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Bereitschaft zur Anpassung

Im Juli 2019 wurden für eine Studie über die Chancen der Digitalisierung 1'762 Personen aus allen Landesteilen befragt. Die Ergebnisse liegen nun vor.

Ist es möglich, einzelne Mitarbeitende in ihrer Bereitschaft zur Anpassung an neue Prozesse und veränderte Rahmenbedingungen im Geschäftsleben zu unterstützen? Bekanntlich fällt Menschen der Umgang mit Veränderungen nicht leicht. Gerade die digitale Transformation erfordert eine hohe Anpassungsfähigkeit und Flexibilität von jedem einzelnen Mitarbeitenden.

Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse.
Von Daniel Schweizer, Bildungsmanager bei der Swissmem Academy.

Im Juli 2019 wurden für eine Studie über die Chancen der Digitalisierung 1'762 Personen aus allen Landesteilen befragt. Durchgeführt wurde die Studie von der Stiftung Risiko Dialog, Initiative APROPOS (November 2019). Interessante Resultate aus der Studie liegen zum Thema Bereitschaft zu Anpassung vor: Die Bereitschaft, das eigene Verhalten anzupassen (z.B. mittels Weiterbildungen) ist bei den Jungen (18 – 34-Jährigen) grösser (57 %) als bei den 35 – 49-Jährigen (28 %). Bei den älteren Altersgruppen im Erwerbsleben (50 – 64-Jährige) geben wiederum mehr an, ihr Verhalten anpassen zu wollen (41 %). Mitarbeitende in der «mittleren Lebensphase» sind oft stark gefordert in Familie und Karriereentwicklung. Für diese Altersgruppe kann die Forderung nach Flexibilität Druck und Stress bedeuten.

Die Autoren der Studie empfehlen, dass die berufliche Anpassungsfähigkeit zu einer Kernkompetenz im Zeitalter der Digitalisierung zählt. Es braucht laut den Autoren: Eigenverantwortung und Unterstützung zugleich. Aus meiner Sicht gehört heute in der Unternehmensführung die Schaffung eines Rahmens, wo Mitarbeitende eigenverantwortlich handeln dürfen und zugleich unterstützt werden, zur höchsten Priorität.

Die nachfolgenden Punkte dienen als Denkanstösse, wie Führungskräfte und Mitarbeitende die Kernkompetenz «Anpassungsfähigkeit» fördern können. Dabei liess ich mich inspirieren von dem Buch von Jürgen Balhuber «Inspirierend führen: Ein starkes Wir beginnt bei Dir».

1. Loslassen und Vertrauen

Jürgen Balhuber schreibt: «In einer Zeit der Unsicherheit und des Risikos die Kontrolle abzugeben und zu vertrauen, scheint ein Paradoxon für die bisherige Art der Führung zu sein». Da, wo Führungskräfte das Vertrauen in ihre Mitarbeitenden stärken, wagen viele Mitarbeitende einen Schritt hinaus aus der Komfortzone. In einem vertrauensvollen Umfeld können sie ausprobieren und ein neues Verhalten einüben. Die Herausforderung in der Führung besteht darin, sich selbst dem «Paradoxon» von Vertrauen als Kontrollverlust zu stellen. Manche Führungskräfte haben Angst, ihre Steuerungsmöglichkeiten loszulassen. Die Angst kann die Anpassungsfähigkeit blockieren.

2. Einen Coach beiziehen

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit wird kaum in einem Seminar gelernt. Ein Coach kann mit seiner Aussensicht einen wertvollen Beitrag leisten. Wir wissen, dass gezielte Massnahmen «on the job» eine grosse Chance für eine nachhaltige Veränderung haben. Ein Coach kann Einzelpersonen und Teams in ihrem Alltag mit den relevanten Fragestellungen konfrontieren und helfen, Massnahmen zu implementieren, die die Anpassungsfähigkeit unterstützen. Ich erachte Coaching als wertvollen Beitrag zur Schaffung eines Raumes, wo Mitarbeitenden eine Bereitschaft zur Anpassung entwickeln können.

3. Wertschätzung und Dankbarkeit

Balhuber erklärt, dass Wertschätzung und Dankbarkeit ankommen, wenn diese mit einer echten, ehrlichen Einstellung ausgesprochen werden. Wertschätzung und Dankbarkeit sind also eine Frage der Haltung: Schau genau hin und lass dich auf den anderen ein – nicht als Steuerungsinstrument, sondern als ehrliches Geschenk von Mensch zu Mensch, frei von Erwartung und Gegenleistung. Ich bin fest davon überzeugt, dass Wertschätzung und Dankbarkeit eine hohe Motivationskraft haben, damit sich Menschen für eine Anpassung öffnen.

Können Menschen zur Veränderungsbereitschaft motiviert werden? Die «Antwort-Medaille» auf diese Frage hat zwei Seiten. Ja, Führungskräfte können ein Umfeld schaffen, wo es Mitarbeitenden leicht fällt, sich anzupassen. Dazu Jürgen Balhuber: «Führen bedeutet mehr als Vorgesetztsein, mehr als das pflichtgemässe Feedback, den wöchentlichen Jour fixe, mehr als Aufgabenverteilung und Kontrolle. Menschen brauchen Sinn, sie brauchen eine Ausrichtung. Menschen haben das Bedürfnis, sich zugehörig zu fühlen und wahrgenommen zu werden».

Wenn Menschen die Möglichkeiten nicht sehen können bzw. wollen und sich weigern sich zu bewegen, ist die Antwort auf obige Fragestellung Nein. In diesem Fall gilt es Führungskräfte von dem Anspruch zu entlasten, dass immer alle Mitarbeitenden mitgenommen werden können.

Quellen:
Jürgen Balhuber, Inspirierend führen, Ein starkes Wir beginnt bei Dir
Studie Digital Barometer Schweiz APROPOS www.apropos.swiss/de/digitalbarometer


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Letzte Aktualisierung: 13.12.2019