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Inwieweit ist der Arbeitgeber verpflichtet, als Referenzperson Auskunft zu geben?

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Die Erteilung von Referenzen geh√∂rt zu den Nachwirkungen der F√ľrsorgepflicht des Arbeitgebers. Referenzausk√ľnfte d√ľrfen jedoch nur erteilt werden, wenn der Arbeitnehmer damit einverstanden ist.

Gem√§ss Art. 330a OR kann der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber jederzeit ein Zeugnis verlangen, welches sich √ľber die Art und Dauer des Arbeitsverh√§ltnisses sowie √ľber seine Leistungen und sein Verhalten ausspricht (Abs. 1); auf besonderes Verlangen des Arbeitnehmers hat sich das Zeugnis auf Angaben √ľber die Art und Dauer des Arbeitsverh√§ltnisses zu beschr√§nken (Abs. 2). Art. 328 OR statuiert sodann die F√ľrsorgepflicht des Arbeitgebers gegen√ľber dem Arbeitnehmer.

Aus einem Urteil des Arbeitsgerichtes Z√ľrich (Urteil vom 12. September 1995, ZR 1998 Nr. 72 in JAR 1999, S. 199) geht hervor, dass die Erteilung von Referenzen zu den Nachwirkungen der F√ľrsorgepflicht des Arbeitgebers geh√∂rt. Nach genanntem Entscheid habe der Arbeitnehmer einen Anspruch darauf. Sinn und Zweck der Referenz sei, den Inhalt des Arbeitszeugnisses (Leistungen und Verhalten des Arbeitnehmers) vertieft zu vermitteln. Das Erteilen einer Referenz setze das Einverst√§ndnis des Arbeitnehmers voraus, z.B. mittels expliziter Angabe als Referenzperson. Referenzausk√ľnfte unterliegen den Grunds√§tzen der Zeugnispflicht (wahrheitsgetreu, wohlwollend). Ferner komme das Bundesgesetz √ľber den Datenschutz (SR 235.1) zum Tragen, da es bei Referenzausk√ľnften um Datenbearbeitungen geht.

Daraus folgt, dass sich der Arbeitgeber als Referenzperson zur Verf√ľgung halten muss. Ist keine namentliche Referenzperson angegeben, wird sinnvollerweise diese Person im Unternehmen Auskunft geben, welche auch sachdienliche Aussagen zur betroffenen Person geben kann.

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Letzte Aktualisierung: 07.04.2016