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«Wir müssen lernen, dass Geiz nicht immer geil ist»

Die LCA Automation AG mit Sitz in Küssnacht am Rigi baut Sondermaschinen, Prüfstände und Montageanlagen. In diesem Jahr feiert das Swissmem-Mitglied sein 50-jähriges Bestehen. Zudem wird Christoph Rennhard, Inhaber und CEO des Unternehmens, beim 20. Swissmem Symposium, welches am 25. August 2022 im Lake Side Zürich stattfindet, zum Veranstaltungsmotto «Wir produzieren in der Schweiz – gestern, heute und morgen!» referieren – nicht zum ersten Mal, wie er im Exklusivinterview mit der «Technischen Rundschau» durchblicken lässt.

Das Interview führte Joachim Vogl, Chefredaktor der Technischen Rundschau.

Herr Rennhard, 1972 wurde die LCA Automation als Maschinenbau-Abteilung der Spälti AG in der Zürcher Gemeinde Obfelden gegründet. 2010 haben Sie dann vom bisherigen Inhaber alle Unternehmensanteile übernommen. Wie kam es dazu und was waren die Highlights ab 2010, an die Sie sich gerne zurückerinnern?

Das Highlight in den ersten Jahren nach der Übernahme war der erfolgte Geschäftsaufbau. Das eigenständige Handeln zeichnet den Unternehmer aus, und ich genoss diese Phase sehr. Wir planten auch bald den Umzug in grössere Räumlichkeiten nach Küssnacht am Rigi, wo wir heute tätig sind. Technische Highlights gibt es viele: Alle Anlagen, welche wir gebaut haben, erfüllen heute die Kundenanforderungen zuverlässig. Der Weg dorthin ist aber oft sehr anspruchsvoll.

Die LCA Automation AG entwickelt und baut Sondermaschinen, Prüfstände und Montageanlagen. Wie gestaltet sich momentan die Auftragslage speziell in der Schweiz und weltweit?

Schwierig. Die Investitionen werden lange geplant, aber spät getätigt. Wir haben einen rekordhohen Angebotsstand, die Konzernkunden lassen sich aber mit den Evaluationen viel Zeit, oftmals zu viel Zeit. Wir stellen auch fest, dass die Entwicklung der Produktionskonzepte immer mehr im Rahmen von Anfragen stattfindet, weil die konzerninternen Fachstellen unterbesetzt sind. Ihre Frage nach «weltweit» erinnert mich an die Tatsache, dass China seit Monaten unzugänglich und auch sehr entscheidungsträge ist. Die Verteuerung aller Materialien und der Energie, Transporte und Dienstleistungen trägt ebenfalls zur Unsicherheit der Märkte bei.

Wie beeinflussen die Pandemie und der Krieg in der Ukraine Ihr Unternehmen? Wie steuern Sie gegen?

Der Haupteinfluss der Pandemie ist die Abschottung Chinas, eines der Hauptmärkte unserer Kunden. Stellen Sie sich vor, einer unserer Techniker harrt seit bald zwei Monaten im Werk eines Kunden aus. Er durfte dieses nie verlassen, aufgrund der Lieferprobleme und des Lockdowns konnten die Arbeiten trotzdem nicht fortgeführt werden. Der Krieg in der Ukraine verteuert die Energie, verzögert Investitionsprojekte und schürt generell Unsicherheit. Das ist nicht das Klima des Wachstums, sondern der Besitzstandwahrung.

Neben dem Hauptsitz in Küssnacht am Rigi betreiben Sie zwei Service-Aussenstellen in Shanghai, China und in Puebla, Mexiko. Was bedeuten diese Aussenstellen für Ihr Unternehmen und gibt es aktuell weitere Expansionspläne?

