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Eine wegweisende Abstimmung

Ende 2018 hat die Schweiz im Rahmen der EFTA (Schweiz, Island, Liechtenstein, Norwegen) mit Indonesien ein umfassendes Wirtschaftspartnerschaftsabkommen unterzeichnet. Die Erfahrung zeigt, dass solche Freihandelsabkommen (FHA) das Handelsvolumen signifikant erhöht sowie die ökonomische, ökologische und soziale Entwicklung in den Partnerländern fördert. Diverse linke, grüne und bäuerliche Organisationen haben gegen dieses Abkommen das Referendum ergriffen. Am 7. März 2021 kommt es zur Abstimmung, welche für die Schweiz wegweisend für weitere Volksentscheide über FHA sein wird. Ein deutliches JA ist deshalb wichtig.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics hat im Auftrag von Swissmem die Wirkung von Freihandelsabkommen (FHA) für die MEM-Branche untersucht. Die Analyse zeigt, dass die Schweizer MEM-Exporte in den vier Jahren nach Inkrafttreten von FHA kumuliert um 19 Prozent mehr ansteigen, als wenn die Abkommen nicht abgeschlossen worden wären. Das FHA mit Indonesien ist somit eine grosse Chance für die MEM-Branche, denn dieses Land ist ein vielversprechender Zukunftsmarkt. Schon heute gehört Indonesien zu den 20 grössten Volkswirtschaften. Bis 2050 wird sich dieser Staat gemäss Schätzungen zum viertgrössten Absatzmarkt der Welt entwickeln.

Mit dem vorliegenden FHA werden rund 99 Prozent der für die MEM-Industrie relevanten Produkte von Zöllen befreit, welche für Industrieprodukte durchschnittlich acht Prozent und maximal bis 31 Prozent betragen. Mehr noch: Es führt zu einem Wettbewerbsvorteil für Schweizer Exporteure gegenüber Konkurrenten aus der EU oder den USA, die nicht von einem FHA profitieren können. Das nützt vor allem den Schweizer KMU. Sie haben oft nicht die finanziellen Mittel, um in wichtigen Zielmärkten eine eigene Produktion aufzubauen und zu betreiben. Mit diesem FHA eröffnet sich ihnen nun die Chance, aus der Schweiz heraus den indonesischen Markt zu erschliessen und damit in der Schweiz Arbeitsplätze zu sichern.

Vom Freihandel profitieren alle beteiligten Staaten

Freihandel ist aber keine Einbahnstrasse. Er fördert die Globalisierung, mit welcher es gelungen ist, hunderte von Millionen Menschen aus bitterster Armut zu befreien. Freihandel unterstützt auch die ökologische und soziale Entwicklung in den Partnerländern. Die Kunden in Ländern wie Indonesien können dank einem FHA die effizienten, emissionsarmen und ressourcenschonenden Schweizer Technologien preisgünstiger beschaffen. Dies senkt die Umweltbelastung in den Zielländern. Freihandel nützt allen beteiligten Ländern. Das ist sowohl ökonomisch als auch politisch evident: Zahlreiche Studien zeigen den Zusammenhang zwischen Integration in die Weltwirtschaft und Wohlstandsentwicklung im eigenen Land. Und kein Staat würde ein solches Abkommen abschliessen, wenn es diese Vorteile nicht erwarten würde.

In den nächsten Jahren wird es voraussichtlich zu weiteren Volksentscheiden über FHA (z.B. Mercosur) kommen. Die Abstimmung vom 7. März 2021 über das FHA mit Indonesien ist somit für die Schweiz wegweisend. Es braucht ein deutliches JA. Unterstützen Sie Swissmem im Abstimmungskampf für das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit Indonesien!

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