Der Innovationsgeist kann überall in einem Unternehmen aufleben: In den Entwicklungsabteilungen, in der Produktion − und auch in der beruflichen Grundbildung. Exemplarisch hat dies Dionys Thaqi unter Beweis gestellt.
Der ehemalige Lernende im Beruf Anlagen- und Apparatebauer/-in wollte einst selbst ein Rallye-Auto bauen. Nachdem er die handwerklichen Fähigkeiten in der beruflichen Grundbildung erworben hatte, wollte er aber noch viel weiter gehen. Wie wärs, einen normalen Bezinmotor auf Wasserstoffbetrieb umzubauen?
Die Idee war geboren, mit dem Programm von «Schweizer Jugend forscht» war innerhalb des Unternehmens Bühler AG ein Plattform gegeben − und schon bald gings ans Forschen und Tüfteln.
Mit seiner Arbeit gewann Dionys schliesslich den Sonderpreis «New Energy Systems» des gleichnamigen Industriesektors. Im Video erklärt Dionys sein Arbeit, spricht über die Schwierigkeiten auf seinem Weg und erklärt, wie er vom Forschergeist gepackt wurde.
Hohes Engagement für den Nachwuchs
Der Sonderpreis innerhalb des Wettbewerbs von Schweizer Jugend forscht stellt für den Industriesektor eine geeignete Plattform dar, um dem Nachwuchs die Vielfältigkeit und Attraktivität des Sektors näher zu bringen. Wie können wir Energiesysteme optimieren, was brauchts auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen? Fragen, die gerade auch für junge Menschen ein spannendes Arbeits- und Forschungsfeld darstellen.
Wie stehts um die Berufsbildung?Die Forschung von Dionys nahm der Industriesektor nicht nur zum Anlass, um die Arbeit zu würdigen, sondern auch um aktuelle Fragestellungen um die Nachwuchsförderung zu beleuchten.
Patrik Meli, Präsident des Sektors und Managing Director von Everllence Schweiz AG, sowie Andreas Bischof, Leiter Berufsbildungsentwicklung bei Bühler AG, machten dabei klar, dass die Berufsbildung eine wichtige Stärke der Unternehmen darstellt und ein permanentes Engagement erfordert. Im Rahmen der Podiumsdiskussion unter der Leitung von Roger Sonderegger strichen sie folgende Punkte hervor:
- Bei der Rekrutierung von Lernenden zählen nicht nur die Noten, vielmehr entscheidet auch deren Persönlichkeit über den Erfolg der Ausbildung. Passen sie zum Unternehmen? Bringen sie das nötige Interesse mit?
- Lehrpersonen sind wichtige Bezugspersonen bei der Berufswahl. Die Ausbildungsunternehmen sollten daher den persönlichen Kontakt zu den Schulen pflegen und für sie die Ausbildungen in den Betrieben erlebbar machen.
- Mit der beruflichen Grundbildung übernehmen die Ausbildungsfirmen auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Es lohnt sich, jungen Menschen auch in speziellen Situationen eine Chance zu geben und ihnen Zukunftsperspektiven zu eröffnen.
- Den Frauenanteil in den technischen Berufen zu erhöhen ist ein gemeinsames Anliegen der Branche. Es lohnt sich, schon vor der Berufswahl in Programme zu investieren und junge Frauen als Botschafterinnen zu positionieren. Erste Erfolge konnten bereits erzielt werden, es braucht jedoch ein kontinuierliches Engagement.
- Mit der Berufsrevision Futuremem bewegen wir uns weg von einer uniformen «Massen-Ausbildung» hin zu einer individuelleren, kompetenzorientierten Ausbildung. Diese berücksichtigt verstärkt die Fähigkeiten der jungen Menschen sowie die Bedürfnisse der Unternehmen. Sie erfordert jedoch eine Anpassung des didaktischen Konzepts. Im Rahmen von Erfa-Gruppen und Schulungen gilt es in den kommenden Monaten und Jahren, die neuen Möglichkeiten zu nutzen und das Potenzial, das in unserer Jugend liegt, zum Tragen zu bringen.
Die nächsten Wettbewerbe stehen an
Interessierte Jugendliche können sich ab sofort für den nächsten Nationalen Wettbewerb von Schweizer Jugend forscht anmelden. Die Anmeldung ist bis 31. Oktober 2026 möglich.
Der Industriesektor New Energy System wird auch im kommenden Jahr einen Sonderpreis ausschreiben.