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Italienisches Finanzgesetz gefährdet Schweizer Maschinenexporte

Das neue Finanzgesetz Italiens benachteiligt Schweizer Maschinen und Anlagen auf dem italienischen Markt massiv. Nach aktuellem Stand sieht das Gesetz umfangreiche Abschreibungsmöglichkeiten für in der EU oder im EWR hergestellte Güter vor. Ohne Korrektur
drohen der Schweizer Tech-Industrie spĂĽrbare Exporteinbussen. Swissmem hat umgehend reagiert und unterstĂĽtzt den Bund dabei, die Benachteiligung der Schweiz noch abzuwenden.

Italien ist fĂĽr die Schweizer Tech-Industrie der fĂĽnftwichtigste Absatzmarkt. Das Exportvolumen betrug 2024 rund 3,2 Mrd. Franken, davon rund 900 Mio. Franken Maschinenexporte. Das neue Finanzgesetz erlaubt den italienischen Unternehmen ĂĽber mehrere Jahre eine stark erhöhte Abschreibung fĂĽr Investitionen in industrielle AusrĂĽstungsgĂĽter von bis zu 280%. Ein konkretes Beispiel einer Swissmem Mitgliedfirma zeigt, dass ein gewinnträchtiges Unternehmen mit dem Kauf einer Maschine im Wert von 500’000 Euro eine Steuerersparnis von bis zu 216’000 Euro ĂĽber sechs Jahre gerechnet erzielen kann. 

Wettbewerbsverzerrung zulasten der Schweiz

Nach aktuellem Stand soll die neue Regelung auf in der EU oder im EWR hergestellte Güter beschränkt bleiben. Dies führt zu einer massiven Benachteiligung von Anbietern aus der Schweiz. Zwar definiert das Gesetz bisher nur den Rahmen und die entscheidende Durchführungsverordnung ist noch nicht fertiggestellt. Ohne Korrektur würden die Produkte von Schweizer Herstellern auf dem italienischen Markt über Nacht deutlich teurer und damit faktisch vom Markt ausgeschlossen. Das Exportvolumen der Schweizer Tech-Industrie würde massiv sinken – und dies in einem ohnehin schon anspruchsvollen Umfeld.

Swissmem handelt

Swissmem hat das Seco umgehend ĂĽber das Gesetz informiert und mit konkreten Firmenbeispielen die negativen Konsequenzen aufgezeigt. DarĂĽber hinaus hat Swissmem eine Medienberichterstattung initiiert, um den politischen Druck zu erhöhen. Der Bund ist im Januar an diversen Stellen in BrĂĽssel und Rom vorstellig geworden. Das Ziel ist klar: Die Schweiz soll im Rahmen des neuen Finanzgesetzes wie ein EWR-Staat behandelt werden. Noch besteht die Hoffnung, dass eine fĂĽr die Schweizer Tech-Industrie gute Lösung gefunden wird. Nicht zuletzt muss verhindert werden, dass das italienische Beispiel in anderen EU-Ländern Schule macht, sonst drohen solche Regelungen die UnterstĂĽtzung fĂĽr die Bilateralen III in der Schweizer Bevölkerung zu schwächen. 

Die kommenden Wochen sind entscheidend. Swissmem setzt sich mit Nachdruck für faire Wettbewerbsbedingungen und den Erhalt des möglichst hindernisfreien Marktzugangs für die Schweizer Tech-Industrie ein.

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2026