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Kernforderungen Swissmem an Innosuisse

Innosuisse ist der wichtigste Innovationspartner für Schweizer KMU und leistet einen wesentlichen Beitrag zu technologischer Innovation und industrieller Wertschöpfung. Damit KMU weiterhin systematisch in neue Technologien, Prozesse und Produkte investieren können, braucht es eine Innovationsförderung, die Risiken realistisch teilt, administrativ schlank ist und Wirkung statt Formalismus priorisiert.

Wie muss Innovationsförderung gestaltet sein, damit sie für industrielle KMU wirkt? Swissmem formuliert klare politische Forderungen an Innosuisse:

1. Industrielle Entwicklungsleistungen realistisch anerkennen

  • MarktĂĽbliche Stundensätze als In-Kind-Leistungen anerkennen
  • Vorfinanzierungsrisiken fĂĽr Unternehmen reduzieren
  • Klare und planbare Fördersätze fĂĽr bessere Planungssicherheit

BegrĂĽndung:
Innovation ist fĂĽr KMU mit hohen finanziellen Risiken verbunden. Werden diese wirksam geteilt und industrielle Leistungen realistisch abgebildet, investieren KMU nachhaltiger und schneller in Innovation.

2. Innovationsprojekte entlang von Risiko, Innovationsgehalt und Wertschöpfung bewerten

  • Fokus auf Neuartigkeit/Innovationsgehalt, technisches Risiko und Wertschöpfungspotenzial
  • Gleichermassen fĂĽr Produkt-, Prozess-, Technologie- und Geschäftsmodellinnovationen
  • Kein «Business Case-Zwang» bei Hochrisiko-/High-Novelty-Projekten (frĂĽhe Phase)

BegrĂĽndung 
Der Innovationsalltag von KMU ist geprägt von inkrementeller, marktnaher Entwicklung. Diese Form der Innovation ist zentral für Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und industrielle Wertschöpfung. Gleichzeitig ist das Risiko einer Innovationsinvestition unternehmensspezifisch, dem muss Rechnung getragen werden.

3. Förderprozesse vereinfachen und beschleunigen

  • KĂĽrzere, modulare Antragsformate (z.B. Light-Calls) und Rolling Submissions
  • Klare Go-/No-Go-Kriterien
  • Projektbezogenes, konkretes Feedback bei Ablehnungen

BegrĂĽndung
KMU verfügen nur über begrenzte zeitliche und personelle Ressourcen für Förderanträge. Oft liegt die Verantwortung beim Geschäftsführer selbst. Niederschwellige, modulare und planbare Verfahren entlang klarer Kriterien erhöhen die Erfolgsquote und entlasten Unternehmen spürbar.

4. Inhaltliche Begleitung und Reviews während der Laufzeit stärken

  • Strukturierte Pre-Checks (Mentoring/Coaching) zur Qualitätssteigerung vor Einreichung
  • WiedereinfĂĽhren regelmässiger Reviews/Meilenstein-Checks während der Projektlaufzeit
  • Austausch/Abgleich zwischen Innosuisse-Experten zu Anträgen stärken

BegrĂĽndung
Eine frühzeitige, industrieorientierte Begleitung von KMU führt zu erfolgreichen Innovationsprojekten. Strukturierte Pre-Checks durch erfahrene Innovationsmentoren erhöhen die Qualität der Gesuche und reduzieren Fehlinvestitionen. Qualität entsteht nicht nur im Antrag, sondern auch in der Umsetzung. Ein «fail fast»-fähiges Setup mit Reviews erhöht die Wirksamkeit der Fördergelder.

5. Vorstufenförderung ausbauen – flexibler und häufiger einsetzbar

  • Programme fĂĽr Machbarkeitsstudien, Pilot-, Demonstrator- und Skalierungsphasen öffnen
  • Innovationsscheck häufiger/flexibler nutzbar machen (Erhöhung der Grenze auf Unternehmen bis 1’000 Mitarbeitern, nicht nur alle 2 Jahre)

BegrĂĽndung
Gerade bei technologieintensiven Vorhaben ist eine stufenweise Validierung zentral. Sie reduziert das Risiko fĂĽr Fördergeber und -nehmer. 

6. BĂĽrokratische HĂĽrden abbauen

  • Einsatz fĂĽr standardisierte IP-Regelungen von allen Forschungspartnern zur schnelleren Verwertung der Ergebnisse und geringeren Transaktionskosten
  • Verbindliche Entscheidungsfristen sowie möglichst schnelle Bearbeitungszeiten

BegrĂĽndung
Innovationsökosysteme funktionieren dann am besten, wenn Reibungsverluste durch Bürokratie möglichst minimal gehalten werden.

7. Innosuisse klar als industriegetriebene Förderagentur positionieren

  • Klare Abgrenzung zur Rolle des SNF: Anwendungsnähe, Umsetzung und Verwertbarkeit der Ergebnisse im Fokus
  • Der Fokus von Innosuisse muss klar auf der Innovationsfähigkeit der industriellen KMU liegen. Startups sind wichtig, dĂĽrfen aber nicht zulasten der etablierten Wertschöpfungsträger priorisiert werden
  • Industriepolitische Verantwortung ernst nehmen: KMU-Wirkung und Standortnutzen priorisieren

BegrĂĽndung 
Innosuisse ist faktisch die zentrale Innovationsförderstelle für KMU. Entsprechend muss die Ausrichtung konsequent industrie- und umsetzungsorientiert bleiben.

8. Innovationsförderung als strategische Investition sichern (EP27)

  • Schuldenbremse einhalten, ohne die Wirksamkeit der Innovationsförderung zu schwächen
  • Falls das Entlastungspaket nicht integral umgesetzt wird, darf die KĂĽrzung bei Innosuisse nicht Teil der Kompensation sein
  • Innovationsförderung ist eine Investition in Wettbewerbsfähigkeit und Standort, keine reine Ausgabeposition
  • Einsparungen sind dort vorzunehmen, wo sie keine innovations- und standortschädigende Wirkung entfalten

BegrĂĽndung 
Kürzungen bei Innosuisse würden Investitionen in neue Technologien bremsen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Schweiz schwächen, gerade in einer Phase hoher Transformationsanforderungen.



📢Fazit

Schweizer KMU brauchen eine einfache, schnelle und industriekompatible Innovationsförderung. Swissmem setzt sich dafür ein, dass Fördermittel dort maximale Wirkung entfalten, wo technologischer Fortschritt, Risiko und Wertschöpfung am höchsten sind.

Ihre Anprechpersonen

Dr. Marvin Schuster
Ressortleiter Innovation
+41 44 384 48 53 +41 44 384 48 53 m.schuster@swissmem.ch E-Mail
Dr. Adam Gontarz
Bereichsleiter Digitalisierung, Innovation und Technologie
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Letzte Aktualisierung: 23.01.2026