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Zeit f√ľr die Stellensuche

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Wurde das Arbeitsverh√§ltnis aufgel√∂st, stellt sich oft die Frage, inwieweit der Arbeitgeber dem Arbeitnehmenden w√§hrend der ordentlichen K√ľndigungsfrist Zeit f√ľr die Stellensuche geben muss.

Gem√§ss Art. 329 Abs. 3 des Obligationenrechts muss der Arbeitgeber nach erfolgter K√ľndigung dem Arbeitnehmenden die erforderliche Zeit f√ľr die die Suche einer neuen Arbeitsstelle gew√§hren. Dabei spielt es keine Rolle, welche Partei das Arbeitsverh√§ltnis gek√ľndigt oder wie lange das Arbeitsverh√§ltnis gedauert hat.

Nicht jeder Tatbestand erf√ľllt den Gesetzeswortlaut

Die im Gesetz umschriebene Zeit f√ľr die Stellensuche umfasst die Dauer f√ľr Bewerbungsgespr√§che bei einem m√∂glichen neuen Arbeitgeber. Sie muss auch f√ľr die Bew√§ltigung des Wegs reichen. Nicht darunter fallen jedoch gem√§ss Praxis die Zeit f√ľr das Zusammenstellen des Bewerbungsdossiers oder f√ľr die Suche nach offenen Stellen auf Jobplattformen. Daf√ľr muss der Arbeitnehmende die ordentliche Freizeit aufwenden.

Dauer der freien Zeit zur Stellensuche

Der Umfang und der Zeitpunkt der freien Zeit h√§ngen von der konkreten Situation ab. In diesem Zusammenhang sind die L√§nge der ordentlichen K√ľndigungsfrist sowie die konkrete Stellung des Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt (Alter, Beruf oder Ausbildung) wichtige Kriterien. Als √ľblich erachten die Gerichte einen halben Tag pro Woche oder auf Wunsch des Mitarbeitenden auch zweimal zwei Stunden pro Woche oder einen ganzen Tag alle zwei Wochen (AGer. ZH JAR 1999 201).

Absprache mit dem Arbeitgeber

In jedem Fall muss der Arbeitnehmende die Beanspruchung der ben√∂tigten Zeit unter Ber√ľcksichtigung der Firmeninteressen mit dem Arbeitgeber absprechen. Insbesondere darf er auf keinen Fall ohne Genehmigung des Arbeitgebers dem Arbeitsplatz fernbleiben. Die Nennung der Vorstellungsadresse kann jedoch nicht Voraussetzung f√ľr die Gew√§hrung der Freizeit durch den Arbeitgeber sein. Dies w√§re ein Eingriff in die Geheimsph√§re des Arbeitnehmenden (OGer LU JAR 1989 178). Weiter m√ľssen grunds√§tzlich Randstunden f√ľr die Stellensuche benutzt werden.

Im Falle eines Missbrauchs, wenn z.B. der Arbeitnehmende Freizeit verlangt, obwohl er bereits eine neue Anstellung gefunden hat, kann der Arbeitgeber den Bezug von Ferien oder eine Zeitkompensation verlangen.

Wird die Absenz bezahlt?

Die Frage, ob die gew√§hrte Freizeit f√ľr die Stellensuche entsch√§digt werden muss, wird vom Gesetz nicht beantwortet. Die Praxis geht im Regelfall jedoch davon aus, dass dies bei einer Vollzeitanstellung im Monatslohn der Fall ist. Wenn dagegen der Mitarbeitende im Stunden- oder Akkordlohn angestellt ist, besteht grunds√§tzlich kein Anrecht auf Bezahlung dieser Freizeit. Ebenso besteht keine Verpflichtung zu einer Entsch√§digung, wenn der Arbeitnehmende die K√ľndigung aufgrund seines Verhaltens selber verschuldet hat, beispielsweise durch hohe Fehlzeiten ohne Angabe eines Grundes.

Swissmem-Mitgliedern gibt Marcel Marioni, Ressortleiter Bereich Arbeitgeberpolitik (044 384 42 09 oder m.marioninoSpam@swissmem.ch) Auskunft.

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Letzte Aktualisierung: 31.10.2018