Das ETH Exploration Lab ist das zentrale Frühphasen-Innovationsprogramm der ETH Zürich und im ETH Hangar angesiedelt. Über einen Zeitraum von sechs Monaten arbeiten Industriepartner gemeinsam mit kleinen, interdisziplinären Teams von ETH-Studierenden an realen, frühen Innovations- und Technologiefragestellungen.
Innovation schneller testen durch Prototyping
Im Zentrum des Exploration Labs steht eine klare Denkweise: Bevor Organisationen in grosse Programme oder Implementierungen investieren, profitieren sie davon, Annahmen zu testen, alternative Lösungswege zu erkunden und greifbare Proof-of-Concepts zu entwickeln. Der Fokus liegt darauf, vielversprechende Richtungen zu identifizieren, Unsicherheiten sichtbar zu machen und Innovationsentscheidungen durch schnelles Prototyping und Experimentieren zu entlasten.
Die Studierendenteams bringen eine unvoreingenommene externe Perspektive, disziplinäre Vielfalt sowie aktuelles akademisches Wissen ein und werden gleichzeitig eng von erfahrenen Coaches aus Forschung, Engineering und Innovationspraxis begleitet.
Praxisbeispiel: Zusammenarbeit zwischen ETH Exploration Lab und V-ZUG
Ein konkretes Beispiel fĂĽr diesen Ansatz liefert eine frĂĽhe Zusammenarbeit zwischen dem ETH Exploration Lab und V-ZUG. Ein Team von ETH-Masterstudierenden arbeitete an einer Innovationsfrage aus einem realen Produktionskontext im Zusammenhang mit den High-End-Steamer-Produkten von V-ZUG.
Innerhalb des Teams arbeiteten Studierende mit komplementären Hintergründen interdisziplinär zusammen. Sie kombinierten Fachwissen aus Produktionsengineering und Lean Manufacturing mit Kompetenzen in Datenanalyse und Rapid Prototyping. Ihre Aufgabe bestand nicht darin, einen bereits definierten Prozess schrittweise zu verbessern, sondern verschiedene Lösungsansätze zu explorieren und Verbesserungspotenziale sichtbar zu machen.
Durch die Analyse mehrerer operativer Datenströme entwickelte das Team ein klares und intuitives Dashboard, das bislang verborgene Engpässe und Veränderungspotenziale aufzeigte.
All-Hands Hacks: Fokussierte Explorationsformate
Um diese Erkenntnisse weiter zu untersuchen, startete das Team eine intensive Prototyping-Phase. Im Exploration Lab finden sogenannte All-Hands Hacks statt – kurze, fokussierte Explorationsformate, in denen Studierende, Coaches und Partnervertreter zusammenkommen, um Ideen und Lösungswege schnell zu testen, zu diskutieren und weiterzuentwickeln.
In diesem Fall wurden mehrere Ansätze parallel untersucht, von Komponenten-Redesigns bis hin zu Anpassungen von Werkzeugen und Montageprozessen.
Prototyping in der Produktion: Ergonomische Werkzeuge
Das Team konzentrierte sich bewusst auf Lösungen auf Prozessebene. Innerhalb eines einzigen Tages entwickelten und prototypisierten sie multifunktionale, ergonomische Werkzeuge, die manuelle Arbeitsschritte vereinfachten und den Bedienern die Hände freihielten. Diese schnelle Iteration ermöglichte es, Hypothesen rasch zu testen und zeigte, wie explorationsgetriebene Setups Unsicherheiten früh reduzieren können – bevor grössere Optimierungs- oder Investitionsprogramme gestartet werden.
Ergebnisse und nächste Schritte
Die Ergebnisse und Prototypen wurden Mitgliedern der V-ZUG-Geschäftsleitung präsentiert und stiessen auf sehr positives Feedback. Einer der untersuchten Ansätze wird derzeit im Rahmen einer Masterarbeit weiterentwickelt, mit dem Ziel, ausgewählte Konzepte direkt in der Produktionsumgebung zu testen.
Die Zusammenarbeit mit V-ZUG zeigt, wie frühe Exploration und Prototyping Klarheit schaffen, Entscheidungsprozesse unterstützen und konkrete nächste Schritte für die Weiterentwicklung im industriellen Kontext eröffnen können.
Kontakt zum ETH Exploration Lab
Unternehmen, die offene Fragestellungen explorieren, Ideen testen oder mit interdisziplinären ETH-Studierendenteams in einem strukturierten und explorativen Umfeld zusammenarbeiten möchten, sind eingeladen, sich mit dem Team des ETH Exploration Labs in Verbindung zu setzen:
eth-hangarnoSpam@ethz.ch
