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80 Jahre Fachgruppe Textilmaschinen

Wenn eine Organisation ihr 80-jähriges Bestehen erreicht, haben ihre Mitglieder in diesem Zeitraum mit einiger Sicherheit auch Krisen durchgemacht. Das ist bei der Fachgruppe Textilmaschinen nicht anders. Sie ist sogar aus einer Krisensituation heraus entstanden. Der Rückblick auf die Geschichte stimmt optimistisch, dass die Unternehmen der Schweizer Textilmaschinenindustrie auch die aktuelle und alle zukünftigen Herausforderungen mit gleichem Erfolg meistern werden.

1940 – ein Jahr nach Beginn des Zweiten Weltkriegs – zeigten sich die ersten Auswirkungen auf die Maschinenindustrie in der Schweiz. Zum einen entstand ein Mangel an Facharbeitern aufgrund der Einberufungen zum Militärdienst, zum andern fehlte es zunehmend an Rohmaterial, weil dieses in die Waffenproduktion umgeleitet wurde.

Aus dem Bedarf an Stahl erwachsene Solidarität

Die Unternehmer in der Textilmaschinenindustrie waren zunehmend besorgt über diese Entwicklung und einige zogen in Betracht, die Schweizer Regierung zu bitten, das zur Aufrechterhaltung der Produktion benötigte Rohmaterial zu sichern. Im Zuge dieser Situation schlossen sich Vertreter von 22 Unternehmen zusammen, um ihr Vorgehen zu koordinieren. Dazu gehörten auch so bekannte Firmen wie Rüti, Sulzer, Rieter oder Saurer.

Maschinenbau als Hilfe zur Selbsthilfe

Ein Teil dieser Unternehmen stellte ursprünglich Textilien her. Die Maschinen dafür kaufte man vorwiegend im hochindustrialisierten Grossbritannien, welches damals über viel Know-how in der Maschinenentwicklung verfügte. Als dann Napoleon 1806 eine Kontinentalsperre verhängte, waren die Maschinen ebenso wie die Ersatzteile plötzlich nicht mehr erhältlich.

Viele Schweizer Textilfirmen reagierten darauf, indem sie begannen, die benötigten Maschinen und Komponenten selber zu produzieren. Und bald zeigte sich, dass die Produktion und der Export von Maschinen weitaus lukrativer war als die bisherige Textilherstellung. Die Schweizer Textilmaschinenindustrie war geboren.

Im Laufe der Jahre gab es zahlreiche schwierige Phasen für die Branche: Weltkriege, Weltwirtschaftseinbrüche und andere Krisen unterschiedlichen Schweregrades folgten eine nach der anderen. Auch das Profil der Welttextilindustrie veränderte sich. Die Massenproduktion ist längst in den Osten und Südosten abgewandert. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, nimmt der Schweizer Textilmaschinenbau heute eine führende Stellung im anspruchsvollen Segment der Spezialmaschinen und hochwertigen Materialien ein.

Gestärkt aus einer weiteren Krise hervorgehen

Wer hätte gedacht, dass im Jubiläumsjahr eine Pandemie zur grössten Herausforderung der jüngeren Industriegeschichte wird? «Diese Krise hat die Textilindustrie hart getroffen und meiner Meinung nach werden sich die vollen Auswirkungen erst gegen Ende des Jahres zeigen», meint Ernesto Maurer, Präsident der Fachgruppe Textilmaschinen.

Die erforderlichen Fähigkeiten für die Bewältigung sind die gleichen wie früher: Anpassungsfähigkeit und Flexibilität. Die Erfahrungen aus der Geschichte geben den Schweizer Produzenten heute Anlass zu einem gewissen Optimismus. «Einerseits setze ich auf innovative Lösungen und die Zuversicht, dass unsere Mitglieder gestärkt aus der Krise hervorgehen werden», zeigt sich Ernesto Maurer überzeugt. «Andererseits glaube ich, dass wir diese Herausforderung auch auf darwinistische Art und Weise meistern werden – so wie wir es bei der Gründung unseres Verbandes getan haben», sagt Maurer. «Einige unserer Mitglieder könnten sich dafür entscheiden, ins Ausland zu gehen, es könnte auch zu Fusionen kommen. Vielleicht werden einige Unternehmen oder Aktivitäten nicht auf dem Markt bleiben. Dennoch bin ich sicher, dass Schweizer Textilmaschinen insgesamt weiterhin erfolgreich sein und ihre führende Position auch in der Zeit nach der Corona behaupten werden».

Für Auskünfte können Sie sich an Cornelia Buchwalder, c.buchwaldernoSpam@swissmem.ch, wenden.

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