Die sicherheitspolitische Lage Europas hat sich grundlegend verändert. Vor diesem Hintergrund ist die von National- und Ständerat bewilligte Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG), die per Referendum bekämpft wird, ein wichtiger Entscheid für die Firma Safran Vectronix AG und unsere 260 Mitarbeitenden – sowie auch für die Sicherheit der Schweiz.
Die Safran Vectronix AG (früher Teil von Wild/Leica) entwickelt und produziert als Weltmarktführerin am Standort Heerbrugg SG hochpräzise optronische Systeme, insbesondere für Beobachtung, Aufklärung und Nordfindung (Bestimmung der Nordrichtung zur Navigation).
Unsere Produkte werden von Sicherheitsbehörden und Streitkräften weltweit eingesetzt. Der Export ist für uns überlebenswichtig. Je nach Jahr erzielen wir 90 bis 100 Prozent des Umsatzes im Ausland. Der Schweizer Markt ist viel zu klein, um unsere hoch qualifizierten Arbeitsplätze sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung in der Schweiz aufrechtzuerhalten.
Wir müssen Qualität liefern – aber das genügt noch nicht
Unsere internationale Kundschaft erwartet von uns höchste Qualität, technologische Spitzenleistung, aber auch eine hohe Verlässlichkeit. Sie will mit uns langfristig planen. Das ist wegen der aktuell geltenden Exportregeln für Rüstungsgüter nicht möglich. Auch wenn nicht alle unsere Produkte unter das KMG fallen, sind die Themen Lieferfähigkeit und Versorgungssicherheit sehr relevante Punkte für unsere Kunden: Was wäre, wenn sie in einen Konflikt gerieten? Würden wir sie aus der Schweiz heraus weiter beliefern können oder nicht?
Gleichzeitig haben die anfragenden Länder die Möglichkeit, ähnliche Produkte von unseren Konzerngesellschaften im Ausland oder von der ausländischen Konkurrenz zu kaufen. Das ist in gewissen Fällen schon erfolgt. Mittlerweile ist es so, dass Kunden ein qualitativ schlechteres Produkt beschaffen, wenn Zweifel an unserer Lieferfähigkeit im Konfliktfall bestehen. So geht der Schweizer Standort leer aus.
Neues Kriegsmaterialgesetz gewährleistet Partnerschaften
Das revidierte KMG schafft den Rahmen, um von der Schweiz aus langfristige, verlässliche Handelsbeziehungen zu ermöglichen. Es definiert klare, verantwortungsvolle Exportregeln und stellt sicher, dass sicherheitsrelevante Schlüsseltechnologien in der Schweiz erhalten bleiben. Gleichzeitig sind Exportbeziehungen keine Einbahnstrasse: Wer von Partnerstaaten im Krisenfall Unterstützung erwartet, muss selbst als verlässlicher Partner gelten. Im Krisenfall können Partnerschaften unsere eigene (Versorgungs-)Sicherheit gewährleisten.
Mit der Revision des KMG geht es auch um die sicherheitspolitische Glaubwürdigkeit unseres Landes. Die Schweiz übernimmt Verantwortung, steht zu ihrer bewaffneten Neutralität und sorgt für die eigene Sicherheit. Zudem stärkt es eine eigene Rüstungsindustrie, welche im Krisenfall die Einsatzbereitschaft der Schweizer Armee sicherstellt. Davon profitieren nicht nur Unternehmen wie die Safran Vectronix AG, sondern letztlich die Schweiz als Ganzes.
Quelle: erschienen im Tages Anzeiger am 23. Januar 2026
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Weiterführende Informationen und Argumente finden Sie hier: KMG-Revision: Was sich ändert und warum es die Sicherheit der Schweiz stärkt - Swissmem
