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Krankheit und Ferienfähigkeit

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Gem√§ss Art. 329d Abs. 2 OR d√ľrfen Ferien w√§hrend der Dauer des Arbeitsverh√§ltnisses nicht durch Geldleistungen abgegolten werden. Nach Beendigung des Arbeitsverh√§ltnisses kann der nichtbezogene Ferienanspruch in Geld abgefunden werden. Dies gilt in erster Linie dann, wenn der Arbeitnehmer seine Ferien nicht beziehen konnte, weil er krank gewesen ist. Krankheit und Ferien schliessen sich grunds√§tzlich aus. Allerdings bedeutet eine Arbeitsunf√§higkeit nicht in jedem Fall gleichzeitig eine Ferienunf√§higkeit. Ausschlaggebend ist die Tatsache, ob der Erholungswert der Ferien durch die Krankheit in ¬ęnicht mehr leicht zu nehmender¬Ľ Weise beeintr√§chtigt worden ist.

Ist der Arbeitnehmende bettl√§gerig oder muss regelm√§ssig zum Arzt schliesst die Krankheit in der Regel die Ferienf√§higkeit aus. Sofern der Arbeitnehmende trotz Krankheit ferienf√§hig ist, ist die Kompensation des Ferienanspruchs w√§hrend einer l√§ngeren krankheitsbedingten Arbeitsunf√§higkeit durchaus m√∂glich. Die Beweislast f√ľr die Ferienunf√§higkeit liegt gem√§ss Art. 8 ZGB beim Arbeitnehmenden. Vorhandene Arztzeugnisse belegen in der Regel zwar die Arbeitsunf√§higkeit, jedoch nicht gleichzeitig die Ferienunf√§higkeit.

Die Ferienf√§higkeit kann nur ganz oder gar nicht vorliegen. Dies im Gegensatz zur Arbeitsunf√§higkeit, welche auch teilweise vorliegen kann. Die Ferienf√§higkeit kann nur dann bejaht werden, wenn der Sinn und Zweck der Ferien ‚Äď die Erholung ‚Äď gew√§hrleistet ist. Mindestens bei einer teilweisen Arbeitsf√§higkeit kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass die Ferienf√§higkeit gegeben ist. Im Zweifelsfall ist in solchen F√§llen ein Arztzeugnis einzuholen. Dieses sollte sich explizit zur Frage der Ferienf√§higkeit √§usseren. Bei Ferienf√§higkeit des Arbeitnehmenden, werden die Ferien vollumf√§nglich abgezogen. Dies unabh√§ngig, ob eine ganze oder teilweise Arbeitsunf√§higkeit vorliegt. Bezieht der Arbeitnehmende trotz Arbeitsunf√§higkeit Ferien, ist in dieser Zeit der volle Lohn zu bezahlen. Sofern der Lohn zu 80% durch Taggelder einer Krankentaggeldversicherung bezahlt wird, m√ľsste der Arbeitgeber die Versicherung √ľber den Ferienbezug des Arbeitnehmenden informieren. Konsequenterweise w√ľrde die Versicherung die entsprechenden Taggelder vor√ľbergehend f√ľr die Dauer der Ferien einstellen.

Oft stellt sich in diesem Zusammenhang ebenfalls die Frage, wie mit Arztzeugnissen verfahren werden soll, welche w√§hrend den laufenden Ferien ausgestellt werden. Grunds√§tzlich muss der Arbeitnehmende die Arbeitsunf√§higkeit beweisen und begr√ľnden, weshalb diese zu einer Ferienunf√§higkeit gef√ľhrt hat. Sofern Zweifel auftreten sollten, besteht die M√∂glichkeit, dass der Arbeitnehmende den Arzt von der Schweigepflicht entbindet und dem Arbeitgeber damit erm√∂glicht, direkt beim Arzt Informationen einzuholen. Zudem ist zu empfehlen, in einem Reglement festzuhalten, dass eine allf√§llige Krankheit bzw. ein Unfall w√§hrend den Ferien sofort und nicht erst nach der R√ľckkehr zu melden ist. So k√∂nnen allf√§llige Missbr√§uche fr√ľhzeitig verhindert werden.

F√ľr weitere Fragen steht Ihnen Herr Claudio Haufgartner, Ressortleiter Bereich Arbeitgeberpolitik (044 384 42 26 oder c.haufgartnernoSpam@swissmem.ch) gerne zur Verf√ľgung.

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2016