft haben längst gezeigt, dass Wissen alleine heute nicht mehr reicht. Was heute zählt, ist was Jugendliche nach 11 Schuljahren können. Oder anders ausgedrückt, ob sie bereit und fähig sind, die Fragestellungen, die im gesellschaftlichen oder beruflichen Leben auf sie zukommen, bewältigen können. Das Wort Kompetenz jedenfalls drückt darum sehr schön aus, um was es in der Schule geht: Nämlich darum etwas zu können und damit etwas für das Leben gelernt zu haben. Von daher stellt sich eher umgekehrt die Frage, warum man denn nicht schon früher draufgekommen war, diesen passenden Begriff für die Schule zu verwenden. In der Berufsbildung hat die Kompetenzorientierung bereits eine längere Tradition. In den Bildungsplänen sind berufliche Handlungskompetenzen festgeschrieben und bezüglich ihrer Anwendbarkeit schon ausgiebig geprüft worden.

 

Gemäss Lehrplan 21 braucht es drei Dinge um eine Kompetenz zu erwerben: Das Wissen, also die Inhalte zu einer Sache und zum Vorgehen. Das Können dieses Wissen anzuwenden und das Wollen all dies auch zu tun. Erst die Kombination aller drei führt zu einer Kompetenz, also dazu etwas zu können. Die in nicht wenigen Diskussionen erwähnte Unterstellung, in einer Kompetenz kämen keine Inhalte mehr vor und das Wissen habe keinen Wert mehr, ist darum schlicht falsch.

 

So ist es darum auch nicht verwunderlich, dass gerade die Berufsbildung die Kompetenzen bereits kennt. Hier, am Puls der Zeit sich hat man die veränderten Anforderungen des Arbeitsmarktes und der Gesellschaft schon längst erkannt und darauf reagiert. Diskussionen über die Kompetenzen führen die Volksschule nicht zum Erfolg. Diese braucht einen professionellen und zeitgemässen Auftrag und letztlich muss sie den Kindern und Jugendlichen möglichst viel Können ermöglichen.