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Teilzeit - Berechnung von Feier- und Krankheitstagen

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Bei Teilzeitmitarbeitenden stellt sich immer wieder die Frage, wie Feier- und Krankheitstage im Zeiterfassungssystem berechnet, erfasst und entlohnt werden.

F√ľr Teilzeitmitarbeitende gelten grunds√§tzlich die gleichen Rechte und Pflichten wie f√ľr Vollzeitmitarbeitende. Bei der Berechnung und Erfassung von Feier- und Krankheitstagen stehen zwei verschiedene Methoden zur Verf√ľgung: Die Wert- und die Zeitmethode.

Nach der Wertmethode wird der Teilzeitmitarbeitende wie ein Vollzeitmitarbeitender behandelt. Dabei wird seine w√∂chentliche Sollarbeitszeit auf eine F√ľnf-Tagewoche verteilt, auch wenn er nur an zwei oder drei Tagen pro Woche arbeitet. Entsprechend reduziert sich die t√§gliche Sollarbeitszeit gem√§ss dem jeweiligen Besch√§ftigungsgrad. Bei einem 60% Pensum hat der einzelne Wochentag bei einer 40 Stundenwoche einen Wert von 4,8 Stunden, bei einem 40% Pensum ein solcher von 3,2 Stunden, etc.

Bei jedem Feiertag werden dem Teilzeitmitarbeitenden je nach seinem Pensum nicht acht sondern lediglich die reduzierten Sollstunden von beispielsweise 4,8 (60%) bzw. 3,2 (40%) etc. gutgeschrieben. Viele Firmen berechnen Anfang Jahr die zu leistende Sollarbeitszeit (f√ľr Vollzeitmitarbeitende und entsprechend ihrem Pensum reduziert f√ľr Teilzeitmitarbeitende) und ziehen davon bereits die Feiertage, die auf einen Wochentag fallen ab. Bei den Teilzeitmitarbeitenden berechnen sich die zu subtrahierenden Stunden an Feiertage nach der Anzahl Feiertagen x Anzahl reduzierte Sollstunden pro Tag. Die Anzahl der Feiertage ist dabei f√ľr Voll- und Teilzeitmitarbeitende gleich. Diese L√∂sung ist fair. Sie stellt unter anderem sicher, dass Teilzeitmitarbeitende mit gleichem Pensum aber unterschiedlichen Anwesenheitstagen die gleiche Sollarbeitszeit zu leisten haben bzw. in den Genuss von gleichvielen Feiertagen kommen unabh√§ngig davon, an welchen Wochentagen sie arbeiten.

Dasselbe System gilt bei Krankheitstagen. Ist ein Teilzeitmitarbeitender an einem seiner Arbeitstage krank, werden ihm lediglich seine reduzierten Sollstunden gutgeschrieben. Der Teilzeitmitarbeitende hat aber bei diesem System dem Arbeitgeber auch zu melden, wenn er an einem seiner freien Tage krank ist. Ihm werden dann auch f√ľr seine freien Tage, an denen er krank zu Hause ist, seine reduzierten Sollstunden gutgeschrieben.

Nach dem zweiten System, der zeitm√§ssigen Anrechnung, legt man mit dem Teilzeitmitarbeitenden gewisse Tage als feste Arbeitstage fest, an welchen die zu erbringende Arbeitszeit im zu erbringenden Umfang festgehalten wird. Der Teilzeitmitarbeitende erbringt an diesen Tagen die festgelegten Arbeitsstunden (8 Stunden bei einer 40 Stundewoche), die ihm dann gutgeschrieben werden. Feiertage werden nur gutgeschrieben, wenn sie auf einen Arbeitstag fallen, daf√ľr erfolgt eine Gutschrift von 8 Stunden. Das Gleiche gilt f√ľr die Krankheitstage. Wird der Teilzeitmitarbeitende an arbeitsfreien Tagen krank oder fallen diese auf einen Feiertag, so geht das vollumf√§nglich zu seinen Lasten und erscheint in keiner Weise in der Zeiterfassung.

Beide Methoden sind gleichwertig. Insbesondere hat das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil vom 29. September 2014 festgehalten, dass auch bei der Wertmethode die Gleichbehandlung von Voll- und Teilzeitangestellten gewahrt ist (Urteil Bundesverwaltungsgericht vom 29.9.2014, A-1607/2014).

F√ľr weitere Fragen steht Ihnen Frau Eva Bruhin, Ressortleiterin Bereich Arbeitgeberpolitik (e.bruhinnoSpam@swissmem.ch), gerne zur Verf√ľgung.

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Letzte Aktualisierung: 27.07.2016