Diese Aussenstellen sind sehr bedeutend für das Haupt­geschäft in der Schweiz. Unsere Kunden betreiben in diesen Märkten Werke, und wir müssen die Inbetriebnahmen, die Serviceleistungen und auch Softwareaktualisierungen mit lokalem Personal anbieten können. Die Bereitschaft, teure Servicetechniker-Einsätze zu finanzieren, ist vorbei. Gerade in China hat sich ein lokaler Wettbewerb aufgebaut, der in Europa ausgebildete Manager und Techniker mit den Billiglohn-Arbeitern und den Subventionen des Staates zu einem sehr wettbewerbsfähigen Verbund zusammenschliesst. LCA Mexiko hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich auch mit eigenen Kunden etabliert und befindet sich auf einem erfreulichen Wachstumskurs. Ich sehe ein mittelfristiges Potenzial im Nachbarland Deutschland und eventuell in den USA. Diese Expansionen müssen aber markt- und nicht inhabergetrieben sein, sonst ist diese Investition momentan nicht machbar.

Die Schweiz ist ein Hochlohn- und Hochkostenland. Hat die Produktion in der Schweiz im Zeitalter der Globalisierung überhaupt noch eine Zukunft? 

Ironischerweise ist es die Hauptgeschäftstätigkeit der LCA Automation AG, welche eine Produktion in der heutigen Schweiz zulässt: die Automation. Wir müssen die fähigen Mitarbeiter mit Kompetenzen ausstatten, damit sie den Kunden Lösungen vorschlagen, um ihre Produkte herzustellen. Das viel zitierte Re-Shoring kommt uns in den Hochpreisländern zugute. Die Globalisierung hat definitiv an Glanz verloren. Jetzt müssen die Leute wieder lernen, dass Geiz nicht immer «geil» ist. Das soll heissen, lokal hergestellte Produkte müssen qualitativ hervorragend, aber nicht so billig wie in China oder anderswo angeboten werden können. Der Erfolg jeder Tätigkeit hier in der Schweiz hängt von der Motivation, der Kompetenz und der Loyalität der Mitarbeiter ab.

Das Projektgeschäft ist eine vielschichtige Herausforderung für KMU. Wo sind hier Grenzen gesetzt, und welche Anstrengungen unternehmen Sie, den Vorgaben Ihrer Anwender möglichst nahe zu kommen?

Die grösste Schwierigkeit sind die diametral entgegengesetzten Entscheidungs- und Beschaffungszyklen. Einfach ausgedrückt: Es dauert gefühlt ewig, bis ein Projekt spezifiziert ist, also ein gegenseitig vereinbartes Ziel formuliert ist. Für die Erstellung des Projektes soll dann der ursprünglich angepeilte Zeitpunkt für den Produktionsstart durch einen beschleunigten Projektablauf wieder erreicht werden. Das ist gerade in der jetzigen Liefersituation schier unmöglich. Dieser Zeitdruck schlägt auf die Moral aller Beteiligten.

Das Thema Software wird in der Industrie zunehmend wichtiger. Bei der Steuerung von Anlagen und Systemen kooperieren Sie mit Beckhoff und Siemens. Welchen Anteil nimmt die Software in Ihrem Unternehmen ein?

Die Softwarekompetenz ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für unser Unternehmen. Sie können mechanisch bearbeitete Teile extern beschaffen, Baugruppen und Systeme zukaufen, bei der Programmierung und der Inbetriebnahme der Anlagen lohnt es sich, mit eigenen Spezialisten, welche die Ansprechpartner in den anderen Abteilungen und die Systeme der Lieferanten kennen, zu arbeiten.

Sie müssen aufgrund unvollständiger Lastenhefte Konzepte erarbeiten, deren Richtpreise später nicht mehr angepasst werden wollen. Wozu führt dies?

Danke, dass Sie diesen Punkt so sehr gewichten. Dies führt zu Verlusten. Die unternehmerische Kultur des Informierens, Begründen-Könnens und des Verhandelns ist einer «All inclusive»-Mentalität gewichen. Dieser Trend erfasst vor allem Firmen, deren operatives Management konsequent von einer rein kosten- und terminorientierten Einkaufsabteilung flankiert wird. Diese Firmen arbeiten richtig und erfolgreich im Sinne der Shareholder, die Sondermaschinenbauer riskieren dabei sehr viel.

