Zulieferindustrie trifft sich bei der Härterei Gerster AG :: Swissmem - Der Werk- und Denkplatz Schweiz

Zulieferindustrie trifft sich bei der Härterei Gerster AG

27.11.17

«Zulieferindustrie in der Krise?» lautete das Thema des diesjährigen Kunden-Seminars der Härterei Gerster AG in Egerkingen. Von Krisenstimmung war aber nichts zu spüren, im Gegenteil: Verschiedene Experten und das Publikum diskutierten vor allem über Chancen und Lösungsansätze für die Schweizer Zulieferindustrie.

«Zulieferindustrie in der Krise?» lautete der bewusst provokative Titel des diesjährigen Gerster-Seminars vom 14. November 2017. Die Firma versteht sich selbst als ein Zahnrad im Getriebe der Schweizer Zulieferindustrie und kennt deren Entwicklungen dank ihren rund tausend Auftraggebern aus eigener Erfahrung. «Wir wollen unseren Kunden eine Plattform geben, um sich auszutauschen und neue Denkanstösse zu erhalten», eröffnete Martina Gerster, die Vorsitzende der Geschäftsleitung, den Kunden-Anlass, der mit hochkarätigen Referaten und einer lebhaften Podiumsdiskussion diesen Anspruch einlöste.

 

Hans Hess, Präsident Swissmem und selber Verwaltungsrat mehrerer Industrieunternehmen zeigte auf, dass die Schweizer Zulieferindustrie angesichts der schwachen Ertragslage und dem grossen Investitionsbedarf sich in einer anspruchsvollen Lage befindet. Aus seiner Sicht bietet die Digitalisierung ein grosses Potenzial für die Industrie, indem sie die Produktivität steigert sowie neue Geschäftsmodelle und Innovationen ermöglicht.

 

Die Auftraggeberseite der Zulieferindustrie vertrat Hans Gut, Geschäftsführer der MAN Diesel & Turbo Schweiz AG mit Sitz in Zürich. Anhand verschiedener Beispiele illustrierte er die Erwartungen an die Zulieferindustrie, die er mit Innovation, Partnerschaft und Konzentration auf Kernkompetenzen zusammenfasste.

 

«Je μ [mü] desto Schweiz» ist die Überzeugung des Drehteileherstellers Urs Steinemann und bringt mit dem Mikro-Zeichen μ die Präzisionsfähigkeit der Schweizer Zulieferer auf den Punkt. Als Verwaltungsrats-Präsident der Häni + Co. AG in Arch und Vize-Präsident von Swiss Precision, dem Arbeitgeberverband der Schweizer Drehteile-Industrie, setzt er sich auch mit den Auswirkungen der Digitalisierung auseinander: «Die Frage ist nicht, ob die Schweizer Industrie in Zukunft existiert, sondern wie viele Personen mit welchen Fähigkeiten sie beschäftigt.» Eine Fragestellung, welche wohl nicht nur die Industrie die nächsten Jahre beschäftigen wird.

 

www.gerster.ch