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Einen Industrie-Lockdown verhindern

Die zweite Welle ist da. Trotz der am 18. Oktober beschlossenen Massnahmen des Bundes befürchten viele, dass es wieder zu einem Lockdown kommen wird. Dieser wäre wirtschaftlich nicht zu verkraften und muss unbedingt verhindert werden. Das gilt insbesondere für die Industrie, die nie ein Verbreitungs-Hotspot war. Swissmem fordert von Bund und Kantonen ein öffentliches Bekenntnis, dass die Industrie nicht in einen Lockdown gezwungen wird. Dafür müssen die die BAG-Regeln in den Betrieben weiterhin konsequent durchgesetzt werden. Die grösste Ansteckungsgefahr lauert aber im Privatleben. Damit sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verantwortung, auch im privaten Umfeld die notwendige Vorsicht zu wahren.

Die Industrie musste im Zuge der Corona-Pandemie vor allem im zweiten Quartal hohe Rückgänge bei den Aufträgen und den Umsätzen hinnehmen. Die Erholung der Geschäftstätigkeit erfolgt oft nur schleppend, was viele Jobs in Gefahr bringt. Neue Einschränkungen der Geschäftstätigkeit wären vielerorts kaum zu verkraften.

Dass nun in der Öffentlichkeit wieder über Lockdowns gesprochen wird, ist für die Unternehmen der MEM-Industrie und deren Mitarbeitende frustrierend. Sie haben sich von Beginn weg konsequent an die Hygiene- und Distanzvorschriften des BAG gehalten. Zahlreiche Behördenkontrollen in den Betrieben bestätigen diesen Befund. Entsprechend waren die MEM-Firmen niemals Hotspots bei der Verbreitung des Virus. Dafür verdienen die Unternehmen und insbesondere ihre disziplinierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen grossen Dank.

Planungssicherheit für Firmen und Mitarbeitende schaffen

Diese Erfahrung ist die Basis der Swissmem-Forderung, dass die Industrie künftig nicht in einen Lockdown gezwungen werden darf. Mehr noch: Es braucht ein öffentliches Bekenntnis von Bund und Kantonen, dass die Industrie in der ganzen Schweiz von einem allfälligen Lockdown ausgenommen wird. Ein solches Bekenntnis schüfe Planungssicherheit für die Unternehmen und ihre Mitarbeitenden sowie die Gewissheit für Kunden und Lieferanten, dass es zu keinen Ausfällen kommen wird. Letztlich würde dieses Bekenntnis den Druck auf die Betriebe sowie deren Jobs dämpfen und so den Werkplatz Schweiz stärken.

Aus Sicht Swissmem sind nun folgende Massnahmen notwendig: Die Betriebe können die Verbreitung des Virus mit einer weiterhin konsequenten Umsetzung der BAG-Vorschriften dämpfen. Ergänzend sollten möglichst alle Menschen in diesem Land die Covid-App des Bundes herunterladen und so das Contact-Tracing unterstützen. Selbstredend müssen überall dort Masken getragen werden, wo die Distanzregeln nicht eingehalten werden können.

Zudem braucht es eine Ausweitung der Teststrategie. Es müssen möglichst viele Schnelltests für Arbeitnehmende und Geschäftsreisende zur Verfügung gestellt werden. Tests schaffen Sicherheit. Mit dieser Sicherheit können Reisebeschränkungen und Quarantäne-Regeln gelockert werden. Beides sind Hemmnisse, welche die Auftragsakquisition sowie die Service- und Projektarbeiten enorm behindern und hohe Kosten verursachen. Und dies oftmals, obwohl gar keine Infektion besteht. Besonders schlimm wäre es, wenn wegen den steigenden Fallzahlen nicht mehr oder nur mit Quarantänen ins Ausland gereist werden dürfte. Dann hätte die nachlassende Disziplin in den vergangenen Wochen enorme negative Auswirkungen für die Exportindustrie und die dort beschäftigten Menschen.

Sorgfalt auch im privaten Umfeld notwendig

Derzeit erfolgen die meisten Ansteckungen im Privatleben. Damit sind alle Menschen in der Schweiz in der Verantwortung, im privaten Umfeld die notwendige Vorsicht zu wahren. Auch wenn es im Privatleben verständlicherweise schwerfällt, müssen im Interesse aller die Distanz- und Hygieneregeln eingehalten werden. Denn sollte es dennoch zu einem erneuten Lockdown kommen, wären weitere Jobverluste unvermeidlich. Swissmem dankt allen Menschen, die sich verantwortungsvoll verhalten und sich konsequent an die BAG-Regeln halten.

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