Startseite TecTalk – Die Zukunft im Blick. «Photonics kann sogar Tierversuche ersetzen»

«Photonics kann sogar Tierversuche ersetzen»

Photonics steckt längst in unserem Alltag – vom Smartphone bis zur Medizintechnik. Im neusten TecTalk erzählt ein begeisterter Christian Thoeny, warum Photonics unsere Zukunft entscheidend prägen wird.

Von Michael Perricone

Photonics ist fĂĽr viele, auch innerhalb der Tech-Industrie, noch immer eine rätselhafte Technik. Dabei prägt sie unseren Alltag auch ausserhalb der Produktionsstrassen. Wer sein Smartphone entsperrt, durch eine automatische TĂĽre geht, mit dem Auto an Ampeln vorbeifährt oder moderne Medizintechnik nutzt, begegnet der Welt der Photonen ständig, meist ohne es zu merken. Im Smartphone stecken hochentwickelte Kameras, Displays, Sensoren und optische Systeme, im Automobil sowieso. In Liften und TĂĽren sorgen photonische Sensoren dafĂĽr, dass Bewegungen zuverlässig erkannt werden. Oder dass eine TĂĽre länger aufbleibt, wenn eine gehbehinderte Person hindurchmuss. Selbst Alarmsysteme oder Schädelöffnungen beruhen auf dem gezielten Einsatz von Licht. Ganz zu schweigen von der industriellen Anwendung des Lichtes. 
Photonics ist damit längst keine Nische mehr, sondern eine Querschnittstechnologie, erklärt Christian Thoeny, Verwaltungsratspräsident von Cedes in Landquart, die selber mit Photonics arbeitet. 
 

Die Schwester der Elektronik

Wie selbstverständlich wird Licht heute nicht nur zum Beleuchten, sondern auch zum Messen, Erkennen, Steuern und Verarbeiten eingesetzt. Christian Thoeny beschreibt Photonics als Schwester der Elektronik – «nur dass hier nicht Elektronen, sondern Photonen kontrolliert werden». Diese Vorstellung macht verständlich, warum die Technologie fĂĽr die Zukunft so wichtig ist: Sie verbindet Optik, Sensorik, Datenverarbeitung und Präzision auf eine Weise, die in immer mehr Bereichen unverzichtbar wird. 
 

In der Medizin beispielsweise eröffnet sie enorme Chancen. Laser können Eingriffe schonender machen, Diagnostik kann präziser werden, und «in der biologischen Forschung helfen photonische Verfahren sogar dabei, Tierversuche teilweise zu ersetzen», sagt Thoeny. Das ist nicht nur technisch beeindruckend, sondern zeigt auch, wie Fortschritt konkreten Nutzen für Mensch und Gesellschaft stiften kann.

Chancen fĂĽr die Schweizer Tech-Industrie

Christian Thoeny macht aber auch klar, dass die Zukunft von Photonics noch viel grösser ist als ihre heutige Präsenz. Die Technologie steckt in Hightech-Industrien, in Robotik, in der Automatisierung, in Solartechnik, in Lasersystemen zur Materialbearbeitung und sogar in Anwendungen, die Veränderungen im Weltall messen können. Was heute schon beim präzisen Schneiden von Metall, bei 3D-Kameras oder bei intelligenten Sensorsystemen möglich ist, sei erst ein Vorgeschmack auf das, was noch komme. 

Für die Schweizer Tech-Industrie sieht Christian Thoeny dabei grosse Chancen: Die Schweiz verfügt über starke Forschung, spezialisierte Firmen und viel Know-how. Gerade deshalb könne sie in bestimmten Bereichen weltweit eine führende Rolle spielen – sofern es gelingt, Wissen konsequent in konkrete Anwendungen, Produkte und Wachstum zu übersetzen.

Dank dem neuen TecTalk und Thoenys AusfĂĽhrungen versteht man das enorme Potenzial dieser Technologie fĂĽr Medizin, Industrie, Mobilität und viele weitere Felder. Und wie durchdringend das Arbeiten mit Licht schon heute ist. 

TecTalk - Der Podcast der Schweizer Tech-Industrie

Kaum jemand kennt die Technik, aber sie beherrscht die Zukunft und jeder braucht sie schon heute. Was steckt dahinter? Der Podcast klärt auf. 

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Letzte Aktualisierung: 07.04.2026