iStock_000018554255XSmall.jpg

Journée Swissmem: Berufsbildung in einer international vernetzten Welt

Startseite Mediencorner Medienmitteilungen Journée Swissmem: Berufsbildung in einer international vernetzten Welt
Ansprechpartner  Noé Blancpain Noé Blancpain
Bereichsleiter Kommunikation und Public Affairs
+41 44 384 48 65 +41 44 384 48 65 n.blancpainnoSpam@swissmem.ch
Teilen

Wie reagiert die berufliche Grundbildung auf eine zunehmend globalisierte Arbeitswelt? Der Journée Swissmem thematisierte die Herausforderungen der beruflichen MobilitÀt und zeigte LösungsansÀtze auf.

Globalisierung erfolgt auf verschiedenen Ebenen: technologisch, institutionell und mental, wie am JournĂ©e Swissmem vom 24.1.2014 in Genf deutlich wurde. Alt Bundesrat Joseph Deiss hob in seinem einleitenden Referat vor allem die Wichtigkeit des dritten Aspekts, der geistigen Offenheit gegenĂŒber der Welt, hervor. Als ehemaliger PrĂ€sident der 65. Uno-Vollversammlung und amtierender PrĂ€sident von Alstom Schweiz bewegt er sich permanent auf internationalem Parkett und ist daher aus persönlicher Erfahrung ĂŒberzeugt, dass die internationale Vernetzung ganz entscheidend fĂŒr den Wohlstand in der Schweiz ist. Denn: Die Schweiz gehört zu den Globalisierungsgewinnern. Galt es bis in die Neunzigerjahre noch als gegeben, dass die Schweiz als rohstoffarmes Land mit einem permanenten Handelsbilanzdefizit leben muss, hat sich die Exportbilanz in den vergangenen Jahren umgekehrt: Dank innovativen Unternehmen, einem flexiblen Ausbildungssystem und einer generellen Öffnung gegenĂŒber Europa und neuen aufstrebenden MĂ€rkten ist es der Schweiz in den vergangenen Jahren gelungen, mehr Produkte zu exportieren als sie aus dem Ausland einfĂŒhrt. Diese erstaunliche Leistung dĂŒrfe jedoch nicht dazu fĂŒhren, in GenĂŒgsamkeit und SelbstgefĂ€lligkeit zu verfallen, so Deiss. Wie auch Swissmem-Direktor Peter Dietrich in seinem Referat ausfĂŒhrte, beruhe der Erfolg nicht nur auf einer geistigen FlexibilitĂ€t und Offenheit, sondern auch auf institutionellen Aspekten. Deiss und Dietrich wandten sich entschieden gegen die SVP-Abschottungsinitiative, welche bei einer Annahme zur AufkĂŒndigung der Bilateralen VertrĂ€ge mit der EU fĂŒhren wĂŒrde. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, auf denen der Erfolg der Schweizer Unternehmen beruhe, seien stets aufs Neue zu bestĂ€tigen und zu erkĂ€mpfen. Dass innovative Unternehmen und engagierte, gut ausgebildete FachkrĂ€fte allein nicht genĂŒgen, wurde auch bei der folgenden Podiumsdiskussion zur dualen Berufsbildung deutlich: Nur durch das konstruktive Zusammenspiel zwischen Ausbildungsbetrieben, Branchenorganisationen und staatlichen Behörden können die Chancen und Potenziale letztlich ausgeschöpft werden. Einblicke in erste Pilotprojekte In der Praxis ist MobilitĂ€t in der Berufsbildung auf vielfĂ€ltige Weise möglich. Sie birgt stets Unsicherheiten, versteckte HĂŒrden und Überraschungen, doch wie die Erfahrungsberichte von Lernenden am JournĂ©e Swissmem eindrĂŒcklich aufzeigten, ist sie auch stets bereichernd und mit einem hohen Lerneffekt verbunden. Der Beginn ihres Auslandaufenthalts war fĂŒr die Lernenden von Bobst buchstĂ€blich mit einem Sprung ins kalte Wasser gleichzusetzen: