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Robert Gnos: Freihandel nützt allen Beteiligten

Der Freihandel zwischen Indonesien und der Schweiz steht auf dem Prüfstand. Das Stimmvolk entscheidet am 7. März an der Urne über das umfassende Freihandelsabkommen. Robert Gnos, CEO der KKS Ultraschall AG, erklärt im Interview, warum die Schweizer Wirtschaft auf freien Handel angewiesen ist.

Herr Gnos, während der Corona-Krise wurden Forderungen laut, die Schweiz solle sich auf sich selber besinnen. Warum setzen Sie sich für eine hohe Vernetzung und Freihandel ein?

Robert Gnos: Die Schweiz ist eine Exportnation. Der Erfolg unserer Wirtschaft basiert auf möglichst uneingeschränkten Handelsmöglichkeiten mit dem Ausland. Unsere Unternehmen exportieren innovative und technologisch fortschrittliche Produkte und Dienstleistungen in die ganze Welt. Die Schweiz tut gut daran, ihr Handelsnetzwerk weiter auszubauen und ihre Interessen mittels bilateralen Freihandelsabkommen abzusichern. Solche Abkommen sind ein Garant für Rechts-, Planungs- und Investitionssicherheit. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit steigendem Protektionismus ist das enorm wichtig. Das Freihandelsabkommen mit Indonesien kommt also genau zum richtigen Zeitpunkt. Es trägt zur Erholung nach dem Corona-Schock bei.

Welche Schweizer Unternehmen können von Freihandelsabkommen profitieren?

Ganz klar: alle. Es sind nicht nur Grosskonzerne, die durch Freihandelsabkommen einen Vorteil erhalten. Im Gegenteil: 90 Prozent aller hier ansässigen Firmen, die solche Abkommen nutzen, sind KMU. Und natürlich profitieren KMU auch in ihrer Rolle als Zulieferer für grössere Exportunternehmen, wenn sich diese dank Freihandelsabkommen in neuen Märkten etablieren können. Viele Schlüsselbranchen unserer Wirtschaft verdienen ihr Geld hauptsächlich im Ausland. Die hiesige Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie beispielsweise exportiert 80 Prozent ihrer Güter. Exportierende Unternehmen entfalten ihr volles Potential aber nur, wenn sie ihre Produkte möglichst hindernisfrei auf den Weltmärkten verkaufen können. Dafür sorgen Freihandelsabkommen. Sie bauen Zollschranken und Handelshemmnisse ab.

Kritiker monieren, Freihandelsabkommen kämen in erster Linie den reichen Industrienationen zugute. Was sagen Sie dazu?

Freihandel nützt allen beteiligten Ländern. Das ist logisch, sonst würde kein Staat einen solchen Vertrag abschliessen. Vom freien Handel mit Gütern und Dienstleistungen profitieren also nicht nur die reichen Industrienationen, sondern im Wesentlichen auch die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Das beweist die Geschichte eindrücklich. Freihandel trug entscheidend dazu bei, mehrere hundert Millionen Menschen aus der Armut zu befreien.

Am 7. März stimmt die Schweiz über ein umfassendes Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit Indonesien ab. Bisher zählt das asiatische Land nicht zu den wichtigen Handelspartnern der Schweiz. Hiesige Unternehmen exportieren jährlich Güter im Wert von einer halben Milliarden Franken nach Indonesien. Verglichen mit dem Handelsvolumen mit anderen Nationen ist diese Zahl bescheiden. Weshalb ist es Ihrer Meinung nach dennoch wichtig, dem Freihandelsvertrag mit Indonesien zuzustimmen?

Ein Hemmnis für einen grösseren Warenaustausch zwischen der Schweiz und Indonesien sind zweifelsohne die hohen Zölle auf Schweizer Industriegüter. Diese betragen durchschnittlich acht Prozent. Hier schafft das Freihandelsabkommen Abhilfe. So werden 98 Prozent der Schweizer Exporte zollbefreit. Hinzu kommen der Abbau von zahlreichen Handelshemmnissen und der Schutz von geistigem Eigentum. Das Freihandelsabkommen erleichtert Schweizer Firmen den Zugang zum stark wachsenden indonesischen Markt. Es verschafft ihnen auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der direkten Konkurrenz aus der EU und den USA, die nicht über ein Freihandelsabkommen mit Indonesien verfügen.

Inwiefern ist Indonesien für Ihr eigenes Unternehmen, die KKS Ultraschall AG, ein interessanter Markt?

Von Steinen aus exportiert die KKS Ultraschall AG innovative Lösungen auf den Gebieten der industriellen Reinigungs-, Ultraschall- und Oberflächentechnologie in die ganze Welt. In Asien sind wir bisher hauptsächlich in China aktiv. Doch Indonesien entwickelt sich zu einem der attraktivsten Märkte der Welt. Mit mehr als 267 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten birgt der Inselstaat grosses Potential für Schweizer Unternehmen. Und seine Bedeutung wird weiter zunehmen. Der Mittelstand wächst und Experten schätzen, dass Indonesien 2050 die viertgrösste Volkswirtschaft der Welt ist. Es ist klar, dass auch unser Unternehmen dereinst vom vereinfachten Handel mit Indonesien profitieren wird.

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