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K√ľrzung des Ferienanspruchs

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Ist ein Mitarbeiter infolge Krankheit, Unfall oder Milit√§rdienst abwesend, stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien der Ferienanspruch gek√ľrzt werden kann.

Grundsatz

Nach Art. 329b des Obligationenrechts darf der Arbeitgeber bei unverschuldeter Arbeitsverhinderung, die in der Person des Arbeitnehmenden begr√ľndet ist (z.B. Krankheit, Unfall, Milit√§rdienst oder Erf√ľllung einer gesetzlichen Frist), den Ferienanspruch k√ľrzen, wenn diese Absenzen im selben Dienstjahr zusammengez√§hlt zwei oder mehr volle Monate betragen. Dabei k√∂nnen die Ferien f√ľr den zweiten und jeden weiteren Monat um je einen Zw√∂lftel gek√ľrzt werden. Der Arbeitnehmer hat somit gem√§ss OR eine Schonfrist von einem Monat.

Der GAV MEM sieht hingegen in Art. 13.3 vor, dass eine K√ľrzung nur vorgenommen werden kann, wenn sich in einem Kalenderjahr die Absenzen zu vier oder mehr Monaten summieren. Auch in diesem Fall ist f√ľr den vierten und jeden weiteren Monat eine K√ľrzung von einen Zw√∂lftel pro Monat m√∂glich. Die Schonfrist betr√§gt gem√§ss GAV MEM somit vier Monate.

Besonderheiten

Der Anspruch auf einen Monat Schonfrist gemäss OR bzw. auf drei Monate Schonfrist gemäss GAV MEM entsteht jedes Dienstjahr / Kalenderjahr von neuem.

Bei reduzierter Arbeitsf√§higkeit verl√§ngert sich die Schonfrist entsprechend. Die K√ľrzung um einen Zw√∂lftel gem√§ss OR tritt z.B. bei einer Arbeitsunf√§higkeit von 50% erst nach vier Monaten ein, da erst dann ein zweiter voller Monat Arbeitsleistung ausgefallen ist.

Fehlt hingegen der Arbeitnehmende nur einzelne Tage, k√∂nnen diese zusammengerechnet werden. Dabei wird bei einer Absenz von 21.75 Arbeitstagen ein voller Monat erreicht. Absenzen, die zusammengez√§hlt keinen vollen Monat ergeben, f√ľhren zu keiner (auch nicht anteilsm√§ssiger) K√ľrzung.

Ausnahmen

Wurden die Absenzen vom Arbeitnehmenden selber verschuldet, ist eine K√ľrzung des Ferienanspruchs ab dem ersten Monat m√∂glich.

Weiter kann gem√§ss Art. 329b Abs. 3 OR der Ferienanspruch bei Arbeitsverhinderung wegen Schwangerschaft lediglich dann gek√ľrzt werden, wenn die Absenz mindestens drei Monate gedauert hat. Der GAV MEM gew√§hrt eine K√ľrzungsm√∂glichkeit ab vier Monaten Absenz.

Der Mutterschaftsurlaub f√ľhrt hingegen weder nach Art. 329b Abs. 3 OR noch nach Art. 13.3 Abs. 2 GAV MEM zu einer K√ľrzung des Ferienanspruchs.

Swissmem-Mitgliedern gibt Marcel Marioni, Ressortleiter Bereich Arbeitgeberpolitik (044 384 42 09) gerne Auskunft.

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Letzte Aktualisierung: 20.09.2017