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Umdenken und Chancen erkennen: unsere Take-Aways der Konferenz «Circular Economy Entrepreneurs CE2»

Unter dem Motto «ActInCircles» fand am 17. September 2020 in Interlaken das Circular Economy Entrepreneurs CE² – die Plattform zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in der Schweiz – statt. Swissmem ist Partner der Veranstaltung, die den Dialog zur Kreislaufwirtschaft fördern und innovative Unternehmerinnen und Unternehmer miteinander vernetzen will.

In den spannenden Deep Dive Sessions wurden diverse Aspekte der Kreislaufwirtschaft vertieft und reflektiert.

Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sind der Einladung gefolgt, um sich im Bereich der Kreislaufwirtschaft weiterzubilden und so die Weichen für ein nachhaltiges Unternehmertum zu stellen. Neben inspirierenden Keynotes von namhaften Referentinnen und Referenten wie alt-Bundesrätin Doris Leuthard, Multi-Verwaltungsrätin Barbara Kux oder Architekt und Vordenker Thomas Rau wartete das CE² 2020 mit der Verleihung des «Umweltpreis der Wirtschaft» auf. In den spannenden Deep Dive Sessions wurden diverse Aspekte der Kreislaufwirtschaft vertieft und reflektiert. In der Session von Switzerland Global Enterprise tauschten sich die Teilnehmenden über Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Beschleunigung des zirkulären Wachstums im internationalen Geschäft aus. Die SBB stellte in ihrer Session die Umsetzung zur Wiederverwendung von Infrastrukturteilen und Best Practice Tools zur Verankerung der Circular Economy im Unternehmen zur Diskussion.

Kreislaufwirtschaft in der Baubranche

Harald Professner, Head Business Development der Rhomberg Holding AG und Thomas Rau, Geschäftsführer von Turntoo und RAU Architekten diskutierten zusammen mit dem Gewinner des Umweltpreises der Wirtschaft, Eberhard Unternehmungen die Kreislaufwirtschaft in der Baubranche. Rhomberg Holding will im «Bauprozess von morgen» den Ressourcenverbrauch senken und heute falsch gesetzte Anreize revidieren. Das Bauen wird dabei entschleunigt, standardisiert und die Produktion von Bauteilen in umliegende KMU verlagert, um sich vor Ort auf der Baustelle ausschliesslich der Montage zu widmen. Thomas Rau schwebt eine Vision des Gebäudeparks als Materialbank vor, dessen Bestandteile beim Bau inventarisiert werden. Das zirkuläre Gebäude gebe es nicht, es hänge vom Menschen ab, das verbaute zirkuläre Material am Ende der Lebensdauer des Gebäudes wieder zu nutzen, so der Visionär und Vordenker. Die von ihm gegründete Plattform Madaster zur Inventarisierung von Gebäuden wurde auch in der Schweiz lanciert. Eberhard Unternehmungen erklärt die heutige Stadt zur Mine der Zukunft und macht Bauschutt zu Rohstoff. Diese drei Ansätze zusammen werden der Baubranche einen starken Schub hin zur zirkulären Verwendung von Baumaterialien geben.

«Kreislaufwirtschaft ist tief in der DNA von Hilti verwurzelt. Das Flottenmanagement für Werkzeuge entwickelte das Unternehmen vor über 20 Jahren.»

Caroline Stern, Head Circularity Hilti Group

Kreislaufwirtschaft in der MEM-Industrie

Auch die MEM-Industrie war an der Tagung gut vertreten. Caroline Stern, Head Circularity der Hilti Group gab spannende Einblicke in die Geschäftsmodelle des Werkzeugherstellers im Bereich Kreislaufwirtschaft wie den Geräteservice und das Flottenmanagement. Im moderierten Gespräch mit Riika Paarma, Direktorin für Kreislaufwirtschaft bei Stora Enso waren sich die beiden Referentinnen einig, dass es für das erfolgreiche «ActInCircles» einerseits ein Umdenken im Unternehmen und andererseits die enge Zusammenarbeit mit Partnern wie Zulieferern benötigt. Je nach Land seien es die Kunden von Hilti oder das Unternehmen selber, welche kritische Fragen zur Wiederverwertung von Materialen stellen und so die Thematik der Kreislaufwirtschaft vorantreiben. Als ersten Schritt empfehlen Caroline Stern und Riika Paarma, die Lieferketten des eigenen Unternehmens genau zu kennen und zu hinterfragen.

Den Umsetzungsstand und die Potenziale der Kreislaufwirtschaft in der MEM-Industrie beleuchteten im Vorfeld Dr. Adam Gontarz, Ressortleiter Fachgruppen und Dr. Christine Roth, Ressortleiterin Umwelt bei Swissmem. Zusammen mit Simone Rieder, Projektleiterin Kreislaufwirtschaft bei Rytec Circular wiesen sie im Beitrag für die NZZ auf den Einfluss der legislativen Aktivitäten in der Schweiz und der EU hin.

Damit der Austausch über die Kreislaufwirtschaft nicht ein Jahr bis zur nächsten Ausgabe des CE2 ruht, finden vier bis fünf Mal jährlich CE2-Labs statt. Gemeinsam mit Fachleuten aus den verschiedensten Branchen werden im kleinen Kreis Themen der Kreislaufwirtschaft diskutiert. Am 2. Dezember liegt beim CE2-Lab organisiert von V-Zug und Swiss Recycling mit Unterstützung von Swissmem der Fokus auf der Umsetzung von Kreislaufwirtschaft in einem MEM-Unternehmen. Weitere Informationen finden Sie unter: ce2lab.ch.

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