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Europäische Innovationsförderung brachte Schweizer Industrie voran

Die Schweizer Industrie profitierte stark vom europäischen Innovationsförderprogramm «Horizon 2020». Die Beiträge an die Forschung und an die Innovationskraft der Unternehmen waren markant. Kein Wunder führte dies zu einer Umsatzsteigerung bei den beteiligten Firmen. Swissmem fordert die rasche Assoziierung der Schweiz an «Horizon Europe». Nur so wird sichergestellt, dass die Schweizer Forschung und auch die Industrie den Anschluss zur Weltspitze nicht verlieren.

Mit «Horizon 2020» förderte die Europäische Union Forschung und Innovation in den Mitgliedstaaten und assoziierten Staaten im Zeitraum von 2014 bis 2020. Die Schweiz war berechtigt, Fördergelder zu erhalten und Koordinationsaufgaben zu übernehmen. Wie eine Auswertung der Daten zeigt, profitierten davon industrierelevante Forschungsprojekte und die Schweizer Industriebetriebe in beträchtlichem Masse.

Im Bereich der direkten Förderung von hochtalentierten Forschenden (ERC Grants) in der Schweiz wiesen im gesamten Zeitraum über 72 Prozent eine Relevanz für die Industrie auf. Dazu gehören Natur- und Ingenieurwissenschaften (42,2 Prozent) sowie die Life Sciences (30,5 Prozent). Auf die Geistes- und Sozialwissenschaften entfielen im Vergleich rund zehn Prozent der Fördergelder für Forschende in der Schweiz. Bemerkenswert ist ferner, dass zu zwei Dritteln Schweizer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit Tätigkeit an einer Schweizer Forschungsinstitution berücksichtigt wurden.

Grosser Anteil Fördermittel für industrierelevante Bereiche

Folgende Zahlen vermitteln einen Eindruck davon, wie wichtig die Innovationsförderung durch «Horizon 2020» für die Schweizer Industrie war. Innerhalb der thematischen Säule «Leading Role of Industry» flossen 22 Prozent der Fördermittel direkt in industrierelevante Bereiche. Dazu gehörten die Informationstechnologie, Nanotechnologie, Photonics, Materialwissenschaften und die Produktionstechnik. Ebenso relevant war die Raumfahrt, welche zwei Prozent der in der Schweiz eingesetzten Fördermittel erhielt. Neun Prozent der in der Schweiz gesprochenen Fördermittel aus der thematischen Säule «Gesellschaftliche Herausforderungen» wurden im Bereich Gesundheit eingesetzt, beinahe acht Prozent im Bereich Energie. Die Schweiz war zudem das fünfterfolgreichste Land Europas, wenn es um die bewilligten Unterstützungsgesuche ging.

Die Unternehmensbeteiligungen an diesen Forschungsvorhaben unterstreichen die grosse Relevanz für die Industrie. Von den Unternehmen, welche sich an einem geförderten Forschungsprojekt beteiligten, stammten 42,5 Prozent aus dem Bereich Ingenieurwissenschaften und Technologie. Weitere 28,9 Prozent liessen sich den Naturwissenschaften zuordnen. 31 Prozent der befragten Unternehmen gaben zudem an, dank der Förderung eine direkte Umsatzsteigerung erzielt zu haben.

Schweiz soll sich an der europäischen Forschungsförderung assoziieren

Der Erfolg der Schweizer Gesuche und der spürbare Effekt in den Firmen unterstreichen die grosse Bedeutung der Förderung für den Industriestandort Schweiz. Umso mehr schmerzt der Ausschluss der Schweiz aus dem Folgeprogramm «Horizon Europe» aus rein politischen Gründen. Die Schweiz ist nur noch Drittstaat, was die Beteiligung auf ein Minimum beschränkt. Dies betrifft beispielsweise Forschende mit Einzelprojekten, welche von den ERC Grants komplett ausgeschlossen sind. Der Bund erhöhte zwar seine eigenen Fördermittel, diese können insbesondere die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nicht ersetzen. Deshalb fordert Swissmem die rasche Assoziierung der Schweiz an «Horizon Europe». Nur dadurch wird sichergestellt, dass die Schweizer Forschung und damit auch die Industrie den Anschluss an Europa und die Weltspitze nicht verlieren.

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