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Freizugebende Zeit f├╝r die Stellensuche

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Das Thema freizugebende Zeit f├╝r die Stellensuche gibt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer wieder Anlass zu Diskussionen. Dem Gesetz sind dazu nicht alle Antworten zu entnehmen, es hat sich aber eine gewisse Praxis herausgebildet.

Gem├Ąss den gesetzlichen Bestimmungen hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer nach erfolgter K├╝ndigung die f├╝r das Aufsuchen einer anderen Arbeitsstelle erforderliche Zeit zu gew├Ąhren (Art. 329 Abs. 3 OR). Der Arbeitnehmer hat also einen gesetzlichen Anspruch auf diese ausserordentliche Freizeit. Dies auch dann, wenn er selber gek├╝ndigt hat. Die Dauer und der Zeitpunkt werden allerdings vom Arbeitgeber bestimmt. Dieser hat dabei auf die Interessen des Arbeitnehmers R├╝cksicht zu nehmen. ├ťblicherweise wird ein halber Tag pro Woche oder wenn der Arbeitnehmer das w├╝nscht, 2 x 2 Stunden, gew├Ąhrt. Je nach Alter oder Beruf des Arbeitnehmers und der Situation auf dem Arbeitsmarkt kann sich die zu gew├Ąhrende Zeit aber erh├Âhen. Die Termine f├╝r die Stellensuche muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber rechtzeitig mitteilen. Nur die f├╝r das Vorstellungsgespr├Ąch und den Weg dorthin effektiv ben├Âtigte Zeit ist frei zu geben. Das Lesen von Stelleninseraten oder die Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen hat der Arbeitnehmer dagegen in seiner ordentlichen Freizeit zu erledigen. Ob der Arbeitnehmer f├╝r die effektiv ben├Âtigte Zeit zur Stellensuche den Lohn zugute hat, ist umstritten. Soweit die Stellensuche jedoch unverschuldet ist und nicht ausserhalb der Arbeitszeit erfolgen kann, ist wohl ein Anspruch auf Lohnfortzahlung im Rahmen von Art. 324a OR zu bejahen. Um diesbez├╝glich Klarheit zu schaffen, empfiehlt es sich, eine schriftliche Vereinbarung zu treffen.

Letzte Aktualisierung: 11.06.2013