Die Verbesserungen beim Marktzugang sind substanziell: Mittelfristig sollen 99,8 Prozent der Schweizer Exporte zollfrei nach China gelangen und 77,5 Prozent bereits mit Inkrafttreten. Heute sind es erst 53,6 Prozent. Das zusätzliche Zolleinsparpotenzial beträgt laut SECO rund 244 Millionen Franken. Besonders stark profitieren unter anderem Maschinen, elektrische Maschinen und Präzisionsinstrumente.
«China ist für die Schweizer Tech-Industrie Schlüsselmarkt und anspruchsvoller Wettbewerber zugleich. Mit der Modernisierung des Freihandelsabkommens werden bestehende Zollnachteile bei Hochtechnologieprodukten beseitigt und die Spielregeln für den Handel auf den neuesten Stand gebracht. Das ist genau die pragmatische Aussenwirtschaftspolitik, die ein exportorientierter Kleinstaat braucht», sagt Swissmem-Präsident Martin Hirzel.
China setzt neue Massstäbe im Wettbewerb
Wie wichtig bessere Rahmenbedingungen sind, zeigte auch das 24. Swissmem Symposium. Dort wurde deutlich, dass chinesische Unternehmen längst nicht mehr primär über den Preis konkurrieren. Sie haben technologisch sowie qualitativ stark aufgeholt und bringen neue Lösungen mit hoher Geschwindigkeit auf den Markt. Für Schweizer Unternehmen reicht deshalb technische Exzellenz allein nicht mehr. Geschwindigkeit, Kundennähe, Service und effiziente Prozesse sind zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren geworden. China ist heute nicht nur ein bedeutender Absatz- und Beschaffungsmarkt, sondern auch ein Markt, der Schweizer Unternehmen zu kontinuierlicher Innovation und Anpassung zwingt.
Gute Rahmenbedingungen als Wettbewerbsvorteil
Das modernisierte Freihandelsabkommen löst diese unternehmerischen Herausforderungen nicht – aber es verbessert die Ausgangslage. Modernisierte Ursprungsregeln und Handelserleichterungen, bessere Bedingungen für Investitionen sowie Regeln zum digitalen Handel schaffen mehr Rechtssicherheit und Planbarkeit. Gleichzeitig bleibt es Aufgabe der Unternehmen, mit geopolitischen Risiken umzugehen sowie Lieferketten und Positionierung im chinesischen Markt zu steuern.
Für Swissmem ist klar: Die Schweiz muss nicht zu China werden. Wir müssen unsere Spitzenqualität bewahren und gleichzeitig deutlich schneller werden. Offene Märkte und faire Wettbewerbsbedingungen geben den Unternehmen den nötigen Spielraum dafür. Nun gilt es, das Abkommen rasch zu unterzeichnen und zu ratifizieren. Swissmem setzt sich politisch mit Nachdruck dafür ein.