2021 hat die Affentranger Bau AG eine 3D-Betondruck-Anlage, die von Ihrem Unternehmen gebaut wurde, als erster Schweizer Kunde in Betrieb genommen. Wann und warum haben Sie die Entscheidung getroffen, auch Lösungen in diesem Bereich anzubieten?

Beckhoff hat uns vor etwa drei Jahren angefragt, ob wir für einen Kunden eine Anlage aufbauen und industrialisieren wollen. Natürlich wollten wir. Ich fand die Anwendung hochinteressant, und wir entwickelten neben der Mechanik auch Teile der Software für den Betrieb dieses faszinierenden Druckers. Ich muss aber anmerken, dass die Sika AG als Materialentwickler hervorragende Vorarbeit geleistet hatte, um dieses Projekt erfolgreich umzusetzen. Affentranger war sehr visionär und mutig und investierte in ein gesamtes Produktionssystem, das jetzt hervorragend funktioniert. Die drei Partner arbeiten zusammen, und ich bin überzeugt, dass die Affentranger Bau AG diese Nische erfolgreich ausbauen wird.

Gibt es weitere nicht angestammte Bereiche, in denen Sie aktiv werden wollen?

Ja, wir kümmern uns um die alternative Erzeugung und Verteilung von Wasserstoff. Dieses Element wird energietechnisch sehr bedeutend werden. Es erlaubt, Spitzenerträge der alternativen, elektrischen Energieerzeugung in speicherbare, absolut CO2-neutrale Energie umzusetzen.

Die LCA Automation feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Welche Aktivitäten haben Sie dazu geplant?

Wir führen für Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Partner einen Tag der offenen Tür durch. Dabei zeigen wir unsere Aktivitäten und Kompetenzen in einem lockeren, spielerischen Rahmen.

Wie behaupten Sie sich gegenüber Ihren Mitbewerbern? Was macht LCA Automation anders/besser als Ihre Marktbegleiter?

Wir erkennen und bauen Lösungen für unsere Kunden, und dies schnell. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Erstens ist zu Beginn einer Aufgabe der genaue Umfang selten bekannt. Zweitens finden Sie Dutzende von Firmen, welche sich als Macher bezeichnen, in Tat und Wahrheit aber als Vermittler oder Berater auftreten wollen. Die Macher sind die, welche die Maschine aufbauen, in Betrieb setzen und die Vorabnahme im eigenen Betrieb und später im Kundenwerk durchführen können, weltweit. Dazu brauchen Sie die ganze, oder sagen wir mindestens die geschwindigkeitsbestimmende Wertschöpfung im eigenen Unternehmen. Dies erfordert ein eingespieltes Team von Spezialisten. Wir sind stolz, genau dies bei LCA anbieten zu können.

Die LCA Automation AG ist eines von über 1250 Mitgliedern von Swissmem, dem Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Welche Vorteile geniessen Sie als Verbandsmitglied?  

Swissmem ist sehr authentisch. Der Verband lebt mit den 24 Industriesektoren die Nähe zur Industrie und agiert so als Vermittler. Der Austausch ist informell, aber doch periodisch geregelt. Die Veranstaltungen sind wertschöpfend, und das Personal ist freundlich, zugänglich und kompetent.

Ein weiteres Jubiläum: In diesem Jahr findet das Swissmem Symposium zum insgesamt 20. Mal statt. Das Thema zur Jubiläumsveranstaltung lautet: «Wir produzieren in der Schweiz – gestern, heute und morgen!» Welche Herausforderungen sehen Sie in diesem Zusammenhang?

Stellen Sie sich vor: Ich durfte vor bald 20 Jahren zu diesem Thema am Symposium referieren – und darf dieses Jahr wieder meine Meinung zu diesem Thema mitteilen. Ich werde von der Herausforderung berichten, in einer stets dienstleistungsorientierteren Gesellschaft, welche zusätzlich eine rasante Akademisierung anstrengt, die Werte des Handwerks hochzuhalten. Die Herausforderung ist die, für die produzierenden Betriebe die besten Köpfe gewinnen zu können, damit wir die Innovation nicht nur predigen, sondern diese in den Prozessen, der Kundengewinnung, der Erschliessung neuer Märkte und der Produkteentwicklung anwenden können.

