Bei rund 80 Prozent aller Formel-1-Rennstrecken weltweit sorgen Fangzäune aus der Schweiz für Sicherheit. Entwickelt von Geobrugg, schützen sie Zuschauerinnen und Zuschauer zuverlässig vor Trümmerflug und im Extremfall sogar vor ausser Kontrolle geratenen Fahrzeugen. Jochen Braunwarth, Direktor Motorsport bei Geobrugg, sagt: Unser Fangzaun hat nichts mehr mit einem Drahtzaun gemein. Er ist ein hochkomplexes Sicherheitssystem, das im Ernstfall enorme Kräfte aufnehmen und kontrolliert abbauen muss.
Getestet unter Extrembedingungen
Geobrugg war weltweit das erste Unternehmen, das Fangzäune konsequent im Massstab 1:1 testete. Statt sich auf theoretische Vorgaben zu verlassen, werden reale Unfallszenarien simuliert – etwa mit einer 780 Kilogramm schweren Stahlkugel oder mit Fahrzeugen, die mit 120 km/h in den Zaun einschlagen. Ziel ist es, nicht nur Fahrzeuge zu stoppen, sondern auch zu verhindern, dass Zaunteile selbst zur Gefahr werden. Frühere Systeme versagten genau hier: Bei Unfällen konnten sich Elemente lösen und in den Zuschauerbereich geschleudert werden.
Der Schlüssel zur Sicherheit liegt im Zusammenspiel aller Komponenten. Das hochfeste Drahtgeflecht – drei- bis viermal stärker als herkömmliche Zäune – arbeitet mit Seilen, Stützen und sogar dem Fundament zusammen. Dass sich im Ernstfall auch das Fundament kontrolliert aus dem Boden lösen darf, ist kein Fehler, sondern Teil des Konzepts zur Energieabsorption.
Von der Rennstrecke bis zur kritischen Infrastruktur
Die Anforderungen an Fangzäune entwickeln sich stetig weiter. Stadtkurse mit engen Radien, mobile Systeme für Mehrzweckanlagen oder temporäre Installationen auf Brücken verlangen nach neuen Lösungen. Ein aktuelles Beispiel ist der neue Stadtkurs in Madrid, für den Geobrugg innert weniger Monate tausende Betonfundamente, hunderte Tonnen Stahl und neu entwickelte Radienelemente realisiert.
Gleichzeitig findet die Technologie auch ausserhalb des Motorsports Anwendung: beim Schutz vor Steinschlag, bei maritimen Sicherheitslösungen oder beim Schutz kritischer Infrastruktur vor Drohnen- oder RPG-Angriffen. Immer steht dabei derselbe Grundsatz im Zentrum: Systeme müssen getestet, verstanden und im Zusammenspiel zuverlässig funktionieren. Wie das alles funktioniert, erläutert Jochen Braunwarth im neuen TecTalk.
TecTalk - Der Podcast der Schweizer Tech-Industrie
300 km/h, fliegende Trümmer, extreme Kräfte – und mittendrin Fangzäune aus der Schweiz. In diesem TecTalk zeigt Geobrugg, warum ihre Fangzäune an rund 80 % aller Formel-1-Strecken weltweit im Einsatz sind. Reale Crash-Aufnahmen, spektakuläre 1:1-Tests und überraschende Anwendungen weit über den Motorsport hinaus machen klar: Sicherheit entsteht nicht zufällig. Wie Fangzäune Fahrzeuge stoppen, Energie abbauen und sogar in kriegerischen Konflikten Menschen schützen – jetzt im TecTalk.