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Fristlose K√ľndigung wegen versp√§teter Krankmeldung

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In einem aktuellen Entscheid gab das Bundesgericht einem Arbeitgeber Recht, nachdem dieser den Mitarbeiter fristlos entlassen hatte, weil der Mitarbeiter unentschuldigt der Arbeit fern blieb und Kontaktversuche des Arbeitgebers erfolglos blieben.

Dem Bundesgericht lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Mitarbeiter war bei einem Unternehmen als Sicherheitsw√§rter angestellt. Zwischen den Parteien bestand ein Arbeitsvertrag vom 11. Mai 2013, der mit ¬ęLeih-Arbeitsvertrag¬Ľ betitelt war und vorsah, dass der Arbeitnehmer f√ľr eine unbestimmte Anzahl von Eins√§tzen an einen Drittbetrieb (Einsatzbetrieb) verliehen wird. Ab dem 7. Juli 2014 blieb der Arbeitnehmer der Arbeit im Einsatzbetrieb fern. Weil s√§mtliche Versuche den Mitarbeiter zu kontaktieren erfolglos blieben und dieser drei Tage der Arbeit unentschuldigt fern blieb, k√ľndigte der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer am 9. Juli 2014 fristlos. Am selben Tag schickte der Mitarbeiter seinem Arbeitgeber ein Arztzeugnis, das ihm vom 7. bis 13. Juli 2014 eine 100 % Arbeitsunf√§higkeit bescheinigte. Das Arztzeugnis erreichte das Unternehmen am 10. Juli 2014. Das Bundesgericht gab dem Arbeitgeber Recht und wies die Beschwerde des Arbeitnehmers gegen die fristlose K√ľndigung ab.

Das Bundesgericht hielt fest, dass ein Arbeitnehmer bereits aufgrund seiner Treuepflicht (Art. 321a Abs. 1 OR) seinem Arbeitgeber √ľber nicht vorhersehbare Absenzen, wie zum Beispiel eine Krankheit, umgehend zu informieren hat. Zudem ber√ľcksichtigte es im vorliegenden Fall, die verantwortungsvolle Funktion des Mitarbeiters als Sicherheitsw√§rter. Der Mann war f√ľr die Sicherheit einer Baustelle im Gleisbau zust√§ndig. Ohne seine vorgeschriebene Anwesenheit standen die Arbeiten einer gesamten Gruppe von Gleisarbeitern still. Im Weiteren sah das Mitarbeiterhandbuch des Arbeitgebers vor, dass sich der Arbeitnehmer umgehend beim Vorgesetzten abmelden m√ľsse, wenn er wegen Krankheit an der Dienstleistung verhindert sei. Erschwerend kam hinzu, dass dem Arbeitnehmer ein gesch√§ftliches Mobiltelefon zur Verf√ľgung stand und er trotz 13 Versuchen der Firma weder auf diesem, noch auf seinem privaten Mobiltelefon erreicht werden konnte. Ausserdem wurde er ein halbes Jahr zuvor bereits schriftlich verwarnt, weil er regelm√§ssig die Arbeit nicht p√ľnktlich antrat und bei Krankheiten keine oder zu sp√§te R√ľckmeldung erteilte.

Das Urteil vom 1. Dezember 2016 (4A_521/2016) zeigt exemplarisch auf, dass bei fristlosen K√ľndigungen stets s√§mtliche Umst√§nde im Einzelfall zu ber√ľcksichtigen sind. Es empfiehlt sich vor der Aussprache von fristlosen K√ľndigungen stets eine Fachperson zu konsultieren.

F√ľr weitere Fragen steht Mitgliedsfirmen von Swissmem Herr Jan Krejci, Ressortleiter Bereich Arbeitgeberpolitik (j.krejcinoSpam@swissmem.ch), gerne zur Verf√ľgung.

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Letzte Aktualisierung: 15.05.2017