Ist der Fachkräftemangel wirklich die Ursache allen Übels? Wie effektiv hilft die Arbeitsmigration bei der Behebung dieser Herausforderung? Wie gewinnt die LCA Automation qualifizierte Mitarbeiter?

Danke für diese Frage. Nein, der viel zitierte Fachkräftemangel betrifft nämlich genau die Kernkompetenz der LCA: das Machen. Sie finden immer leichter hervorragend ausgebildete Leute, viele davon zugewandert, die viel wissen, aber wenig können. Der Handwerker, mit Betriebserfahrung und teilweise auch mit Weiterbildung, kann aus dem Konzept die funktionierende Maschine erstellen. Natürlich im Verbund mehrerer Spezialisten, aber immer handwerklich. Schauen Sie doch die Bilanz der Immigration an: Hilfskräfte, Arbeitsmigranten und akademische Gutverdiener, der Mittelbau fehlt fast gänzlich. Wir bilden unseren Nachwuchs selber aus – zehn Prozent der Belegschaft sind Lernende, in den industrierelevanten Berufen. Solche Zielsetzungen sollten viele Herstellbetriebe anstreben, dann wäre der Mangel deutlich niedriger.

Alle schwärmen von der Lehre – und schicken ihre Kinder in die Nachhilfe, damit sie die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium schaffen. Hinterher wird oftmals studiert. Ist das nicht ein Widerspruch in sich?

Ganz genau. Hier kann man anknüpfen und stösst auf eine alte Weisheit: Wasser predigen und Wein trinken. Anders gesagt, nimmt man gerne eine Position ein, sucht aber selber das vermeintliche Optimum. Viele städtische Gesellschaften sehen im Handwerk den Abstieg, das Proletariat. Der akademische Weg befriedigt das Ego und den Status. Diesem wird zu viel nachgeeifert. Heute kann nach der Lehre problemlos ein akademischer Weg gewählt werden, die Erfahrung des Handwerks hat man dann aber auf sicher. Ich mache ein klares Statement: Aus einem tollen Handwerker kann durchaus ein Akademiker werden, aber aus einem Akademiker wird nie mehr ein Handwerker. Wenn Sie also alle talentierten Leute ins Gymnasium führen, wird künftig kein einziger die anspruchsvollen Aufgaben, die unsere Industrie anpacken muss, lösen helfen.

Rekrutierung ist eine notwendige Kernkompetenz. Wie schaffen Sie es, Interesse zu wecken, authentisch zu sein und Verantwortung zu übertragen?

Die beste Rekrutierung erfolgt heute über persönliche Netzwerke. Die sozialen Medien tragen durchaus dazu bei, dass man auch als kleines Unternehmen gesehen wird. Dazu gehört, das Geschick, die Tätigkeiten und vor allem die Erfolge der Mitarbeiter sichtbar zu machen. Der Mitarbeiter zeigt diese Beiträge seinem Umfeld, dadurch entsteht ein gewollter Schneeballeffekt. Die Ausarbeitung der Botschaften überträgt man als Patron im besten Alter besser an die jüngere Generation. Wir Älteren drücken uns anders aus, und authentisch sein heisst eben, sich selber sein und nicht mit aufgesetzter Jugendsprache cool sein wollen. Wenn der Kontakt einmal hergestellt ist, müssen die Inhalte, die Märkte, das Team und so weiter stimmen.

Für viele Mitarbeiter ist die sogenannte Work-Life-Balance ein wichtiges Thema. Mit welchen Erwartungen werden Sie an dieser Stelle konfrontiert, und ist denn das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber hier noch auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen? 

