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Richard Weber: Markt birgt grosses Potenzial

Am kommenden 7. März stimmen die Schweizerinnen und Schweizer über das Freihandelsabkommen mit Indonesien ab. «Wir haben die einmalige Möglichkeit, unseren Firmen die Tür zum indonesischen Markt zu öffnen», sagt Richard Weber, CEO der REGO-FIX AG in Tenniken (BL).

Die Schweiz als Mitglied der EFTA­ Staaten und Indonesien haben Ende 2018 ein umfassendes Wirtschaftspartnerschaftsabkommen unterzeichnet. Es baut Zölle und andere Handelshemmnisse ab, stärkt den Schutz von geistigem Eigentum und enthält ein weitreichendes Nachhaltigkeitskapitel mit verbindlichen Verpflichtungen.

Sowohl für grosse Schweizer Firmen als auch für KMU und Zulieferer ist das Freihandelsabkommen ein Gewinn. Auch Indonesien profitiert. Das Land erhält Zugang zu innovativer Schweizer Technologie. Diese hat das Potenzial, die Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern und wesentlich zum Umweltschutz beizutragen.

Noch ist jedoch nichts in trockenen Tüchern. Links-grüne und bäuerliche Kreise haben das Referendum gegen das Freihandelsabkommen ergriffen. Am 7. März 2021 entscheidet das Schweizer Stimmvolk. Wie die Schweiz und Indonesien vom Handelsabkommen profitieren, erklärt Richard Weber, der CEO der REGO-FIX AG in Tenniken, im Interview.

Herr Weber, von Tenniken aus liefert die REGO­ FIX AG innovative und hochwertige Werkzeugspannsysteme an Kunden in der ganzen Welt. Welche Rolle spielt Indonesien für Ihr Unternehmen?

Richard Weber: Mit seinen 265 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten, der wachsenden Mittelschicht und den stabilen politischen Verhältnissen ist Indonesien für die REGO-FIX AG bereits seit einigen Jahren ein interessanter Zielmarkt. Wir arbeiten mit Expats und Vertriebspartnern vor Ort zusammen, um unsere Produkte nach Indonesien zu exportieren. Ich bin überzeugt, dass der indonesische Markt für uns und viele Schweizer Unternehmen grosses Potenzial birgt. Und seine Bedeutung wird weiter zunehmen. Experten gehen davon aus, dass sich Indonesien bis 2050 zur viertgrössten Volkswirtschaft der Welt entwickeln wird.

Experten gehen davon aus, dass sich Indonesien bis 2050 zur viertgrössten Volkswirtschaft der Welt entwickeln wird.

Die REGO-FIX AG exportiert bereits heute erfolgreich nach Indonesien. Weshalb braucht es das Freihandelsabkommen überhaupt?

Heute schottet Indonesien seinen Markt mit hohen Zöllen ab. Für Industriegüter betragen diese im Durchschnitt 8 Prozent. Die hohen Einfuhrzölle sowie die zeitlichen Aspekte einer Verzollung stellen für uns grosse Hindernisse dar. Hier schafft das Freihandelsabkommen mit Indonesien endlich Abhilfe. So werden 98 Prozent der Schweizer Exporte zollbefreit. Hiesige Firmen können dadurch mehr als 25 Millionen Franken pro Jahr sparen. Das ist viel Geld. Hinzu kommt der Abbau von zahlreichen nichttarifären Handelshemmnissen. Das Freihandelsabkommen erleichtert Schweizer Firmen den Zugang zum stark wachsenden indonesischen Markt und verschafft ihnen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der direkten Konkurrenz aus der EU und den USA, die nicht über ein Freihandelsabkommen mit Indonesien verfügen.

Das Freihandelsabkommen verschafft Schweizer Firmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der direkten Konkurrenz aus der EU und den USA.

Für Schweizer Unternehmen ist das vorliegende Wirtschaftspartnerschaftsabkommen ein Gewinn. Doch inwiefern profitiert Indonesien vom Freihandels ­vertrag?

Das Freihandelsabkommen ist keine Einbahnstrasse, sondern eine Win-Win-Situation. Für die Schweiz und für Indonesien. Das Abkommen eröffnet nämlich auch der indonesischen Wirtschaft neue Möglichkeiten und trägt so zu Wachstum und höherem Wohlstand bei. Ausserdem sind hierzulande hergestellte Geräte, Maschinen und Anlagen effizient, emissionsarm und ressourcenschonend. Dank dem Freihandelsabkommen werden sie in Indonesien günstiger und einfacher verfügbar. Davon profitieren die Menschen und die Umwelt vor Ort. Mit dem Abkommen wird die nachhaltige ökonomische, soziale und ökologische Entwicklung Indonesiens gestärkt.

Gegner des Freihandelsabkommens mit Indonesien begründen ihre Kritik mit Umweltbedenken und dem Abbau von Palmöl. Was sagen Sie dazu?

Die Schweiz konnte sich mit Indonesien im Abkommen auf ein umfassendes Nachhaltigkeitskapitel mit verbindlichen Verpflichtungen einigen. Im Mittelpunkt steht dabei das Palmöl. Das Abkommen bietet indonesischen Produzenten einen starken Anreiz, nachhaltiges Palmöl zu fördern. Kritiker verkennen das. Das Freihandelsabkommen sollte keinesfalls als Sündenbock herhalten, denn Abschottung nützt weder der Umwelt noch der Bevölkerung in Indonesien. Freier Waren- und Dienstleistungsverkehr hingegen fördert eine nachhaltige Entwicklung, die allen zugutekommt.

Abschliessend: Weshalb sind die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Ihrer Meinung nach gut beraten, am 7. März dem Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit Indonesien zuzustimmen?

Als Exportnation ist die Schweiz dringend auf einen exzellenten Zugang zu ausländischen Märkten angewiesen. Am 7. März haben wir die einmalige Möglichkeit, unseren Firmen die Tür zum indonesischen Markt zu öffnen. Diese Chance sollten wir nutzen. Für viele Unternehmen kommt sie genau zum richtigen Zeitpunkt. Das Freihandelsabkommen trägt zur wirtschaftlichen Erholung der Schweiz nach dem Corona-Schock bei und gibt ihr eine wichtige Perspektive. Nutzen wir die Gelegenheit und sagen Ja zum Freihandelsabkommen mit Indonesien, einem der wichtigsten Zukunftsmärkte.

Das Interview erschien zuerst im Magazin Standpunkt der Wirtschaft der Wirtschaftskammer Baselland.

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