Wie entstand die Idee zu Aura?
Simon Mark: Aura entstand auf höchster Ebene: an der Schnittstelle von Vision und Mut. Die Geschäftsleitung von Hexagon AB sah, dass unsere Mess- und 3D-Technologie weit über klassische Industrieanwendungen hinaus Wirkung entfalten kann, und gab den Auftrag, dies in Hexagon Ventures zu erproben, unserem Inkubator für neue Produktstrategien. Die Schönheitsindustrie war für uns alle Neuland. Genau das wurde zur Chance. Wir haben vom ersten Tag an das Gespräch mit den Kunden gesucht und früh ein starkes Netzwerk aufgebaut. Jedes Feedback hat unsere Produktvision geschärft. Der eigentliche Moment der Gewissheit kam beim Launch an der AMWC in Monaco, dem weltgrössten Branchentreffen: Die Resonanz dort hat uns gezeigt, dass wir einen echten Nerv getroffen haben.
Was war die grösste Herausforderung beim Aufbau von Aura?
Ein neues Produkt für einen Markt zu entwickeln, den wir noch nicht kannten, das war die grösste Herausforderung. Und zugleich die spannendste. Unsere Antwort darauf war Nähe. Wir haben von Beginn an eng mit Branchenexperten, Ärztinnen und Ärzten zusammengearbeitet und ihr Wissen kontinuierlich in die Entwicklung einfliessen lassen. So haben wir sichergestellt, dass Aura nicht aus der Distanz entsteht, sondern aus dem echten Bedarf der Anwender und ihrer Patienten heraus.
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Wie ĂĽberzeugt man innerhalb eines etablierten Technologieunternehmens von einer Idee ohne klar definierten Markt?
Es ist ein Zusammenspiel aus vier Dingen: Rückhalt von ganz oben, eine klare Vision, Reputation und Leadership. Vertrauen entsteht nicht über Nacht. Gemeinsam mit dem Hexagon CTO habe ich bei Leica Geosystems die BLK-Produktlinie aufgebaut. Diese Erfahrung hat mein Verständnis von Leadership und Mindset geprägt und war die ideale Vorbereitung auf Aura. Wer einmal gezeigt hat, dass aus einer Idee ein erfolgreiches Produkt wird, dem traut man auch den nächsten Sprung ins Unbekannte zu.
«Am Ende überzeugt man Menschen nicht mit einer fertigen Marktanalyse, sondern mit einer Vision, an die man selbst glaubt, und mit der Glaubwürdigkeit, sie umzusetzen.»
Wie half die technologische DNA von Hexagon bei der Entwicklung von Aura?
In Aura steckt das geballte Technologie-Spektrum von Hexagon. Beispielsweise geht die Anordnung der Kameras auf unsere Luftbildkameras zurĂĽck, die 3D-Rekonstruktionsalgorithmen stammen von Leica Geosystems, die Messfunktionen von Hexagon Manufacturing Intelligence. Kurz: ganz Hexagon, from microns to Mars. Die eigentliche Kunst lag darin, Technologien, die fĂĽr starre Objekte gemacht sind, auf das Lebendigste ĂĽberhaupt zu ĂĽbertragen, das menschliche Gesicht. Hier haben wir echtes Neuland betreten. Und beim Produkterlebnis, bei UX und UI, sind wir konsequent vom Anwender und seinem Patienten ausgegangen. Diese kompromisslose Nutzerzentrierung war fĂĽr uns als Technologieunternehmen ein neuer Weg, und rĂĽckblickend der richtige.
Wo steht Aura heute?
Mein Fokus liegt auf der gesamten Wertschöpfungskette: von der Vision über die Produktion in der Schweiz bis zur Markteinführung und der Roadmap für die nächsten Schritte. Es geht also um den ersten grossen Sprung. Ich nenne Aura bewusst lieber ein Corporate Venture oder Startup als ein Projekt, denn genau dieser Spirit treibt uns an. Und der Plan geht auf: Aura entwickelt sich genau so, wie wir es uns vorgenommen haben.
Was wĂĽrden Sie heute wieder genauso machen und was anders?
Die Schönheitsindustrie war für mich völlig neu. Gerade das hat mich, und später das ganze Team, dazu gebracht, die Nähe zu den Kunden zu suchen und sie genau zu verstehen. Zuhören und beobachten. Diesen Lernprozess haben wir konsequent weitergeführt, fast schon obsessiv, und er hat jede Entscheidung geprägt. Genau das würde ich wieder so machen. Beim Launch in Monaco sagte mir eine befreundete Ärztin, Aura sei das erste Produkt in diesem Bereich, das wirklich die Bedürfnisse der Anwender in den Mittelpunkt stellt und damit einen neuen Standard setzt. Dieses Kompliment bestätigt unseren Weg, und ich würde mein Team jederzeit wieder genau dorthin führen.
Anders machen würde ich vor allem eines: Beim Start von Aura gab es die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz, wie wir sie heute kennen, noch nicht. Heute erschliesse ich mir mit KI unbekannte Märkte und Branchen schneller und mit höherer Qualität. Was uns damals Monate gekostet hat, lässt sich heute in einem Bruchteil der Zeit erreichen. Und genau das macht mich für die nächste Innovation noch neugieriger.
Informationen zum Projekt «Aura»: https://aurareality.com/
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