Dieses Thema ist für jeden Firmeninhaber ein anspruchsvolles. Die Work-Life-Balance hat sehr viel mit Vertrauen zu tun. Die Gleichbehandlung, also das Zulassen von Freiräumen, impliziert eine gleiche Ausgangslage bei allen Mitarbeitern. Dies ist in der Praxis anders. Jeder Betrieb kennt sehr loyale, fleissige und zuverlässige Mitarbeiter. Einige sind aber auch egoistisch, träge und auf den eigenen Vorteil bedacht. Es braucht klare Regeln und Kontrollinstrumente, um Ungerechtigkeiten und Bevorzugung zu vermeiden. Am besten entwickelt man die Modelle mit den Mitarbeitern oder mindestens mit dem Kader gemeinsam, dann werden sie auch getragen. Und wenn Sie einem Mitarbeiter eröffnen, dass Sie ihm bei der Leistungserbringung im Homeoffice nicht trauen, dann sollte man sich trennen.

Die Themen Industrie 4.0, KI, ML, Deep Learning, Big Data und so weiter sind – teilweise – seit Jahren in aller Munde. Dazu kommen die sozialen Netzwerke. Sehen Sie diese eher als Fluch oder als Segen für KMU?

Diese Hilfsmittel setzen wir seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, ein. Vieles wurde mystifiziert, aber Automations­anlagen werden schon lange durch Steuerungen und Sensorik betrieben, überwacht und der Zustand übers Internet oder früher das GSM-Netz gemeldet. Für uns stellt sich diese Frage also nicht, wir sind stets mitten drin und wenden alle diese Instrumente an.

Der Erfolgsfaktor im KMU ist nicht mehr das Produkt als solches, sondern einzig die Kundenbeziehung und die Problemlösungskompetenz. Wie schaffen Sie es, mit Ihren Lösungen zu begeistern, und wie lassen sich diese marktgerecht entwickeln und produzieren?

Wir haben eine Mannschaft aufgebaut, welche die Kundenbedürfnisse rasch analysiert, die Lösungsvorschläge im 3D-CAD visualisiert und diese dann finanziell und terminlich bewertet. Daraus leiten wir ein für den Kunden massgeschneidertes Konzept ab und bieten es auf Wunsch mit einem verbindlichen Termin und Verkaufspreis an. Dies gibt dem Kunden Planungssicherheit. Das Thema Marktgerechtigkeit ist oft ein ambivalentes: Wir Sondermaschinenbauer müssen Preise immer rechtfertigen, obwohl der Materialanteil, also die zugekauften Systeme, einen Grossteil der Anlage ausmachen. Eine Sondermaschine hat eben aufgrund ihrer Einzigartigkeit keinen Marktpreis, sondern am Ende einen Nutzwert, den der Kunde etwas früher oder später amortisiert. Und glauben Sie mir, jede LCA-Maschine produziert nach der Amortisation noch viele Jahre weiter. Das ist der Lohn für den Kunden, der uns vertraut.

Wie wird sich die MEM-Branche Ihrer Meinung nach weiterentwickeln? Wo stehen wir mittel- bis langfristig?

Der Anteil an Gesamtlösungen wird steigen. Immer weniger Firmen wollen sich die Komponenten einer Anlage selber beschaffen und diese dann zusammenstellen. Ein Schwergewicht werden die Prozesstechnik, die Softwarekompetenz und die Fähigkeit, als Generalunternehmer ein Projekt durchzuziehen, sein. Der Simulation wird auch eine grosse Bedeutung zukommen. Dies ist nicht der digitale Zwilling, sondern die digitale Planung einer Neuanlage. Wenn die Visualisierung mit bereits gemachten Lösungen ergänzt werden kann, hat der Kunde das Vertrauen und wird rascher entscheiden. Die Entscheidungsgremien werden stets weniger technikaffin, und dies fordert eine Angebotserstellung, welche nicht nur Techniker anspricht, sondern alle Entscheider. Daran müssen wir noch arbeiten.           

Das 20. Swissmem Symposium 2022 beleuchtet das Thema «Wir produzieren in der Schweiz – gestern, heute und morgen!»
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