Sieben Argumente für den Lehrplan 21! (5/7) :: Swissmem - Der Werk- und Denkplatz Schweiz

Sieben Argumente für den Lehrplan 21! (5/7)

Von: René Will, Ressortleiter Bildung

29.03.17

Stellen Sie sich folgendes vor: Sie übernehmen eine Holding, in der 21 Betriebe in 21 vergleichbaren Märkten mit einer fast identischen Produktepalette tätig sind. Bei genauerem Hinsehen erkennen Sie jedoch, dass alle 21 Betriebe ihre Produkte selber entwickeln und so der ganze Aufwand 21-mal betrieben wird. Letztlich mit dem Effekt, dass als Folge des vergleichbaren technischen Wissens alle 21 auf die ziemlich gleichen Produkte kommen. Was tun Sie?

Richtig, die Produkteentwicklung wird an einem Ort – dafür absolut top – gemacht. Alle 21 Betriebe übernehmen diese und passen sie allenfalls noch an ihren Markt an. Und Sie? Sie sparen Zeit und Geld, bei wohl noch besserer Qualität Ihrer Produkte! Sehen Sie: Genau so ist es auch beim Lehrplan 21!

 

5. Argument: 

Einmal – dafür richtig – das spart Zeit und Geld!

 

Am 21. Mai 2006 haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger unseres Landes in der Bundesverfassung festgelegt, dass u.a. bei den Zielen der Bildungsstufen eine Harmonisierung des Schulwesens zu erfolgen hat. Daraus ist der Lehrplan 21 entstanden: eine Harmonisierung und keine Gleichmacherei. Die Kantone machen für die Schule all das zusammen, was sinnvoll und nötig ist. Es macht Sinn, dass alle Deutschschweizer Kinder unabhängig vom Schulkanton dasselbe lernen. Auch werden Synergien bei der Erstellung von Lehrmitteln oder bei der Ausbildung der Lehrpersonen möglich. Eine interkantonale Zusammenarbeit scheitert nun nicht mehr an den unterschiedlichen Inhalten. So kann Zeit und Geld gespart werden. Das kommt uns allen zugute! Wer 21 Lehrpläne betreibt, der muss diese auch 21-mal von Zeit zu Zeit überarbeiten und anpassen. Das bedeutet dann 21 Projekte, 21 Arbeitsgruppen und 21-mal dafür Geld ausgeben; jeder Kanton betreibt diesen Aufwand, um zum Schluss ans gleiche Ziel zu kommen. Es leuchtet ein, dass ein solches Vorgehen eigentlich keinen Sinn ergibt. Zumal gerade kleinere Kantone benachteiligt sind, die den benötigten Aufwand nur schwerlich leisten können. Gerade die Erarbeitung des Lehrplans 21 hat gezeigt, wie aufwendig eine professionelle Herstellung ist. Die Wissenschaft erarbeitet Grundlagen, Lehrerinnen und Lehrer passen diese an, und die breite Öffentlichkeit nimmt anschliessend Stellung dazu. Das braucht Zeit und kostet Geld. Umso wichtiger ist es, dass ein solcher Aufwand nur einmal betrieben werden muss. Der Lehrplan 21 sorgt dafür!