Die Exporte der Schweizer Verteidigungsindustrie sind 2025 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Angesichts der seit Beginn des Ukrainekrieges weltweit stark wachsenden Verteidigungsausgaben ist das keine Überraschung. Die höheren Ausfuhren sind aber kein Anlass, um Entwarnung für die Verteidigungsindustrie in der Schweiz zu geben. Sie ist nach wie vor in ihrer Existenz bedroht:
- Der Anstieg der Exporte basiert primär auf dem hohen Auftragsbestand weniger Firmen sowie auf Aufträgen für Baugruppen, Einzelteile und Komponenten. Der Grossteil der übrigen Unternehmen steht aufgrund der sinkenden Bestellungen teils massiv unter Druck. Diverse Schweizer Firmen, wie z.B. SwissP Defence oder System Assembling mussten Stellen abbauen. Andere Unternehmen, wie z.B. Safran Vectronix waren zeitweise in Kurzarbeit. Start-ups wie CDDS (Drohnenabwehrsysteme) wollen nun ihre Produktion aufbauen. Dafür prüft das Unternehmen Standorte in der EU und nicht in der Schweiz. Destinus, ein grosser und wichtiger Drohnenhersteller sah sich bereits gezwungen, den Sitz ins Ausland zu verlegen.
- Länder wie z.B. Deutschland, Dänemark und die Niederlande haben im letzten Jahr deutlich gemacht, dass sie wegen der aktuell geltenden Exportregeln künftig keine Verteidigungsgüter mehr aus der Schweiz beschaffen werden. Diese Länder waren 2025 Empfänger von 43 Prozent der Schweizer Rüstungsexporte. Sollte «Swiss free» in ganz Europa Schule machen, fallen auf Basis der letztjährigen Zahlen 91 Prozent der Exporte weg. Das wäre der Todesstoss für die Verteidigungsindustrie in der Schweiz.
Eine sichere Schweiz braucht eine starke Verteidigungsindustrie
Diese Beispiele zeigen, dass im Sicherheitsbereich immer mehr Wertschöpfung, Fachwissen und technologische Fähigkeiten verloren gehen. Das betrifft insbesondere Endprodukte, weil die geltenden Exportbestimmungen in der Verteidigungsindustrie einen Strukturwandel eingeleitet haben. Die Unternehmen bewegen sich weg von der Produktion von Endprodukten hin zu Einzelteilen und Baugruppen. Dadurch verliert die Schweiz das Know-how zu den Gesamtsystemen.
Letztlich geht es um die Sicherheit der Schweiz. Nur eine leistungsfähige Verteidigungsindustrie kann die Systeme der Schweizer Armee einsatzbereit halten und modernisieren. Für die Existenz dieser Industrie ist es entscheidend, dass die Firmen exportieren können. Und nur mit dem Export von unverzichtbaren Gütern kann die Schweiz zur europäischen Sicherheitsarchitektur beitragen. Umgekehrt ist das auch die Voraussetzung, damit unser Land im Krisenfall vom Ausland mit fehlenden Gütern beliefert wird.
Im Interesse der Sicherheit der Schweiz muss die vom Parlament verabschiedete Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) möglichst rasch in Kraft treten. Sie schafft zeitgemässe und verantwortungsvolle Regeln für den Export von Verteidigungsgütern in Partnerstaaten, ohne die strengen Kontrollmechanismen aufzugeben.
Swissmem ist überzeugt: Die KMG-Revision ist eine notwendige Anpassung an die sicherheitspolitische Realität in Europa. Sie stärkt die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz, wahrt die Neutralität und sichert die technologische Basis.
Weiterführende Informationen und Argumente finden Sie hier: KMG-Revision: Was sich ändert und warum es die Sicherheit der Schweiz stärkt - Swissmem
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Wir brauchen Ihre Mithilfe, um die Abstimmung über die KMG-Revision gewinnen zu können. Sie wird voraussichtlich im Herbst 2026 stattfinden.
Wenn Sie einen Beitrag leisten wollen, sind wir um eine Mitteilung an kmg-janoSpam@swissmem.ch dankbar.
