Die UmsĂ€tze in der Schweizer Tech-Industrie (Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie sowie verwandte Technologiebranchen) verharrten 2025 praktisch auf dem Vorjahresniveau (-0,3%). Nach einem schwachen ersten Halbjahr mit einem deutlichen UmsatzrĂŒckgang (-2,5%) setzte im Vergleich zu den Vorjahresperioden im dritten (+3,0%) und vierten Quartal (+1,1%) eine leichte Erholung ein.
Die AuftragseingĂ€nge entwickelten sich nur bescheiden. Sie erhöhten sich 2025 insgesamt um +1,4 Prozent. Immerhin verlief das zweite Halbjahr besser als das erste. GegenĂŒber den jeweiligen Vorjahresquartalen erhöhten sich die AuftrĂ€ge sowohl im dritten Quartal (+5,4%) wie auch im vierten Quartal (+5,0%). Das sind kleine Lichtblicke. Zudem stieg die KapazitĂ€tsauslastung in den Betrieben erstmals seit zehn Quartalen wieder leicht an. Sie erreichte im vierten Quartal 81,5 Prozent, nachdem sie vorher auf 80,7 Prozent abgesunken war. Damit liegt sie aber noch immer deutlich unter dem langjĂ€hrigen Mittel von 85,6 Prozent. Die Anzahl Mitarbeitende in der Tech-Industrie betrug im vierten Quartal 2025 322â900. Das sind 6â600 weniger als im Vorjahr.
EU-GeschÀft kompensiert die Exportverluste in die USA und nach Asien
Im Vergleich zum Vorjahr stagnierten 2025 die GĂŒterexporte der Tech-Industrie (+0,7%) und erreichten einen Wert von 68,1 Milliarden Franken. Bei den wichtigsten Warengruppen sanken die Ausfuhren bei Maschinen, Apparaten und mechanischen GerĂ€ten um -3,5 Prozent sowie bei Metallen und Metallwaren um -0,6 Prozent. Hingegen stiegen sie bei den Schienen-, Strassen- und Luftfahrzeugen um +14,9 Prozent, bei Elektrischen Maschinen, Apparaten und anderen elektrotechnischen Waren um +3,0 Prozent sowie bei den Mess-, PrĂŒf- und PrĂ€zisionsinstrumenten um +0,5 Prozent.
Die wichtigsten AbsatzmĂ€rkte entwickelten sich unterschiedlich. Aufgrund der hohen Zölle ist der starke RĂŒckgang der Exporte in die USA (-7,6%) wenig ĂŒberraschend. Allein im vierten Quartal sanken sie um -18 Prozent. Auch die Ausfuhren nach Asien waren 2025 rĂŒcklĂ€ufig
(-2,9%), wobei die negative Entwicklung des chinesischen Marktes (-11,2%) besonders ins Gewicht fĂ€llt. Der sichere Anker fĂŒr die Exporte der Tech-Industrie war einmal mehr der EU-Markt, wohin die GĂŒterausfuhren um +3,5 Prozent anstiegen.
Stimmungsaufhellung mit diversen Vorbehalten
«2025 war ein verlorenes Jahr fĂŒr die Schweizer Tech-Industrie», sagt Martin Hirzel, PrĂ€sident Swissmem. «Die Unternehmen haben sich angesichts des brutalen Umfeldes mit horrenden US-Zöllen und weltweiter ZurĂŒckhaltung bei Investitionen aber sehr gut geschlagen». Die Erwartungen fĂŒr 2026 sind durchzogen. Bei den Bestellungen hat im zweiten Halbjahr 2025 ein leichter RĂŒckenwind eingesetzt, und der PMI der Industrie weist in wichtigen MĂ€rkten, insbesondere in Europa, auf ein Wachstum hin.
Auch die Stimmung der Unternehmerinnen und Unternehmer hat sich leicht aufgehellt. In der jĂŒngsten Umfrage gehen 32 Prozent der Firmen in den nĂ€chsten zwölf Monaten von steigenden AuftrĂ€gen aus dem Ausland aus. 45 Prozent erwarten eine unverĂ€nderte Entwicklung, und 23 Prozent rechnen mit einem RĂŒckgang. Allerdings lĂ€sst sich noch nicht abschĂ€tzen, ob sich dieser positive Trend fortsetzen oder ein kurzes Strohfeuer bleiben wird. «Die Herausforderungen und Risiken bleiben gross», warnt Martin Hirzel. «Ich denke dabei an die generell unsichere Weltlage mit vielen offenen und schwelenden Konflikten, die unberechenbare US-Zollpolitik, den starken Schweizer Franken und die jĂŒngsten Abschottungstendenzen der EU. Sorgen bereitet mir zudem, dass im Parlament das VerstĂ€ndnis fĂŒr die Bedeutung unserer Standortvorteile zu fehlen scheint.»
Standortvorteile sichern Investitionen in der Schweiz
Trotz der zuletzt schwierigen Jahre haben die Unternehmen der Tech-Industrie am Standort Schweiz festgehalten. Das zeigt eine Befragung der Swissmem Mitgliedfirmen von Anfang 2026. So haben in den letzten drei Jahren 88 Prozent der Unternehmen in der Schweiz investiert â vor allem in den Ausbau und Modernisierung von ProduktionskapazitĂ€ten, in die Entwicklung und Herstellung neuer Produkte sowie in die Modernisierung der IT und GeschĂ€ftsprozesse. Die wichtigsten GrĂŒnde, welche fĂŒr die Schweiz sprechen, sind die VerfĂŒgbarkeit qualifizierter ArbeitskrĂ€fte (79%), die vorteilhaften Arbeitsmarktregulierungen (75%) sowie die guten regulatorischen Rahmenbedingungen (68%). Auch in den kommenden drei Jahren planen 81 Prozent der Firmen in der Schweiz zu investieren.
«Diese Umfrageergebnisse zeigen, dass der Standort Schweiz fĂŒr die Tech-Industrie nach wie vor attraktiv ist», sagt Stefan Brupbacher, Direktor Swissmem. Aus der Umfrage geht auch klar hervor, welche Standortvorteile die Schweiz unbedingt verteidigen muss, damit dies so bleibt. «Ein wichtiger SchlĂŒssel fĂŒr den Zugang zu FachkrĂ€ften ist die PersonenfreizĂŒgigkeit mit der EU. Deshalb muss die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» abgelehnt werden, denn sie gefĂ€hrdet die PersonenfreizĂŒgigkeit», betont Stefan Brupbacher.
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DarĂŒber hinaus bleiben der liberale Arbeitsmarkt und die guten Rahmenbedingungen im Fokus. Dazu gehört, dass das Zollabkommen mit den USA zum Abschluss gebracht werden muss. Zudem muss die Schweiz alles tun, damit sie bei Gegenmassnahmen der EU nicht als Drittstaat behandelt und vom Markt partiell ausgeschlossen wird. DafĂŒr bieten die Bilateralen III die einzig realistische BrĂŒcke, auch wenn es in der neuen Welt keine Sicherheiten mehr gibt.
Weitere AuskĂŒnfte erteilen:
Noé Blancpain, Mitglied der GeschÀftsleitung und Leiter Kommunikation & Public Affairs
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Philippe Cordonier, membre de la direction et responsable Suisse romande
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