unverstĂ€ndliche Sprache, unbekannte Unterkunft, ungewisse Freizeitgestaltung. Am Ende der 39 Wochen stand der Wunsch, das Ganze sei doch nicht bereits vorbei. Dazwischen: viele neue Bekanntschaften und Freundschaften, zahlreiche Stunden Distance Learning via Skype und die E-Learning-Plattform moodle sowie das Kennenlernen neuer Maschinen, einer neuen Sprache und kultureller Eigenheiten. Wie die Beteiligten anschaulich aufzeigten, ist eine positive Einstellung und Zusammenarbeit bei einem Auslandprojekt entscheidend: Erst die FlexibilitĂ€t der betrieblichen Ausbildner, die Sonderefforts der Berufsschule CPNV und die Offenheit von Lernenden und Eltern machten es ĂŒberhaupt möglich, wichtige erste Erfahrungen zu sammeln. Eine zusĂ€tzliche UnterstĂŒtzung bieten dabei auch das Programm Leonardo da Vinci und die ch Stiftung (<link www.chstiftung.ch>www.chstiftung.ch</link>). Neue Lehrmittel unterstĂŒtzen die berufliche MobilitĂ€t Die MobilitĂ€t in der Berufsbildung ist bei Swissmem bereits seit einigen Jahren ein Thema von Bedeutung. So wirkte Swissmem zum Beispiel von Beginn an als Partnerin im Projekt Vocational Education Training India mit, das vom Staatssekretariat fĂŒr Bildung, Forschung und Innovation mitinitiiert wurde. Zusammen mit neun Unternehmen hatte man sich im Jahr 2008 zum Ziel gesetzt, in Indien neue Ausbildungen im Bereich Polymechanik fĂŒr die lokale Bevölkerung anzubieten. Bereits im Jahr 2011 konnten erste Swissmem-Diplome vergeben werden. GemĂ€ss Arthur GlĂ€ttli, Leiter Swissmem Berufsbildung, handle es sich aufgrund der zahlreichen kulturellen und behördlichen HĂŒrden jedoch nicht um einen Export des hiesigen Bildungssystems, es sei vielmehr eine Adaptierung auf die lokalen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung spezifischer englischsprachiger Lehrmittel (rund 2000 Seiten) und geeigneter Ausbildungsstandards (1-jĂ€hrige und 2-jĂ€hrige Ausbildungen) falle es den beteiligten Unternehmen kĂŒnftig jedoch einfacher, an ihren auslĂ€ndischen Standorten die geeigneten FachkrĂ€fte zu finden. In seinem allgemeinen Überblick zu den Dienstleistungen von Swissmem ging Olivier Habegger, Ansprechperson fĂŒr Berufsbildungsthemen in der Romandie, auf die neuen E-Books von Swissmem ein, die ab dem kommenden Jahr auch in französischer Sprache zur VerfĂŒgung stehen werden. Die Möglichkeiten der E-Books erlauben es, orts- und zeitunabhĂ€ngig zu lernen und eröffnen ganz neue Interaktionsformen zwischen Lernenden, Berufsschullehrern und Ausbildnern. Die neuen E-Books unterstĂŒtzen so nicht nur die grenzĂŒberschreitende Wissensvermittlung, sondern erleichtern auch ganz allgemein die MobilitĂ€t in der Berufsbildung. Weitere Informationen: <link www.swissmem-berufsbildung.ch/de/aktuell/journee-swissmem/journee-swissmem-2014.html _blank external-link-new-window>Referate</link>   <link www.swissmem-berufsbildung.ch/de/produkte-dienstleistungen/e-book.html _blank external-link-new-window>E-Books</link> <link www.skillsonics.com _blank external-link-new-window>VET India</link> <link www.chstiftung.ch _blank external-link-new-window>Ch Stiftung</link> <link www.ch-go.ch/programme _blank external-link-new-window>Angebot Leonardo da Vinci</link>

Letzte Aktualisierung: 30.01.2014