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Taschengeld verdienen während der Schulferien - Was Sie als Arbeitgeber aus Sicht des Arbeitsgesetzes wissen sollten

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Wer hat Sch√ľlern oder anderen Jugendlichen nicht bereits einmal die Gelegenheit gegeben, sich w√§hrend der Schulzeit bzw. Schulferien ein Taschengeld im Rahmen eines Ferien- oder kleinen Nebenjobs dazu zu verdienen. Obwohl diese Aushilfs- und Ferienjobs meist nur von kurzer Dauer sind, stellt sich f√ľr den Arbeitgeber die Frage, ob er f√ľr diese jugendlichen Aushilfskr√§fte die volle Verantwortung tr√§gt wie f√ľr alle seine anderen Angestellten und was in diesem Zusammenhang besonders beachtet werden sollte.

Im Folgenden ein kurzer √úberblick √ľber das ¬ęOb und Wie¬Ľ Jugendliche besch√§ftigt werden d√ľrfen und welche Verantwortung der Arbeitgeber tr√§gt:

Insbesondere in Bezug auf jugendliche Arbeitnehmende trifft den Arbeitgeber eine erh√∂hte F√ľrsorgepflicht. Jugendliche sind im Berufsalltag meistens noch unerfahren. Sie verf√ľgen nicht √ľber ein entsprechendes Gef√ľhl f√ľr die Gefahren am Arbeitsplatz und sind physisch noch nicht gleichermassen leistungsf√§hig wie die erwachsenen Mitarbeiter im Betrieb. Die erh√∂hte F√ľrsorgepflicht des Arbeitgebers ist somit gewissermassen der Gegenpol zur erh√∂hten Schutzbed√ľrftigkeit von jugendlichen Arbeitnehmenden.

Das Arbeitsgesetz konkretisiert mit einer Reihe von Sonderschutzvorschriften in den Art. 29 bis Art. 32 diese erhöhte Sorgfaltspflicht. Ergänzt werden die Bestimmungen durch Kapitel 4 in der Verordnung 1 und mit Verordnung 5 zum Arbeitsgesetz.

F√ľr Jugendliche unter 15 Jahren gilt grunds√§tzlich ein Arbeitsverbot. Unter gewissen Bedingungen d√ľrfen sie ab 13 Jahren leichte Arbeiten und Boteng√§nge verrichten. Eine leichte Arbeit liegt vor, wenn die T√§tigkeit keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit, Sicherheit sowie physische und psychische Entwicklung des Jugendlichen hat und weder der Schulbesuch noch die schulischen Leistungen negativ beeinflusst werden. Umfangm√§ssig wird als leichte T√§tigkeit eine t√§gliche Arbeitszeit von maximal 3 Std./Tag bzw. max. 9 Std./Woche betrachtet. W√§hrend der Schulferien sollte die T√§tigkeit die H√§lfte der Ferien nicht √ľberschreiten und maximal 2 Wochen am St√ľck betragen. Die Arbeitszeit ist dabei auf 8 Stunden pro Tag (zwischen 6 und 18 Uhr) und maximal 40 Stunden pro Woche zu beschr√§nken.

Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren d√ľrfen unter gewissen Vorbehalten grunds√§tzlich besch√§ftigt werden. Es bestehen jedoch Einschr√§nkungen in Bezug auf die Arbeitszeiten. So sind absolute und relative H√∂chstarbeitszeiten zu beachten. Die absolute t√§gliche H√∂chstarbeitszeit betr√§gt 9 Stunden. Andererseits darf die t√§gliche Arbeitszeit diejenige der anderen Arbeitnehmenden im gleichen Betrieb nicht √ľberschreiten. Jugendliche, die das 16. Altersjahr noch nicht erreicht haben, d√ľrfen bis sp√§testens 20 Uhr arbeiten, im Alter zwischen 16 und 18 Jahren h√∂chstens bis 22 Uhr.

Nach Erreichen des 16. Altersjahrs d√ľrfen Jugendliche auch in der Nacht oder an Sonntagen arbeiten. Dies jedoch nur, sofern eine entsprechende Bewilligung vorliegt. Nacht- und Sonntagsarbeit f√ľr Jugendliche werden in der Regel nur bewilligt, wenn dies zum Erreichen der Ziele der beruflichen Grundausbildung notwendig ist.

Ein generelles Verbot f√ľr Jugendliche besteht f√ľr gef√§hrliche Arbeiten. Darunter fallen Arbeiten, welche die Gesundheit, die Ausbildung und die Sicherheit der Jugendlichen sowie deren physische und psychische Entwicklung beeintr√§chtigen k√∂nnen. Als gef√§hrlich qualifiziert werden unter anderem Arbeiten mit Werkzeugen, Transporteinrichtungen und Maschinen, bei welchen erfahrungsgem√§ss eine erh√∂hte Unfallgefahr besteht (z.B. Dampfkessel), Arbeiten mit besonders gef√§hrlichen Chemikalien, Arbeiten bei extremer Hitze und K√§lte, L√§rm oder Ersch√ľtterungen, etc. Ausnahmen vom Verbot gef√§hrlicher Arbeiten sind auch hier m√∂glich, sofern dies im Rahmen der beruflichen Grundausbildung notwendig ist.

Es ist nicht immer einfach, mit den diesbez√ľglichen Regelungen und Ausnahmen vertraut zu sein bzw. zu bleiben. In einem Betrieb kommen zudem viele weitere Bestimmungen des Arbeitsgesetzes und seiner Verordnungen zum Tragen, weshalb es wichtig ist, zumindest √ľber eine Person im Betrieb zu verf√ľgen, die sich √ľber Themen wie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz auf dem Laufenden h√§lt und deren Umsetzung im Betrieb sicherstellt.

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Information und Anmeldung

Swissmem-Mitgliedern gibt Claudio Haufgartner, Ressortleiter Bereich Arbeitgeberpolitik (044 384 42 26 oder c.haufgartnernoSpam@swissmem.ch) gerne Auskunft.

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Letzte Aktualisierung: 10.01.2019