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Mentoring: «Man muss nicht alles allein machen»

Wie findet man eine Mentorin oder einen Mentor, die oder der zur eigenen Situation passt? Und wie kann diese Person dabei helfen, den nächsten Karriereschritt gezielt anzugehen? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich der SwisswoMEMclub-Event «Let’s talk about Tech-Career» am 12. November 2026 in Zürich Oerlikon.

Das Programm beleuchtet Aus- und Weiterbildung, Karriereplanung, die Förderung weiblicher Talente sowie Networking, Mentoring und Sponsoring. Priska Burkard, Mitgründerin und Geschäftsführerin von TechFace, leitet einen der drei interaktiven Round Tables. Im Interview erklärt sie, worauf es bei der Suche nach einer passenden Mentorin oder einem passenden Mentor ankommt. Am Event können die Teilnehmenden die Impulse auf ihre eigene Situation übertragen, ihre Fragen einbringen und konkrete nächste Schritte entwickeln.

Priska Burkard, Mitgründerin und Geschäftsleiterin von TechFace

Priska Burkard ist Mitgründerin und Geschäftsleiterin von TechFace. Die Organisation ist seit über acht Jahren in der Schweiz aktiv und setzt sich dafür ein, die Diversität in der Tech-Branche zu erhöhen – mit einem besonderen Fokus auf Gender Diversity.

Du begleitest seit vielen Jahren Frauen auf ihrem Karriereweg. Welche Frage oder Unsicherheit zum Thema Mentoring begegnet dir besonders häufig?

Am häufigsten fragen Frauen: Wo finde ich eine Mentorin oder einen Mentor, die oder der zu mir passt? Und ist diese Person überhaupt bereit, mich zu begleiten? Entscheidend ist, den Mut zu haben und einfach zu fragen. Viele Menschen empfinden eine solche Anfrage als Kompliment, weil sie zeigt, dass ihre Erfahrung und ihr Karriereweg geschätzt werden. Gleichzeitig sollte man ein Nein nicht persönlich nehmen. Vielleicht fehlt der Person momentan die Zeit, sie betreut bereits andere Mentees oder sie hält sich nicht für die richtige Begleitung.

Gibt es eine Mentoring-Erfahrung oder Begegnung, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

In einem früheren Mentoring-Programm haben wir die Matches noch weitgehend manuell zusammengestellt. Eine Teilnehmerin erzählt mir bis heute, dass ihr Match für sie das beste Mentoring gewesen sei. Sie steht weiterhin mit ihrer Mentorin in Kontakt und wurde auf ihrem Weg und bei der Klärung ihrer beruflichen Ziele stark unterstützt. Besonders schön ist, dass sie diese Erfahrung inzwischen selbst weitergibt und andere Menschen unterstützt.

Wann kann Mentoring in einer Karriere besonders wertvoll sein?

Mentoring ist besonders hilfreich, wenn man zumindest grob weiss, in welche Richtung man gehen möchte – etwa, wenn man das Fachgebiet wechseln, eine Führungsposition übernehmen oder einen anderen nächsten Schritt machen will. Das Ziel muss noch nicht bis ins Detail definiert sein. Eine ungefähre Vorstellung reicht als Ausgangspunkt. Je klarer sie ist, desto gezielter kann eine Mentorin oder ein Mentor unterstützen. Ohne jede Orientierung ist es hingegen schwierig zu beurteilen, ob die gewählte Person überhaupt die richtige Begleitung ist.

Was wird beim Thema Mentoring häufig missverstanden?

Mentoring ist nicht dasselbe wie Sponsoring. Manche erwarten, dass eine Mentorin oder ein Mentor ihnen direkt einen neuen Job verschafft oder sie in einer bestimmten Position platziert. Das ist meist nicht möglich und auch keine faire Erwartung. Mentorinnen und Mentoren können Türen öffnen, Kontakte empfehlen oder auf interessante Unternehmen hinweisen. Sponsoring geht weiter: Eine einflussreiche Person setzt sich aktiv dafür ein, jemanden für eine konkrete Position vorzuschlagen oder intern zu platzieren. Das findet oft innerhalb eines Unternehmens statt.

Ist Mentoring eher eine kurzfristige UnterstĂĽtzung oder eine langfristige Beziehung?

Beides ist möglich. Als ich noch angestellt war und meine Karriere aufbaute, wollte ich über meine Firma ins Ausland gehen. Eine Person unterstützte mich gezielt dabei. Nachdem ich dieses Ziel erreicht hatte, war diese Mentoring-Rolle nicht mehr nötig. Gleichzeitig gibt es Menschen, die ich über längere Zeit immer wieder um Rat gebeten habe. Solche Beziehungen sind weniger intensiv, dauern dafür länger. Entscheidend ist, dass Mentorin oder Mentor und Mentee ihre Erwartungen, Möglichkeiten und den zeitlichen Rahmen gemeinsam klären.

Was passiert, wenn ein Mentoring-Match nicht funktioniert?

Das kommt vor und ist völlig in Ordnung. Vielleicht merkt man nach dem ersten oder zweiten Treffen, dass die Unterstützung nicht den eigenen Bedürfnissen entspricht oder dass die Mentorin beziehungsweise der Mentor nicht genügend Zeit hat. Das muss niemand negativ werten. Man kann sich wertschätzend verabschieden, sich für die gemeinsame Zeit bedanken und offen sagen, dass man etwas anderes braucht. Ein nicht passendes Match ist kein persönliches Scheitern.

Was können Young Professionals aus deinem Round Table am SwisswoMEMclub-Event «Let’s talk about Tech-Career» für die Suche nach einer Mentorin oder einem Mentor und ihren eigenen Karriereweg mitnehmen?

Die Teilnehmenden sollen nach dem Austausch besser einschätzen können, welche Art von Unterstützung sie für ihren nächsten Karriereschritt brauchen, wer dafür die richtige Person sein könnte und wie sie auf diese Person zugehen können. Man kann viele Fehler vermeiden, die andere bereits gemacht haben. Gerade in der Karriere muss man nicht alles allein bewältigen. Viele Frauen haben aus traditionellen Rollenbildern mitgenommen, dass sie für sich und für andere sorgen und vieles selbst lösen müssen. Doch wir dürfen Unterstützung annehmen. Erfahrene Menschen können zeigen, wie bestimmte Entscheidungen ihren Weg beeinflusst haben. Daraus lässt sich ableiten, welche Fehler man umgehen, welche Schritte man ebenfalls gehen oder welche Erfahrungen man lieber nicht machen möchte. Das kann den nächsten Karriereschritt beschleunigen.

 

Welcher nächste Schritt passt zu deiner Laufbahn? 

Am 12. November kannst du diese und weitere Karrierefragen beim SwisswoMEMclub-Event «Let’s talk about Tech-Career» mit Expertinnen und anderen Young Professionals vertiefen. Neben Mentoring geht es an den interaktiven Round Tables um Aus- und Weiterbildung, Karriereplanung, Talentförderung, Networking und Sponsoring. Beim anschliessenden Apéro bleibt Zeit, Kontakte zu knüpfen und Gespräche weiterzuführen.

Jetzt einen der limitierten Plätze sichern: 

«Let’s talk about Tech-Career»  findet am 12. November 2026 von 17.00 bis 19.30 Uhr mit anschliessendem Networking-ApĂ©ro im Mama Shelter in ZĂĽrich Oerlikon statt.

 

Letzte Aktualisierung: 20.10.2026