Reduce, reuse, recycle, repurpose – Kreislaufwirtschaft als Treiber kreativer Geschäftsideen :: Swissmem - Der Werk- und Denkplatz Schweiz

Reduce, reuse, recycle, repurpose – Kreislaufwirtschaft als Treiber kreativer Geschäftsideen

Von: Alena Sibrava, Ressortleiterin Swissmem

11.07.19

Dem Thema «Kreislaufwirtschaft» in der Schweiz Schubkraft verleihen, das ist das Ziel der neulancierten Plattform «Circular Economy Entrepreneurs», die Swissmem als Supporterin unterstützt. Ende Juni fand in Langenthal die erste CE2-Konferenz statt, an der auch der Umweltpreis der Wirtschaft verliehen wurde. Rund 350 Wirtschaftsvertreter und -vertreterinnen waren der Einladung gefolgt und setzten damit ein starkes Zeichen für ein nachhaltiges Unternehmertum.

«Nur wer langfristig wirtschaftet, kann langfristig bestehen», lautete die Botschaft von Christoph Ammann, Regierungspräsident des Kantons Bern zum Auftakt der ersten Circular Economy Entrepreneurs Tagung – kurz CE2 – in Langenthal. Swissmem ist Supporterin der neuen Plattform, die den Dialog zur Kreislaufwirtschaft in der Schweiz fördern und innovative Unternehmerinnen und Unternehmer miteinander vernetzen will.

 

Die Rohstoffe sind begrenzt und das Denken in Kreisläufen umso wichtiger. Für die Industrie heisst das, weniger Ressourcen intensiver nutzen und möglichst lange in Umlauf halten. Auch neue, weniger rohstoffintensive Geschäftsmodelle sind langfristig gefragt. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. So stellt das Swissmem-Mitglied Climeworks aus einem Abfallstoff einen Wertstoff her, indem es aus der Luft gewonnenes CO2 in ein Treibhaus einspeist und damit Gemüse zum Wachsen bringt. Das niederländische Start-Up Soop produziert Seifen aus Orangenschalen, welche bei der Herstellung von Orangensaft als Abfälle übrigbleiben und verkauft diese den Verursachern zurück. Und das IT-Unternehmen «Closing the Loop» kümmert sich um die fachgerechte Entsorgung von Elektroschrott. Für jedes neu gekaufte Mobiltelefon sammelt und entsorgt das Unternehmen ein Mobiltelefon in Afrika. Kunden des Unternehmens sind grosse Mobilfunkanbieter, die ihren Fussabdruck durch die Kompensationsleistung verkleinern wollen.

 

Im Rahmen der CE2-Tagung wurde auch der Umweltpreis der Wirtschaft verliehen, der dieses Jahr an HeiQ Materials ging. Das Textilunternehmen HeiQ Materials AG wurde für seine revolutionäre Färbetechnologie ausgezeichnet, welche ökologisch und ökonomisch erfolgreich ist. Der Umweltpreis der Wirtschaft wird von der Schweizerischen Umweltstiftung und dem Verein «Go for Impact» verliehen, von dem Swissmem Gründungsmitglied ist.

 

Die erste CE2-Tagung war mit 350 Teilnehmern und inspirierenden Referaten ein voller Erfolg. Nun geht es darum, den Dialog weiterzuführen und Ideen für Kooperationen zu evaluieren. Dazu dienen unter anderem die CE² Labs, die auf rund 30 Teilnehmer beschränkt sind und im Herbst an regionalen Standorten stattfinden. Die Teilnehmenden sollen dabei die Möglichkeit haben konkrete Beispiele aus der Praxis zu diskutieren, voneinander zu lernen und sich zu vernetzen. Weitere Informationen unter www.ce2.ch.